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Clean The Environment

Dieses Schild ist eigentlich eine klare und mehr als notwendige Aufforderung


Aber keinen interessiert es - leider - deshalb sieht es überall so aus





Noch eindeutigere Bilder gibt es hier

Artistik in luftiger Höhe

Schon vor mehr als 2 Jahren hatte einer unserer Wassertanks den Geist aufgegeben.
Er war etwas undicht und da direkt darunter die Pumpe stand, tropfte immer Wasser auf die Pumpe, das ist ja nun auch nicht so gut.

Deshalb haben wir den damals einfach abgeklemmt und fertig war´s.
Auch schon vor einigen Monaten kam unsere Landlady um zu fragen, ob sie den Tank haben kann.
Ähm.......ja klar, warum nicht - es ist ja ihr Tank!
Okay, die Zeit verging - der Tank stand da oben auf seinem Gerüst herum, keiner holte ihn ab ;-)

Doch diese Woche dann die Überraschung - wir kamen heim und George meldete uns, die Landlady war da und habe Bescheid gegeben, dass sie am Nachmittag Leute herschickt, die den Tank demontieren und mitnehmen sollen.

Gott sei Dank ist George ja immer bereit, mit anzupacken, denn es kam genau 1 Mann!

Wir waren hin und hergerissen, ob wir zuschauen oder uns im Haus verstecken sollten.

Aber das ist wie bei einem Verkehrsunfall - man MUSS einfach hinschauen - zumindestens um ein paar Bilder zu machen.



Ein bissel schlecht kann einem schon werden, wenn man die da oben herumturnen sieht.

Beim Herunterlassen von dem Tank habe ich dann die Kamera mal mitlaufen lassen.




Drei Kreuze - es ist alles glatt gegangen, keiner verletzt, Garage und Boysquartier stehen noch ;-)

Im Westen nichts Neues

Wie geplant sind wir Dienstag morgen auf in Richtung Westen, noch schnell 2 Kisten Wasser gekauft (am Ocean gibt es oftmals nur salziges Wasser aus dem Hahn, das ist zum Zähneputzen eklig) und nach etwa 1 Stunde waren wir dann aus Accra raus.

Schön sind immer die Streckenabschnitte, die direkt am Meer verlaufen.



Kurz nach 1 Uhr waren wir dann in der Lodge und unsere Bungalows waren auch schon bezugsfertig.
Wir haben uns auch gleich noch etwas zum Mittag bestellt, während wir auf Fleischbällchen mit Spaghetti und Eiersandwiches gewartet haben, haben wir erst mal den Strand erkundet.


Die Kinder haben sich gleich Badehosen angezogen und haben die Wassertemperatur getestet




Der nasse Sand ist die perfekte Meiermöpse, man kann klasse Burgen usw. bauen


Chris hatte angefangen, ein großes Loch zu graben, aus Mangel an Zeit hat er es allerdings nicht bis zum Erdmittelpunkt geschafft.


In die Dusche unseres Bungalows hatte sich durch das Abflussrohr Mr. Crabs verirrt, fand aber den Weg nicht wieder zurück und ist leider verstorben.
So konnte ich allerdings mal eine schöne Nahaufnahme vom Krabbengesicht machen, man kommt ja sonst nie so nah an die wirklich flinken Kerlchen ran.


Nach gegrilltem Fisch, Oktopus, Hühnchen und Red Red mit Beans als Abendessen war dann für Julian und Philipp Feierabend, so ein Tag schlaucht doch ziemlich.
Chris hatte es sich mit einem Buch bequem gemacht, allerdings popelte ihm dann der "Nachtwächter" ein Gespräch ins Ohr, seine komischen Erzählungen konnte man wohl noch ignorieren, sein stark ausgeprägter Mundgeruch machte Christoph dann die Entscheidung, ins Bett zu gehen, doch sehr leicht.

Dani und ich haben uns mit einem Cocktail in einer ausgehöhlerten Kokosnuss dann in den Sand gesetzt, Sternenhimmel beobachtet und Krabben geärgert.

Geschlafen haben wir alle nicht so wirklich gut, so war Dani beizeiten munter und hat den Sonnenaufgang noch fotografieren können.


Gleich nach dem Frühstück sind wir dann nach Princess Town gefahren.
Da uns durch unglückliche Umstände fast alle Bilder von 2007 abhanden gekommen sind, müssen wir nun nochmals überall hinfahren und neue Fotos machen.
Und da gehört eben Fort Grossfriedrichsburg dazu.
Auf dem Weg dahin geht es an Naturkautschukplantagen vorbei. Diesmal haben wir angehalten und uns das mal aus der Nähe angeschaut. Die Stämme werden eingeritzt und dort läuft dann der Saft runter und in die Auffangbehälter rein. Wir haben mal versucht, so bischen eingetrocknetes Gummi abzuziehen, aber das Zeug ist unheimlich stabil und dehnbar, kann man super mit schnippsen ;-)
So einen Streifen kann man einfach nicht nicht auseinanderreissen.


Und dann Grossfriedrichsburg die Dritte für uns.
Und was sehen wir als erstes im Burghof stehen?
Ein Auto mit deutschem Kennzeichen aus Dippoldiswalde/Sachsen.


Wir haben erstmal unseren Rundgang gemacht und das Fotoarchiv wieder aufgefrischt.

Princess Town


Fledermäuse in den Verliesen
Ich nenne sie lieber Schweineschnauze ;-)


3 eingekerkerte Kinder ;-)


Dann haben wir mal näher die Herkunft des sächsischen Autos erkundet und noch eine ganze Weile mit Steffen und Steffi geplaudert.
Die beiden sind auf Abenteuertour durch Afrika und machen derzeit Station in Ghana.
Wir haben noch Mailadressen und Telefonnummern getauscht, wenn die beiden dann in Accra sind, kann man sich ja nochmal auf ein Käffchen unter Sachsen zusammensetzen ;-)

Mittlerweile war es Mittagszeit und wir sind weiter in die Green Turtle Lodge

Chris war ja vor 2 Jahren dort auf Klassenreise und wir wollten uns das jetzt auch mal anschauen.



Wir haben uns dort einfach Eiersandwiches bestellt und die waren wirklich absolut lecker!

Der Spruch an der Bar, die übrigens aus einem alten Boot besteht, ist auch irgendwie cool
und man beachte noch das Schild, dass Jesus auch Cocktails mag!


Am Nachmittag waren wir dann wieder in unserer Lodge, haben uns die Badeklamotten angezogen und ab an den Strand.
Die Jungs sind gleich ins Wasser mit den Surfbrettern, ich habe es mir erst noch im Liegestuhl gemütlich gemacht.

Julchen hatte dann Gesellschaft von 3 kleinen Ghanaern, die ihm Muscheln gesucht haben.

