Posts mit dem Label About Us werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label About Us werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Wolfsheim Kein Zurück

Es geht kein Weg zurück.

Weißt du noch, wie's war?
Kinderzeit - wunderbar:
Die Welt ist bunt und schön.
Bis du irgendwann begreifst,
Dass nicht jeder Abschied heißt,
Es gibt auch ein Wiedersehen.

Immer vorwärts. Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon.
Was getan ist, ist getan.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.

Es geht kein Weg zurück.
Es geht kein Weg zurück.

Ein Wort zuviel im Zorn gesagt,
Einen Schritt zu weit nach vorn gewagt:
Schon ist es vorbei.
Was auch immer jetzt getan,
Was ich gesagt hab, ist gesagt.
Und was wie ewig schien, ist schon Vergangenheit.

Immer vorwärts. Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon.
Was getan ist, ist getan.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.

Ach, und könnte ich doch
Nur ein einziges Mal
Die Uhren rückwärts drehen.
Denn wie viel von dem,
Was ich heute weiß,
Hätte ich lieber nie gesehen.

Es geht kein Weg zurück.
Es geht kein Weg zurück.
Es geht kein Weg zurück.

Dein Leben dreht sich nur im Kreis.
So voll von weggeworfener Zeit.
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her.
Du willst noch leben, irgendwann.
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.

Immer vorwärts. Schritt um Schritt.
Es geht kein Weg zurück.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Die Zeit läuft uns davon.
Was getan ist, ist getan.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.

Ach, und könnte ich doch

Immer vorwärts. Schritt um Schritt.
Nur ein einziges Mal
Es geht kein Weg zurück.
Die Uhren rückwärts drehen.
Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.
Denn wie viel von dem,
Die Zeit läuft uns davon.
Was ich heute weiß,
Was getan ist, ist getan.
Hätte ich lieber nie gesehen.
Und was jetzt ist, wird nie mehr so geschehen.

Melde mich ab!

Wir verlassen die Stadt und machen ein paar Tage blau ;-)

Drückt uns die Daumen, dass das Wetter aushält

und wir keinen Regen in der

Hide Out Lodge

haben!

Bis Donnerstag........

alles, was nichts mit der Wahl zu tun hat ;-)

Es ist ja nicht so, dass es ausser der Wahl gar nichts anderes gibt.

Da wären zum einen unsere Bemühungen um Nachwuchs.
Keine Angst, es geht dabei um April ;-)
Schon seit Oktober warten wir, das dass Fräulein endlich soweit ist, ich hatte mit dem Hundeführer unserer Wachfirma verabredet, dass einer seiner Schäferhunde mal "ran darf".
Und heute war nun Tag X. Wir haben April ins Auto gepackt und haben sie bei Secpoint abgeliefert. "Omega" meinte, wir sollen sie einfach bei ihm lassen, er will den Hunden Zeit geben, "es" zu tun.
Am frühen Nachmittag rief er an und meinte, die beiden wollen nicht. Er hätte es ja am liebsten mit einem Rottweiler versucht, aber wir wollen doch lieber einen Schäferhund als Papa.
Nun, leider war das heute nichts, also hat er jemanden losgeschickt, uns unsere April wiederzubringen. Wir waren da sehr froh drüber, wir hatten nämlich nicht wirklich Lust, bei der angespannten Lage nochmal ausser Haus zu müssen, um sie abzuholen.
Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und Omega hat noch einen anderen Rüden, der es morgen dann probieren darf.

Schaun mer mal.............

Tja, dann gab es letzte Woche mal wieder Personalwechsel.
Kristin gehört nun der Vergangenheit an, warum, wieso, weshalb mag ich jetzt nicht hier schreiben, vielleicht später mal.

Aber wir haben schon seit gestern wieder Ersatz für sie, diesmal mit etwas alt bewährtem - Bless ist wieder da!
Seit ein paar Monaten haben wir telefonisch Kontakt und ich habe sie einfach letztes Wochenende angerufen und gefragt, ob sie einen Job hat, wenn nicht - sie ist willkommen bei uns.
Sie macht jetzt ihr eigenes Bussiness, kauft und verkauft Klamotten auf dem Makola, allerdings nur Samstags. Da bleibt genug Zeit, Montag bis Freitag bei uns zu arbeiten.
Gestern hat sie nun wieder angefangen, heute hatte sie eine Freundin zum helfen dabei, die sie dann allerdings selbst bezahlt.