Dani hat Philipp derweil einen Kurs im Surfen gegeben.


Da alle so schön beschäftigt waren, bin ich mit Chris ein Stückchen am Strand spazieren gegangen, Krabben jagen, Muscheln sammeln und mysteriöse Spuren im Sand hinterlassen ;-)

Chris hatte eine Kokosnuss gefunden, wir haben sie auf den namen Wilson getauft und er hat sie dann einfach ins Meer geschmissen. Auf dem Rückweg kam dann die Strafe dafür. Er lief rückwärts, um mysteriöse Spuren im Sand zu hinterlassen und hat so natürlich nicht gesehen, dass Wilson inzwischen wieder angespült wurde und ist natürlich voll mit der Nuss kollidiert und ins Meer geplumpst ;-)
Kleine Sünden bestraft Gott gleich!

Ich selbst bin diesmal nicht im Wasser gewesen, am Dienstag wollte ich nicht, damit ich nicht Haare waschen muss, hatte es mir aber ganz fest für Mittwoch vorgenommen.
Leider hatte ich da beim Spazieren am Strand eine unangenehme Begegnung.
Eine Welle hatte einen schönen grünen Algenbatzen angespült, den wollte ich haben, aber flupp - war er wieder im Meer. Also stand ich da und wartete, ob eine der nächsten Wellen die Algen nochmal anspült. Das Glück war mir alles andere als hold - das nächste Treibgut war eine menschliche Hinterlassenschaft.
Nach deser Begegnung haben wir sofort den Rückweg angetreten mit ordentlichem Abstand zum Wasser. Ab da hätten mich keine zehn Pferde mehr in den Ozean bekommen.

Als ich mit Chris zurückkam, waren meine 3 anderen Männer auch nicht mehr so wirklich glücklich. Die kleinen Jungs, die für Juli Muscheln gesucht hatten, zeigten mittlerweile viel zu viel Interesse an unseren Habseligkeiten und Dani wusste gar nicht, wo er zuerst hinsehen sollte um sicherzugehen, das nichts verschwindet.

Ausserdem hatten sich mittlerweile 12 junge Männer genau den Strandabschnitt der Lodge zu ihrem Fussballfeld auserkoren und direkt neben der Kleckerburg der Kinder ihr Tor mit 2 Stöcken abgesteckt. Ein Teil der Liegen war dadurch blockiert und wir mussten weiter oben sitzen, um Juli und Phili zu bewachen.
Was die Typen da als Fussballspielen abgeliefert haben, war dann mehr ein sich zur Schau stellen mit wahnwitzigen artistischen Einlagen, bei denen es immer um und über Philipp und Julian herumging.
Das fanden wir dann gar nicht mehr witzig und als Juli dann den Ball auf den Kopf gekickt bekam, habe ich dann doch Spielverderber gespielt.
Allerdings ist man als zahlender Gast dort wohl nicht berechtigt, irgendetwas zu sagen, die haben nur blöd gelacht, als ich kurzerhand deren "Spiel" beendet habe. sobald ich mich umgedreht hatte, haben die einfach weitergemacht.
Da habe ich erst mal die Stöcke ins Meer geschmissen und sie gebeten, dort weiterzuspielen - okay, das war vielleicht etwas gemein, lag aber auch daran, dass der eine mir erklärt hatte, Julchen habe den ball ja gar nicht abgekriegt, sondern einen Kopfball gemacht. Zu blöd nur, dass Julchen nix davon wusste und auch gar nicht Fussball spielt.
Der Staff von der Lodge hatte die ganze Zeit nur blöde zugeguggt und auch keinerlei Anstalten gemacht, mal irgendwie einzuschreiten, wenn da irgendwelche Fremden, nichtzahlenden Leute die Liegen und den Strand blockieren, dass die Gäste genervt sind.

Da hat Dani dann kurz auf seine Uhr geschaut und eine ganz klare Ansage gemacht "Packen - in 15 Minuten ist Aufbruch - wir fahren heim"
Diesem Vorschlag wurde sofort von allen zugestimmt und ich bin los, um unsere Rechnung zu ordern. Exakt ab dem Moment wurde dann der Staff der Lodge wach und nervös.
Sie sind uns gleich hinterher und haben versucht, uns zu überzeugen, sich 1000mal entschuldigt. Aber von uns kam nur ein "Zu spät!"
Eine halbe Stunde später sassen wir im Auto Richtung Accra.
Keine Ahnung, ob da einer so wirklich verstanden hat, warum wir vorzeitig abgereist sind, warscheinlich nicht.
Wir fahren 4-5 Stunden raus, um mal in Ruhe am Strand zu relaxen, abzuschalten, mal ein bischen für uns zu sein.
Keiner hat was dagegen, wenn die Einheimischen aus dem Dorf da vorbeikommen, winken, grüßen, Hallo sagen.
Nur wenn sie dann am Tisch neben einem stehen und "Gib mir dies, gib mir jenes" sagen, ein Nein völlig ignorieren, dann nervt das total.
Wenn man sich zurücklehnt, die Augen zumacht und vor sich hindöst, plappern die einen immer noch voll.
Mann, wir fahren dahin, um unsre Ruhe zu haben, zahlen dafür. Gesellschaft kann ich hier in der Stadt haben, dafür muss ich nicht einen Tank leerfahren.
Naja, egal - nach einer tollen Nachtfahrt (über das Autofahren, besonders im Dunkeln, müsste ich eigentlich mal gesondert schreiben) waren wir halb 10 wieder in Accra und haben uns bei Hallo Pizza noch 2 Pizzen zum Mitnehmen bestellt.
Kurz nach 22 Uhr waren die dann im heimischen Wohnzimmer komplett vernichtet und wir haben uns in unsere Betten verkrochen und eine erholsame, ruhige Nacht gehabt.

So, da bin ich wieder............

Nachdem nun einige meiner Leser so gar nicht mit meiner Schreibpause einverstanden waren und ich das Risiko, das noch einer an schweren Entzugserscheinungen leidet, nicht eingehen möchte, will ich nun mal wieder in die Tasten hauen und die Lesewut befriedigen.

Die letzten Wochen werde ich jetzt nicht im Detail abarbeiten, picke mir nur mal so das Wichtigste und Schönste raus.

Für den Anfang zum eingewöhnen ein paar Bilder.........

Wie immer in der Trockenzeit verdorrt natürlich alles Grün recht schnell und vielerorts wird dann alles abgebrannt, weil danach alles besser und kräftiger wächst.
Leider wird manchmal nicht so auf wettertechnische Details wie Wind geachtet und da kann es schon mal vorkommen, dass die Flammen bis auf die Strasse reichen - das ist dann beim Vorbeifahren schon ganz schön heiss.
So wie hier auf dem Weg von Akosombo nach Ho.


Auch in diesem Jahr werden Bettina und ich unsere Tradition vom gemeinsamen Shoppen Mittwoch Vormittag beibehalten. Bevorzugt natürlich auf dem Makola.
Da sich in letzter Zeit die Zahl der Strassenhändler vervielfacht hat, die nicht alle auf dem Markt Platz haben, wird immer mehr Raum rundherum in Beschlag genommen.
Wie auf dieser Ausfallstrasse vom Makola.
Also wer hier nicht den Schlips seiner Träume findet, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.


Ohne Kommentar - jeder hat eben ein anderes Idol


Nicht wundern, wenn an einem Samstag Nachmittag Stau ist, weil ein paar Gülletanker im Schritttempo auf einer Hauptstrasse entlangfahren, oben haufenweise Leute drauf sitzen und Lärm machen.


Sobald die dann über den Mittelstreifen auf die Fahrspur gegenüber fahren, natürlich dann gegen den Verkehr fahren, dann kann man sehen, dass ganz vorne dran ein paar Leute einen Sarg schleppen.
Dann, ja dann weiss man, es ist eine Beerdigung, warscheinlich war es der Chef oder ein wichtiger Mitarbeiter einer Fäkalienentsorgungsfirma ;-)


Achtung - Werbung ;-)
Immer noch gerne besucht von uns, meist Samstag abend - das Surfer´s Inn
Seit 2 Wochen ist nun auch Götz wieder im Lande und unterstützt Martin - endlich wieder sächsischen Dialekt ;-)



So, das war jetzt zum warmschreiben - gleich geht´s weiter.............

The Winner is Declared




Vor weniger als einer halben Stunde wurde John Evans Atta Mills offiziell von der Electoral Commision Ghana als Gewinner bekannt gegeben.

Wir wünschen ihm die Kraft und Geduld und Stärke, all seine Vorhaben für Ghana in die Tat umzusetzen.

The Neverending Election

Eigentlich hatten wir ja gehofft, dass die irgendwie alles überschattende Wahl, bzw. Stichwahl heute endlich zum Ende kommt mit einem Ergebnis, dass den Großteil des Landes zufriedenstellt und hier alles endlich wieder seinen alltäglichen Gang geht.

Leider wird sich diese Wahl, in meinen Augen eher eine Qual nun doch noch bis ins nächste Jahr ziehen.

Mal der Reihe nach..............

Nachdem ja am 7. Dezember keiner der Präsidentschaftskandidaten 50%+x der Stimmen erreicht hatte, wurde als Termin für die Stichwahl zwischen den Kandidaten der NDC und der NPP der 28. Dezember ausgerufen.

Bis letzten Freitag wurde nochmal so richtig Wahlkampf gemacht, bzw. wurde doch deutlich mehr gegen den Opponenten gehetzt und man selbst schmückte sich mit allem, was man selbst für´s Land getan hat. Wirkliche Programme waren eher rar.
Am Sonntag waren dann die Wahllokale wieder geöffnet, von morgens 7 Uhr bis 17 Uhr.

Da es ja diesmal nur 2 Kandidaten gab, war die Auszählung natürlich einfacher als am 7. Dezember, wo auch das Parlament gewählt wurde.
Dementsprechend schnell gab es die Ergebnisse aus den ersten Wahlbezirken.
Mehrere Webseiten haben Ergebnisse veröffentlicht, die mit fortschreitender Auszählung aktualisiert wurden.
Mit geringen Unterschieden zeichnete sich bei allen ein klarer Trend ab - Vorsprung für Mills/NDC

Gestern irgendwann am Nachmittag dann waren etwa 220 der 230 Wahlbezirke ausgezählt und dann gab es plötzlich keinerlei Aktualisierungen mehr. Es wurde irgendwie sehr ruhig, eine unbefriedigende Ruhe, die ein ungutes Gefühl aufkommen lässt. Es gab keinerlei offizielle Informationen, was der aktuelle Sachstand ist, dafür kamen aufgrund mangelnder nfos haufenweise Gerüchte aller Art auf.

Einzigste Quelle, die noch Neuigkeiten hergab, war ein Forum einer ghanaischen Seite. Und wie es nun mal in Foren, wo jeder schreiben kann, was er will, da ist es sehr schwer, die Perlen aus dem Schweinemist herauszusieben. Im Nachhinein stellten sich einige der Geschichten dort als wahr heraus.
Aber man kann sich vorstellen, wie die gefühle hochkochen, wenn teilweise völlig gegensätzliche Infos in Umlauf kommen, die nicht von offizieller Seite bestätigt oder dementiert werden.
So zog sich das bis in die späten Abendstunden, von der Wahlkommision kam nichts, nicht mal eine Info, was denn nun die Bekanntgabe der letzten Auszählungen und des Endergebnisses so verzögert.
Schon vor der Wahl hatte die Kommision beschlossen, egal, wann das Ergebnis feststeht, es wird nicht abends bekanntgegeben, sondern dann erst am nächsten Morgen.
Also wusste jeder, dass es nun nichts Neues mehr geben wird am Montag abend.
Ausser natürlich wilden Gerüchten und halboffiziellen Nachrichten wie z.B. dass die Polizei vor dem Headquarter der Wahlkommision Warnschüsse abgegeben hat, daraufhin die Armee die Polizei ermahnt hat, Ruhe zu bewahren, denn es gäbe keinen Grund, wegen Demonstranten zu schiessen.

Während all der Warterei ist natürlich viel zeit und Raum für jeden, sich seine Gedanken zu machen und einen Schuldigen am Dilemma zu suchen.
Da sich die Bevölkerung in Ghana wie in vielen anderen afrikanischen Ländern auch aus verschiedenen Stämme zusammensetzt, die sich teilweise alles andere als wohlgesonnen sind, ging es dann schnell mit diversen Drohungen, man solle sich an Rwanda erinnern, viele wollten Blut sehen.
Heute ab morgens war dann wieder warten angesagt.
Wir waren vormittags noch in der Stadt unterwegs, da kam die Info, 12 Uhr wird das Ergebnis bekannt gegeben.
Dann klebt man am Fernseher und es passiert..................nichts!
Gar nichts!
Wieder warten, wieder Gerüchte, wieder Drohungen.
Dann sollte es 14 Uhr werden.
Wieder nichts!
Was zum Teufel macht die Kommission?
Sie hat eine Sitzung mit Vertretern beider Parteien, streng geheim.
Warum?
Was ist der Grund für die Verzögerung?
Wie lange wird es noch dauern?
Doch wieder keine offizielle Information, wieder nur Gerüchte.
In der Stadt hatten mittlerweile alle Banken geschlossen und ihre Leute heimgeschickt.
Dann schlossen die Shops, dann hat Shell seine Tankstellen zugemacht.
Sowas ist natürlich mehr als beunruhigend.
Bekannte wollten eigentlich heute nachmittag zu uns kommen, aber die riefen an und sagten, sie könnten nicht kommen, das einige Strassen gesperrt sind und sie nicht aus ihrem Viertel rauskommen.
Dann sollte es 17 Uhr die Ergebnisse geben.
Wir hatten schon nicht mehr dran geglaubt, aber es stimmte.
Die EC gab die offiziellen Ergebnisse bekannt, deklarierte jedoch keinen der beiden Kandidaten als Gewinner, denn ein Wahlbezirk muss am Freitag nochmals wählen und erst nach Auszählung dieser Stimmen gibt es einen Gewinner.