Mir hatte es schon ein wenig gegraut, ohne Hilfe im Haus und dann morgen unsere Silvesterparty. Aber mit Bless klappt das ganz gut, sie hilft beim vorbereiten, Geschirr spülen und vorallem beim Putzen jetzt im Haus.

Denn noch ein Gast ist angekommen - viel früher als erwünscht - der Harmattan.

Überall, drinnen und draussen ist hat sich wie von einem Tag auf den anderen der Staub breitgemacht, die Luft ist trübe und die Sonne sieht tagsüber aus wie der Mond, wenn er nicht untergehen will.
Die Luft ist trocken, daher kommt wohl auch mein Reizhusten, meine Schuppenflechte kommt wieder hervor und die Hände fühlen sich jetzt immer noch klebriger an als sonst, nichtmal Händewaschen hilft dagegen.

Nun gut, morgen werden wir dann erstmal wie geplant unsere Party vorbereiten und dann hoffentlich mit viel Spass ins neue Jahr feiern.
Wir wünschen

allen Verwandten, Bekannten,

Freunden, Lesern dieses Blogs

wunderschöne und besinnliche

Weihnachtsfeiertage!


Runde 2 ist eröffnet

heute hat sich nun offiziell bestätigt, dass es am 28. Dezember zur Stichwahl zwischen der NDC und der NPP kommen wird.

Laut Pressemeldungen ist damit auch Wahlkampfsrunde Nummer 2 eröffnet. Mal schauen, wie das nun in den nächsten 2 1/2 Wochen so wird.

Man kann nur hoffen, dass dann die Auszählung ein wenig schneller vonstatten geht, ansonsten stehen die Chancen gut, dass das Ergebnis genau an Silvester bekannt gegeben wird ;-)

Na das kann dann eine Party werden, je nachdem wer gewinnt..........

Genug der Wahl für heute!

Das Leben in Accra läuft mittlerweile wieder ganz normal mit all den alltäglichen Ärgernissen, wie z.B. der übliche Stau in der Stadt. Wir haben es am heutigen "Kurzen" Tag trotzdem in den Orca geschafft und dort einen ganz tollen Topf mit Dünsteinsatz erstanden. Der wird morgen eingeweiht - da werden Knödel drin gemacht, dazu gibt´s Gulasch und Rotkraut.

Julian hat heute aus der Schule sein Werk aus dem Handarbeitsunterricht mitgebracht - ein Lebkuchenhaus. Eigentlich ist es kein richtiges Lebkuchenhaus, in Ermangelung an Lebkuchen sind Wände und Dach aus Pappe und dann mit Zuckerzeugs verziert.


Das Ganze hübsch eingepackt - macht doch was her, oder?



Viel mehr gibt es jetzt nicht mehr zu schreiben, ich liege gerade alleine im Bett und widme mich mal wieder meiner Lieblingsserie mit meinem Lieblingsschauspieler.
Dani ist mit Kollegen auf ein Bierchen unterwegs - Heimkehr ungewiss ;-)

Mittwoch, 12.11. - diverses Grünzeug

Dani war gleich heute morgen erstmal mit dem Besorgen von Wasser beschäftigt. Zum Glück sind die Befüllstationen wieder offen und es blieb ihm erspart, zu oft zu fahren, nachdem er mit dem zweiten Tank daheim ankam, war der Wassertanker da und hat unsere Tanks wieder randvoll gemacht.

Chris kämpft immer noch mit seinen Nebenhöhlen, aber wir hatten für heute 9 Uhr eh einen Termin bei Frau Dr. Darko für einen Gesundheitscheck-up. Den muss er vorlegen, wenn er sich als Schüler bei der Lincoln bewerben will.

Morgen bleibt er noch zu Hause, dann ist es hoffentlich auskuriert.
Da dieser Arztbesuch dann doch den ganzen Vormittag in Anspuch nahm, musste ich das Einkaufen auf nachmittags verschieben, denn Julian und Philipp hatten viertel nach zwölf Schule aus.