Für mich bleiben nach diesem offiziellen Statement sehr viele offene Fragen und vor allem Zweifel.

Denn wer einfachste Mathematikkenntnisse sein eigen nennt, kann sich ausrechnen, dass es nicht wirklich Einfluss auf das Endergebnis hat, wenn der Wahlbezirk Tain nochmals wählt.

Hier die Matheaufgabe
Endergebnis vom 28. Dezember

Addo 4,478,411 Stimmen
Mills 4,501,466 Stimmen

Jetzt die Ergebnisse von Tain vom 7. Dezember

Addo 14935 Stimmen
Mills 16211 Stimmen

die übrigen Kandidaten hatten gemeinsam 799 Stimmen

Also bei mir kommt folgendes heraus
Selbst wenn Addo alle Stimmen der anderen Kandidaten aus der 1. Runde bekommt, kann er nicht den Vorsprung von Mills einholen, oder?

Über den Sinn und Zweck dieser Aktion jetzt darf sich nun jeder seine eigenen Gedanken machen.

Wie unbefriedigend diese Situation nun für viele Ghanaer ist, kann man sich vielleicht auch vorstellen, viele reden von Betrug.

Fakt ist, bis mindestens Freitag wird es nicht Neues geben, bleibt zu hoffen, dass die Ghanaer wirklich ein so friedvolles Volk sind, wie es in Reiseführern immer gepriesen wird.

Ausserdem hoffen wir natürlich ganz egoistisch für uns, dass morgen die Strassensperren wieder aufgehoben sind, die Läden geöffnet haben, dass unsere Silvesterparty mit Freunden wie geplant stattfinden kann und um Mitternacht nur Silvesterknaller in den Himmel geschossen werden.

We will see...............

Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht noch etwas hätte, was wohl die europäischen Fernsehsender nicht gezeigt haben über diese friedliche Wahl ;-)

MetroTV 28. Dezember abends




Aber es gab auch "Lustiges" zu sehen, wie diesen Stimmenauszähler


An meine Mama
Erinnerst Du Dich noch, Du hattest mir mal eine Frage gestellt, die ich Dir spontan mit "Ja, das stimmt" beantwortet habe?
Daran musste ich oft in den letzten Tagen denken ;-)
Jetzt bin ich mir noch mehr sicher, dass meine Antwort richtig war ;-)

Aktuelles zur Wahl

Wer sich aktuell für die Ergebnisse zum Run Off interessiert, findet hier die neuesten Zahlen


Die Seite aktualisiert sich alle paar Minuten, wenn neue Wahlbezirke ihre Ergebnisse bekannt gegeben haben

Runde 2 ist eröffnet

heute hat sich nun offiziell bestätigt, dass es am 28. Dezember zur Stichwahl zwischen der NDC und der NPP kommen wird.

Laut Pressemeldungen ist damit auch Wahlkampfsrunde Nummer 2 eröffnet. Mal schauen, wie das nun in den nächsten 2 1/2 Wochen so wird.

Man kann nur hoffen, dass dann die Auszählung ein wenig schneller vonstatten geht, ansonsten stehen die Chancen gut, dass das Ergebnis genau an Silvester bekannt gegeben wird ;-)

Na das kann dann eine Party werden, je nachdem wer gewinnt..........

Genug der Wahl für heute!

Das Leben in Accra läuft mittlerweile wieder ganz normal mit all den alltäglichen Ärgernissen, wie z.B. der übliche Stau in der Stadt. Wir haben es am heutigen "Kurzen" Tag trotzdem in den Orca geschafft und dort einen ganz tollen Topf mit Dünsteinsatz erstanden. Der wird morgen eingeweiht - da werden Knödel drin gemacht, dazu gibt´s Gulasch und Rotkraut.

Julian hat heute aus der Schule sein Werk aus dem Handarbeitsunterricht mitgebracht - ein Lebkuchenhaus. Eigentlich ist es kein richtiges Lebkuchenhaus, in Ermangelung an Lebkuchen sind Wände und Dach aus Pappe und dann mit Zuckerzeugs verziert.


Das Ganze hübsch eingepackt - macht doch was her, oder?



Viel mehr gibt es jetzt nicht mehr zu schreiben, ich liege gerade alleine im Bett und widme mich mal wieder meiner Lieblingsserie mit meinem Lieblingsschauspieler.
Dani ist mit Kollegen auf ein Bierchen unterwegs - Heimkehr ungewiss ;-)

heute nur ganz kurz

Nach dem langen Wochenende war heute mal wieder zeitig aufstehen angesagt, denn die Kinder mussten in die Schule.
Dort haben wir uns erst mal einen Cappuchino im Hüsli bestellt und die neuesten neuigkeiten ausgetauscht, das Thema war natürlich die Wahl.
Bis Ameena zu uns an den Tisch kam, die Tochter einer Lehrerin, und uns ihren Fund präsentierte - ein ganz junges Vöglein.



Ich war sofort total begeistert von dem Teilchen und mit den anderen am Tisch haben wir uns in Artenbestimmung versucht. Wir wissen es nicht genau, aber die Mehrheit tendiert dazu, dass es sich dabei um ein Geierbaby handelt, der hässliche Schnabel spricht einfach dafür.
Es war ein winziges Federknäuel, ich weiss jetzt gar nicht, was aus ihm geworden ist.

Wir sind dann erst mal nach Tema gefahren, dort hatten wir letztens in einem Supermarkt echte Meica Würstchen entdeckt, aber blöderweise nur ein paar Gläser davon mitgenommen. Die waren aber so lecker, richtig knackig, dass wir einfach noch ein paar Gläser mehr auf Vorrat holen wollten.
Wir waren recht flott wieder zurück in Accra und hatten noch Zeit für einen Bummel im Melcom, es gab aber nix besonderes weiter.

Bis zum Nachmittag haben wir auf der Terrasse gesessen und im Internet weiter die Stimmenauszählung verfolgt.

Bis dato ist wohl noch kein wirklich amtliches Ergebnis da, aber laut letzter Meldungen kommt es wohl zur Stichwahl zwischen Nana Akufo Addo und Atta Mills am 28. Dezember

ghana-elections-going-for-second-round

(nicht von der Uhrzeit der Veröffentlichung verwirren lassen, der hat einfach die Uhrzeit bei blogger falsch eingestellt)

noch ein paar Gedanken zur Wahl

Seit mehr als 24 Stunden sind die Wahllokale nun geschlossen, nur in einigen Bezirken gab es Ausnahmen und die Leute konnten (unbestätigten) Meldungen zufolge noch bis heute ihre Stimme abgeben. Zum einen gab es ein paar Probleme mit der Bereitstellungen der Wahlzettel oder aber es herrschte ein so großer Andrang, dass die offiziellen Zeiten nicht ausreichten, dass wirklich jeder willige Wähler abstimmen konnte.
Und auch aus diesen Gründen dauert die Auszählung immer noch an.
Seit heute morgen verfolgen wir auf verschiedenen Seiten im Internet den Fortschritt der Auszählung, das Kopf an Kopf-Rennen zwischen Mills und Addo.

Sogar Christoph hat im Hintergrund immer eine Seite laufen und bleibt damit auf dem neuesten Stand.
Ich durchforste das Internet nach immer neuen Seiten, auf denen irgendwelche News stehen.

Da die meisten Ghanaer Internet nicht so verfügbar haben, holen die sich ihre Infos aus Radio und Fernsehen, wie zum Beispiel unser George. Der war heute tagsüber ziemlich müde, er hatte wohl mit noch ein paar anderen die Nacht vor dem Fernseher durchgemacht.
Denn die Auszählungen wurden mehr oder weniger live übertragen. Aus dem Studio in Accra gab es Telefonschaltungen in die einzelnen Regionen und von dort wurden Ergebnisse durchgesagt. Seit gestern Abend bis jetzt lief nichts anderes und die Menschen hier klebten regelrecht an den Mattscheiben und verfolgten mit positiven, negativen, erstaunten, erfreuten Lautäusserungen den Fortschritt der Auszählung.

derzeitiger Stand auf africaelection Addo 49,04% Mills 48,07%

So, und wenn man jetzt nochmal über meinen Post von gestern und das bis jetzt hier Geschriebene nachdenkt, fällt da etwas auf?

Interesse!

Da ist nichts zu spüren von dem, was man in Deutschland so schön Politikverdrossenheit oder Wahlmüdigkeit nennt. Im Gegenteil, höchstes Anliegen der Ghanaer war es, zur Wahl zu gehen, seine Stimme abzugeben und zu zeigen, dass man damit etwas bewirken will. Und egal für welche Partei man gestimmt hat, man stand hinter seiner Meinung, und steht immer noch dahinter. Schon in den letzten Wochen war die Wahl Thema Nummer 1 im Land, quer durch alle Bevölkerungsschichten. Es wurde debattiert, argumentiert, gehetzt und versucht, zu überzeugen.

Und nun darf man von einer traumhaften Wahlbeteiligung ausgehen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die neue Regierung mit ebensoviel Enthusiasmus auf die Belange der Bevölkerung eingeht, egal ob "Time for Change" oder "We move Forward"

Election 2008

Stell Dir vor, es ist Wahltag und keiner geht hin.............

Also das trifft auf Ghana mal schon auf keinen Fall zu!

Als wir heute kurz unterwegs waren, sind wir an mindestens 3 Wahllokalen vorbeigekommen und an allen standen in langen Schlangen Menschen, die darauf warteten, ihre Stimme abzugeben.
Laut Meldungen im Internet haben in einigen Regionen im Land schon 4 Uhr morgens die ersten Wähler am Wahlpunkt gewartet.

Hier die Warteschlange am Trade Fair


Und hier noch eine Schlange von Wählern


Am Vormittag haben wir George frei gegeben, damit er auch wählen gehen kann. Er musste nicht weit in ein nahegelegenes Hotel.

Hier werden auf die Wahlzettel keine Kreuzchen gemacht, sondern der Wähler setzt seinen Fingerabdruck in das jeweilige Kästchen auf dem Wahlzettel.

Ich habe einfach mal frech heute abend einen im Fernsehen abfotografiert, deshalb die nicht so gute Qualität.


Laut Internet und Presse gab es wohl während der Wahl keine größeren Vorkommnisse, die Auszählungen haben zwar begonnen, aber es gibt noch keine Ergebnisse.
Wie erwartet liegt in der Ashanti Region die NPP vorn, in der Volta die NDC.
Das ist wenig überraschend, interessant sind da eher die ländlichen Gebiete im Norden und Süden.

Gerade im Norden soll ja die NPP massiv Wahlwerbung gemacht haben, mit reichhaltigen Geschenken wie Bikes, Stoffe usw. für die Bevölkerung, meiner Meinung nach hat man da versucht, sich Stimmen zu kaufen. Die Gegenpartei hält nun dagegen, klärt über die Herkunft der Wahlgeschenke auf, dass alles nur geklaut ist und die Leute sollen die Geschenke einfach nehmen und dann aber die andere Partei wählen.

Die Ewe in der Voltaregion beklagen, dass Wahlunterlagen verschwunden wären, dass die Grenzen nach Osten zu wären, damit Ghanaer aus dem angrenzenden Togo nicht zum wählen kommen können.

Die Ashantis kontern, auch die Westgrenzen wären zu, also würde alles fair sein, bezeichnen die Ewe als Parasiten und Kakerlaken, die sich nur von den arbeitsamen, fleissigen guten Ashantis durchfüttern lassen.

Damit driftet das wieder mal in Stammesquerelen ab und der eigentliche Sinn der Wahl rückt in den Hintergrund.

Anhänger der NPP kramen wieder uralte Geschichten über ehemalige Präsidenten der NDC aus, sehr beliebt sind da Rawlings und seine Zeit als Militärdiktator. Dass er danach ausserhalb des Militärs noch 2 Amtszeiten als erster!! demokratisch gewählter Präsident gewonnen hatte, wird dann verschwiegen.
Nicht verschwiegen wird von der NDC, dass der Kandidat der NPP in die Drogengeschichten verwickelt sein soll, die hier seit vielen Monaten immer wieder die Schlagzeilen gestalten.