Es gab nicht wirklich viel einzuholen, das habe ich gleich im Koala erledigt. Gleich in der Nähe hat ja Lucy ihren Shop, dort konnte ich heute auch unsere neuen Hemden abholen. Die werden jetzt erst mal gewaschen und am Samstag wird Premiere getragen.

Heute abend war dann mal wieder gemeinsamer Rundgang im Garten angesagt. Wegen chronischem Wassermangel war natürlich nichts mit großartig Ackerbau. Das heisst aber nicht, dass unser Garten verdorrt wäre ;-) Ein bissel schön soll es schon sein.


Da blüht z.B. Philipp sein Ziehkind - eine Wicke aus Deutschland ;-)


Ziemlich mickerig allerdings unser Blumenkohl - naja, war ein Versuch wert


Keine Probleme gibt es mit dem Cocoyam, wie auch, ist einheimisch.
Die Ghanaer stehen unheimlich auf die Wurzel der Pflanze, ist hier ein Grundnahrungsmittel. Viel mehr nutzen sie von dem Gewächs auch nicht. Dabei birgt diese Pflanze die Lösung unserer Spinatversorgungsprobleme in sich. Aber da sind wir erst jetzt vor Kurzem draufgekommen, mehr oder weniger durch Zufall. Die teilweise wirklich riesigen Blätter sind nämlich der beste Spinatersatz den es geben könnte. Wenn mal nicht sogar noch einen Tacken leckerer ;-)

Einfach von den Blättern die groben Adern rausschneiden, alles klitzeklein schnippeln und dann wie gewöhnlichen Spinat zubereiten, wie man es halt mag mit Zwiebel, Pfeffer, Salz und natürlich dem "Blubb".

So schaut eine normale Pflanze aus


An guten Standorten und mit guter Wasserversorgung gibt es dann Blätter in dieser Größe


Da kann sich jede Hausfrau, die schon mal frischen Spinat zubereitet hat, ausmalen, um wieviel einfacher und schneller es mit dieser Größe geht.

Und bei unserem Rundgang heute Abend haben wir beschlossen, trotz Wassermangel den Cocoyamanbau auszudehnen, denn wir haben die perfekten Stellen gefunden, wo es immer Wasser gibt - direkt auf den Betten rund ums Haus herum unter den Klimaanlagen.
Denn wenn die nachts laufen, entfeuchten die ja auch die Luft und dieses Wasser läuft aussen einfach runter auf den Boden. Dort ist es immer feucht und die Stellen sind allzeit schön grün.
George wird morgen die Order bekommen, das Grünzeug, was jetzt dort wächst (irgendwelche Bodendecker, die man in Deutschland oft auf Friedhöfen findet) fliegt raus und dann kommt der Yam da rein.
Damit wäre die Versorgung mit Spinat der Familie Langer sichergestellt.

Und bevor Fragen aufkommen: Ja, es gibt Tiefkühlspinat, hundeteuer und geschmacklich nicht der Brüller. Frischen Spinat gibt es auch, aber den zu putzen und zu lesen, würde für uns 5 Mann sicher einen halben Tag dauern.


Jetzt gibt es mal zur Abwechslung etwas positives über einen unserer Angestellten, bzw. indirekt Angestellten, denn er arbeitet ja für die Wachfirma Secpoint und ist halt für unser Grundstück eingeteilt. Und das seit mittlerweile 1 3/4 Jahren. Adama ist zuverlässig, freundlich, hilfsbereit und schläft nachts nicht - jedenfalls haben wir ihn noch nicht dabei erwischt ;-)

Hier ist er heute abend bei seinem stündlichen Rundgang


Also es gibt bei uns auch länger Beschäftigte, aber wie es nun mal so ist, man schreibt doch eher mal über die negativen Seiten, als ab und an mal das Positive zu berichten - ich fühle mich ertappt ;-)

Dienstag, 11.11. - um 11.11 Uhr waren wir wieder flüssig ;-)

Heute morgen habe ich natürlich hoffnungsvoll auf den Wassertanker gewartet - leider umsonst. Als ich von der Schule heimkam, stand ein paar Häuser weiter in unserer Strasse gerade einer von einer anderen Company und lieferte Wasser, also ging ich davon aus, dass unser Tanker nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ein Anruf bei Dani brachte allerdings die ernüchternde Erkenntnis, dass es heute wieder kein Wasser gibt. Ich wollte zwar noch schnell den Tanker bei uns in der Strasse abfangen und fragen, ob er nochmal voll wiederkommen könnte, aber damit war ich zu spät dran.