So wurde hier viel schmutzige Wäsche gwaschen, viele Leichen aus Kellern ausgegraben, nur über konkrete Ziele und Vorhaben herrschte Schweigen. Man beschränkte sich auf Slogan und Phrasen wie

More Jobs for the people
Free education
Free healthcare

Kommen diese Parolen dann auch von der aktuell regierenden NPP, frage ich mich wirklich, warum erst jetzt?
Warum nicht schon in der letzten oder vorletzten Amtsperiode?
Vielleicht waren da die eigenen Taschen noch nicht voll genug ;-)

So, bevor ich mich jetzt hier um Kopf und Kragen schreibe, höre ich lieber auf.
Wer genauer liest, kann sich denken, wen ich mir als Gewinner wünschen würde, warten wir noch ein wenig ab, am Mittwoch sollen die amtlichen Ergebnisse bekannt gegeben werden.
Was mich aber nicht davon abhält, schon vorher ab und an mal hier nachzusehen, ob es was Neues gibt.

Ergebnisse

News


Und noch einmal, einfach der Sicherheit halber:

Alles hier Geschriebene stellt ausschliesslich meine eigene, persönliche Meinung dar!

Dies & Jenes aus den letzten 2 Wochen

Hie mal noch zusammenhanglos ein paar Bilder aus den letzten 2 Wochen.

Julian hat in letzter Zeit seine Vorliebe für´s Malen entdeckt. Fast täglich holt er seine Stifte raus und malt entweder frei Schnauze oder in Ausmalbüchern.

Cleopatra bewacht sein Tun dann gern mal aus nächster Nähe


Am Montag Vormittag waren wir im Shoprite zum einkaufen. Der Rückweg nach Hause führt durch den Tetteh Quarshie Circle, der wie ein Kleeblatt gebaut ist.
Leider mussten wir einen kleinen Umweg fahren, denn eine Abfahrt war gesperrt, da lag ein umgekippter LKW, nebenan im Graben haufenweise Fässer, die ziemlich stark qualmten. Dazu so eine Art Bagger oder was weiss ich, es war ziemlich verqualmt.
Da hat es wohl einen ziemlich schlimmen Unfall gegeben.

Am Nachmittag in der Schule haben wir uns mit ein paar anderen darüber unterhalten. Der Unfall war wohl schon am Sonntag passiert und in den Fässern waren irgendwelche Chemikalien und die sind wohl in Flammen aufgegangen, konnten wohl nicht herkömmlich gelöscht werden, da lässt man die halt in Ruhe ausbrennen. Gerüchten zufolge war das irgendwas mit Chlor, nööö.... gibt auch gar keine Giftgase, wenn der Mist brennt. Ich habe da auch keinen mit einem Atemschutz gesehen und so wirklich weiträumig war das auch nicht abgesperrt.



Ich habe ja bisher noch gar nichts zur morgen anstehenden Präsidentenwahl geschrieben.
Dazu habe ich, wenn ich ehrlich bin, auch nicht wirklich große Lust, jedenfalls nicht vorher, vielleicht lasse ich mich darüber mal aus, wenn der Spuk vorbei ist.

Aber diese Typen hier finde ich recht amüsant.

Der Typ links wirbt für die NDC, der rechts für die NPP. Bemalt in den Farben der jeweiligen Partei laufen sie die Strassen auf und ab, sammeln Spenden und machen dabei die jeweiligen Handbewegungen für das Motto der Partei.
Die NPP wirbt mit "We are moving forward" (Wir bewegen uns nach vorn), die Hände gerade, abwechselnd nach vorn gestreckt.
Der Slogan der NDC "Time for Change" (Zeit zu wechseln), die Hände kreisen umeinander - genauso, wenn ein Trainer am Spielfeldrand einen Spielerwechsel signalisiert ;-)

Und wenn wir dann mal im Stau stehen, die Fenster offenhaben und "Play it Alive" von Safri Duo hören, dann tanzt einer von denen schon mal dazu ;-)
Eigentlich schade, wenn die ab morgen nun nicht mehr das Strassenbild auflockern.......

Last but not least..............


Französisch in 3 Wochen?
Einfach Mister Hoffnung anrufen
;-)

Donnerstag, 06.11. - ich bin wieder mobil

Die Generalüberholung unseres Autos hat dann mal doch etwas länger gedauert, aber am Dienstag gegen mittag hatte ich es dann endlich wieder. Alpha hat es aus der Werkstatt mitgebracht, inklusive der Rechnung. Hat zwar einen ganzen Batzen gekostet, aber trotzdem war es nicht so viel, wie wir gedacht hatten.
Der Wagen ist ja auch nicht mehr der Jüngste, als wir ihn vor knapp 3 Jahren gekauft hatten, sind wir von einer Dauer von etwa 3 Jahren ausgegangen, was er noch halten muss. Damals konnte ja noch keiner ahnen, dass wir uns hier so lange festsetzen - normal wären wir in 5 Monaten ja schon wieder nach Deutschland zurückgegangen.
Soll unser Baby jetzt nochmals 3 1/2 Jahre durchhalten, muss man eben mal was investieren.

Da ich ja nun wieder unabhängig war, stand gestern einem Bummel über den Makola nichts mehr im Weg. Bettina war nicht so gut drauf und hat sich kurzfristig ausgeklinkt, so bin ich mit Martina alleine losgezogen.
Wir waren beide auf der Suche nach Stoff. Martina wollte etwas Stoff für Tischdecken, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass Dani und ich mal wieder neue Hemden im Partnerlook brauchen.
Nachdem wir fündig geworden waren, war es Zeit für etwas kühles zu trinken und ein Schwätzchen. Auffällig war, dass die Ghanaer in heller Freude und Aufregung über den Wahlsieg von Obama waren. Und alle Weissen waren automatisch Für sie Amerikaner und es war klar, dass wir auch alle Obama gewählt hatten. So nachdem 15ten, der mich zu "meinem" neuen Präsidenten beglückwünscht hatte, war es mit zuviel und ich habe gesagt, dass ich erstens keine Amerikanerin bin und zweitens, wenn ich eine wäre, hätte ich McCain gewählt.
So, bätsch - die haben nur noch lange Gesichter gemacht ;-)

Seit gestern gibt es dann auch alle Arten von Obama-Fanartikeln zu kaufen. Basecape, Autoaufkleber, Bücher, Tücher, Poster, was immer man will.

Naja, mein Glückwunsch geht an McCain, weil ihm jetzt erspart bleibt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen ;-)

Genug der Politik, wir haben uns hier um Wichtigeres zu kümmern - z.B. die schulischen Belange unserer Kids.
In dieser Woche hat der Headmaster und die Klassenlehrerin den Bewertungsbogen für Chris ausgefüllt, mit dem er sich in der Lincoln bewerben muss.
Er hat die meisten Punkte mit überdurchschnittlich bewertet bekommen, abgesehen von Eigenschaften, die Verständnis, Einfühlungsvermögen usw. betreffen ;-)
Naja, wir kennen ihn ja, er ist halt manchmal etwas unbedacht, aber das ist okay so.

Ach ja, er übrigens Dienstag und Mittwoch erst mal krank gemacht. Dienstag morgen ging es ihm nicht so gut, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, aber kein Fieber. Zur Sicherheit sind wir erst mal zum Botschaftsarzt, um einen Malariatest zu machen. Der Test war negativ, aber die Schwester meinte, wir wollten trotzdem zum Arzt mit ihm, da einige Werte nicht so gut sind. Der Botschaftsarzt selbst war nicht da, also sind wir zu Frau Dr. Darko und die hat ihm leichte Probleme mit den Nebenhöhlen bescheinigt. Jetzt hat er Tabletten bekommen und wir haben ihm noch was zum Lösen des Schleims gegeben.
Heute war er soweit wieder fit und ist in die Schule, nur Sport und Schwimmen fällt diese Woche noch aus.

Gestern Abend war dann Elternabend in der Klasse von Philipp. Und wenn man da nicht wirklich unangenehme Neuigkeiten über sein Kind erfährt, kann man ihn dann auch als erfolgreich gelaufen bezeichnen.
Da die Babysitterin eh schon bezahlt war, sind wir danach noch einen Happen essen gegangen und waren gegen 21 Uhr wieder zu Hause.

An irgendeinem Nachmittag diese Woche waren wir nochmals unterwegs, um eine neue Steckdose für die Küche zu besorgen. Während Dani die Shops abgeklappert hat, habe ich das Treiben in dem Cold Store beobachtet, vor dem wir geparkt hatten.
Die haben da gerade neue "frische" Ware bekommen. Die Kartons, die da aus dem Auto geladen wurden, waren aussen nass, also nehme ich mal an, dass die vor dem Transport irgendwie aus einem Kühlhaus kamen.
Nur blöd, wenn das dann nicht in einem Auto mit Kühlung transportiert wird.

Aber anscheinend muss es doch für Ghanaer recht kalt gewesen sein, man beachte die Skihose!


Dass man es hier mit dem hygienisch einwandfreiem Umgang mit Lebensmitteln eh nicht so genau nimmt, konnte man dann sehr gut beobachten, als eine Frau kam und in diesem Shop Hühnchen (halb angetaut oder halb gefroren oder ehemals gefroren - ich weiss es nicht genau, es waren Hühnerteile, in Klumpen zusammengepappt) kaufte.

Auf der nicht wirklich sauberen Waage werden die Klumpen abgewogen



Und dann in die obligatorischen schwarzen Tüten gesteckt, zwischendurch kurzzeitig auf diesem hygienisch nicht ganz einwandfreiem , rauhen Holztisch gelagert.

Mahlzeit!



Aber was den Einkauf von gefrorenen Waren angeht, kann man sich nirgendwo sicher sein.
heute war ich im Shoprite, mal wieder einen Großeinkauf machen. Dort hatte ich letztens, sogar für bezahlbares Geld, im Frost Lobstertaschen gesehen. Das sind kleine Teigtaschen, gefüllt mit Gemüse und Hummer. Davon wollte ich ein paar Päckchen mitnehmen, das ist mal ein schneller Snack mittags. Aber es fühlte sich alles irgendwie etwas weich an. Ich habe einfach mal eine Packung aufgemacht und drin war alles aufgetaut. Einer der Regalauffüller fragte, ob es ein Problem gäbe, da hab ich ihm gleich mal gesteckt, dass hier wohl der Inhalt der ganzen Gefriertruhe aufgetaut war und einiges in seiner Verpackung auch nicht mehr wirklich gut aussah. Da ich nun aus dem Frost eh nix mehr kaufen wollte, habe ich die mittlerweile 3 Regalauffüller mit ihren ratlosen Gesichtern einfach stehen lassen und zur Sicherheit die ganze Abteilung mit Frischwaren aller Art links liegen lassen.
Durchfall mit Ansagen muss nicht sein ;-)
Nachdem dann an der Kasse 2 mal kurz der Strom ausfiel, es kurz dunkel wurde, wieder hell, wieder aus und dunkel, kann ich mir auch vorstellen, dass sowas eine offene Gefriertruhe nicht ewig aushält.

Heute nachmittag hat Alpha dann die Kinder alleine aus der Schule geholt. Dani und ich sind nochmal fix los, um einen neuen Wasserfilter zu kaufen. Unserer hatte wohl irgendwo ein kleines Leck, deshalb stand die Küche immer mal unter Wasser.
Heute früh gab es Kaffee mit nicht gefiltertem Wasser, Dani musste auch ein paar Mal öfter zur Toilette als normal ;-)

Apropos dreckiges Wasser.
Seit Monaten kommt ja nix mehr aus der Leitung, wir befüllen unsere Tanks mittels Wassertankern. Nach ziemlich Hinterherrennerei wurden wir in letzter zeit eigentlich immer recht regelmässig einmal pro Woche beliefert.
Letzte Woche aber hatte man uns wohl vergessen und die Tanks waren fast leer. Da die Tanks ziemlich verdreckt waren, am Grund alles schlammig, hatten wir beschlossen, über´s Wochenende sparsam zu sein, Montag morgen sollte George dann den letzten Rest rauslassen und die Tanks von innen säubern. Dann sollte gegen Mittag ein Tanker neues Wasser bringen. Wir hatten die Hoffnung, dass nach dem Reinigen dann auch das Summen in den Zähnen nach dem Zähneputzen aufhört ;-)
Doch wie es nun mal so ist, wenn man aus der Not eine Tugend macht, auch da macht wieder jemand einen Strich durch die Rechnung!
Montag morgen, 6.30 Uhr, teilte George uns mit, dass vor etwa einer Stunde der Tanker da war und alle Tanks mit Wasser randvoll gemacht hat, das hätte ihm unser Nachtwächter übermittelt. Klasse, beim Befüllen wird der Dreck am Boden nochmal so richtig aufgewirbelt und kann sich so richtig gleichmässig im ganzen Wasser verteilen ;-)

Nun ja, ich bin mir ganz sicher, man wird uns wieder mal vergessen zu beliefern und dann haben wir vielleicht wieder mal die Chance, uns wenigstens vorzunehmen, die Tanks zu reinigen ;-)

So, und jetzt noch was in eigener Sache - bitte keine Hemmungen haben, mal einen Kommetar oder einen Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen - dann weiss ich, dass ich mir hier nicht umsonst die Finger wund tippe ;-)

Sonntag, 02.11. - Suche nach dem perfekten Strand Teil 2

Da Ghana rund 550 km Küste hat, müsste man annehmen, dass sich da ein schönes Plätzchen findet, um einen schönen Strandtag zu verbringen.

Die uns bisher bekannten Beachresorts wie Bojo Beach oder Till´s waren zu oft enttäuschend durch steigende Preise, sinkenden Service, zu wenig Ruhe und zuviel Müll.

Deshalb sind wir heute mal zur Erkundung Richtung Osten gefahren, nach Tema und dem Hafen muss es laut Google Earth auch noch schönen Sandstrand geben.

Um die Ortschaft Prampram waren auch einige Resorts ausgeschildert und die haben wir uns einfach mal angeschaut.
Zumindestens diejenigen, wo man nicht schon nur zum Schauen Eintritt bezahlen muss.
Aber wenn das Resort einen halbwegs ordentlichen Eindruck gemacht hat, dann war der Strand sehr steinig oder aber der Strand ist sehr ruhig, dafür war das Resort nicht mehr bewirtschaftet und demzufolge vermüllt.

Aus der Ferne sah mal alles nicht schlecht aus


Dani hat mit Julian und Philipp näher erkundet


Ich habe derweil genauer den Müll im Meer dokumentiert


Da mag man nun wirklich nicht drin baden.
Ich weiss nicht, was so schwer daran ist, so ein kleines Resort ordentlich zu bewirtschaften. Es braucht doch nicht wirklich viel dazu, Reichlich Getränke, eine Handvoll einfache Gerichte und kleine Hütten als Sonnenschutz. Nimmt man nur gerichte, die auf dem Grill zubereitet werden können, dann kann man sogar auf einen Stromanschluss verzichten, das würde Strandbesuchern dann sogar die laute, scheppernde Musik ersparen.

Aber da unterscheiden sich unsere Vorstellungen von einem Strandtag dann wohl zu sehr von denen der Ghanaer.

Na jedenfalls haben wir den Plan "Tag am Strand" erst mal wieder aufgegeben.

Ach ja, bevor Fragen aufkommen, sicher gibt es an Ghanas Küste Flecken, die unseren Vorstellungen entsprechen, nur leider sind die dann ziemlich weit von Accra entfernt und man müsste der Entspannung halber schon eine Übernachtung einplanen.
Uns ging es einfach um einen Tagesausflug und da ist in Reichweite von Accra eben alles zu vermüllt, zu laut und zu bevölkert.

Auf der Heimfahrt haben wir dann in Accra eine echt schmucken LKW gesehen.
keine Ahnung, was der für einen Unfall hatte, aber das Fahrerhaus war total demoliert, die beiden Beifahrer mussten leicht geduckt sitzen, weil alles so eingedellt war ;-)

Die Qualität des Fotos ist nicht so prall, hab es nach hinten raus aus den Auto durch die Scheibe aufgenommen.

Sonntag, 26.10. - mit April am Ocean

Da ja gestern nur schon mal partymässig bei Nachbars aufgebaut wurde, gingen wir mal schlimmstenfalls von kopfschmerzverursachender Beschallung aus und haben beschlossen, irgendwo an den Ocean zu fahren und diesmal April mitzunehmen.
Einfach ein bischen laufen, die Kids können Steine und Muscheln suchen, das macht denen auch Spass. Es muss nicht immer baden sein.

Aber es ist gar nicht so leicht, da ein geeignetes Plätzchen zu finden. Entweder sind es bewirtschaftete Beachressorts, da kommt es nicht so gut, seinen Schäferhund entlangrennen zu lassen. Oder es ist ein Dorf, da kommt spazieren auch nicht so gut. Oder aber es ist alles so dermassen vermüllt, da will man barfuss nur mit Badeschlappen sicher nicht reintreten.

Aber für den Anfang tat es auch die steinige Küste in Teshie, April ist da eh noch die Schissbüchse zu groß. Hätte sie ´ne Hose angehabt, hätte sie sich da reingemacht ;-)
So kann sie sich aber mal ans Autofahren gewöhnen und irgendwann nehmen wir sie mal mit weiter nach westen, wo es richtig schöne Sandstrände gibt.
Das war nur zu weit zu fahren für nur einen Nachmittag.




Als wir gegen 17 Uhr wieder daheim waren, hämmerte nebenan wie erwartet Musik. Vorn auf der Terrasse war es zu ertragen, im Haus war es um einiges lauter zu hören, da muss man schon mal schreien.
In der Küche beim Kochen hat man dann sein eigenes Wort nicht mehr verstanden.
Aber überraschenderweise war gegen halb 7 Schluss, die Musik ging aus und blieb auch aus.
Man erschrickt erst mal bei so plötzlicher Stille.
Wir haben dann mal oben aus dem Fenster geillert, es wurden die Tische abgeräumt, ein paar Gäste sassen noch und die hatten es noch in sich. Das waren vielleicht 6-8 Männer, die haben krakeelt wie eine Horde Hooligans, recht angetrunken haben die immer wieder eine zeile aus irgendeinem Lied gesungen. Dazu dann ein paar kreischende Weiber, die hellauf von dem Gesang begeistert waren.
Nachdem die dann noch auf der Strasse ein paar Silvesterknaller (die gibt es schon seit ein paar Tagen zu kaufen) gezündet hatten, herrschte dann endlich wieder die gewohnte Stille in der Strasse und wir konnten uns gemütlich zum Serie schauen zurückziehen (bei uns läuft zur Zeit "Band of Brothers").

Apropos Party - gestern kam unserer anderer Nachbar vorbei, der Doc, der auch sehr gut deutsch spricht. Und der hat uns schon mal zu seiner alljährlichen Party am 2. Weihnachtstag eingeladen. Und da gehen wir doch gern wieder hin.

Samstag, 25.10. - Wo gibt´s ´ne Schraube? - Auf dem Makola!

Egal, was man hier sucht und welchen Ghanaer man fragt, wo man es denn bekommen könnte - die Antwort ist zu 99% immer die selbe.

Auf dem Makola!

Also fragen wir mittlerweile gar nicht mehr, sondern fahren gleich dahin.
Und im Gegensatz zu anderen hier tun wir das auch schon mal zu Zeiten mit dem meisten Trubel.
Da macht es doch erst richtig Spass ;-)

So wie am Samstag vormittag, wenn Langers ein paar Schrauben brauchen.





Ein anderer grund, zum Samstag das Haus zu verlassen, war das, was wir schon morgens beim Aufstehen in Nachbars Garten gesichtet hatten - Pavillions und jede Menge Tische und Stühle.
So etwas bedeutet immer Party, und damit haben wir hier schon recht nervige Erfahrungen gemacht. Das kann dann schon mal von vormittags 11 Uhr bis nach Mitternacht dauern, mit einen Repertoire von nur 5 verschiedenen Liedern, die dann über 14 Stunden in der Endlosschleife in miesester Qualität aber dafür mit voller Lautstärke dudeln.
Aber am Samstag rührte sich bis auf geringes Stühlerücken nichts mehr.
Einerseits war das erfreulich, andererseits hatten wir es so noch vor uns.
Aber dazu gleich mehr...........