Nun ja, das war dann der Zeitpunkt, an den man Nägel mit Köpfen machen muss.
Entweder man vertut seine Zeit weiter damit, andere auf gut deutsch gesagt am A**** zu lecken und hinterherzurennen oder man baut sich seine eigene Wasserversorgung auf.

Dazu braucht es erst mal Bargeld und dieses bekommt man auf der Bank.
Zuerst waren wir sehr erstaunt, als uns die gute Frau einen Kurs von 1,76 nannte, es stellte sich aber schnell heraus, dass sie die Währung verwechselt hatte und beim Britischen Pfund geschaut hatte. Für einen Euro gab es "nur" 1,44.

Dann ist Dani los, einen kleinen Tank zu kaufen, der hinten auf den PickUp draufpasst.

Zu Hause wurde der dann auf der Ladefläche fest installiert.

George, Alpha, Dani



So ausgestattet ging es dann zur nächsten Wasserstelle, die noch Wasser hatte. Schlauch in den Tank und vollplätschern lassen.


Mit knapp einer Tonne Wasser wieder heim und mittels einer selbstgebastelten Rohrleitung wird das Wasser dann in unsere großen Tanks gepumpt.


Rein zeittechnisch war es heute 2mal möglich, Wasser zu holen, für heute reicht das erstmal, um die Toiletten mal wieder durchzuspülen, eine Waschmaschine laufen zu lassen und abends zu Duschen und mal wieder Haare zu waschen.

Die Bohrstelle liegt recht nah am Ozean, deshalb ist das Wasser leicht salzig. Zum Kaffeekochen und Zähneputzen steht ein Karton mit Mineralwasser in Flaschen bereit.

Morgen fährt Dani wieder los, um die Tanks zu füllen, immerhin passt in unsere großen Tanks das 12fache von dem kleinen, der auf dem PickUp ist. Das muss man also nach und nach machen, ist hier nicht zu schaffen auf die Schnelle.

Aber in den 1 1/2 Tagen ohne Wasser im Haus merkt man erst mal, wie wichtig es ist, welches zu haben. Vor allem wenn das Leben darauf ausgerichtet ist, eben so wie das eines ganz normalen Europäers mit Waschmaschine, Klospülung usw..........

Und es geht auch nichts über eine richtige Dusche - aus dem Duschkopf, nicht aus der Flasche ;-)

Sonntag, 09.11. - die Geschenke hängen

Heute sollte ein ganz ruhiger Tag werden, wir wollten nur am Vormittag in Danis Büro, um seine Geburtstagsgeschenke dort aufzuhängen.

Schon seit langem hat er bei jedem Besuch auf dem Kunstmarkt am Tetteh Quarshie durchblicken lassen, dass ihm da einige Bilder von einem Künstler namens NASH sehr gut gefallen. Die gibt es in einem Shop bei einem ganz netten älteren Mann, bei dem ich auch schon viele Mitbringsel gekauft habe. Und bei unserem letzten Besuch dort haben wir einfach 3 von seinen Bildern gekauft.
Damit haben wir heute Danis Büro etwas freundlicher gestaltet.

2 kleinere


und ein größeres


Danach haben wir für´s Abendessen Bratwürste, Zwiebeln und Kartoffeln geholt, damit war das Tagwerk für heute dann auch erledigt und relaxen auf der Terrasse war angesagt.

Deshalb gibt es über den heutigen Tag auch nicht mehr viel zu schreiben und ich kann mal als Lückenfüller ein bischen die Werbetrommel rühren.

Viele kenne sicher die Webseite stayfriends.de (ich will die nicht verlinken, weil das nicht die Seite ist, die ich bissel bewerben will)
An sich eine gute Sache, ich bin dort auch angemeldet und habe ein paar Leute in meiner Freundesliste stehen. Leider ist diese Seite dann doch eher nicht dazu geeignet, mit den Leuten auch Kontakt zu halten, denn man kann zwar jedem Nachrichten schicken, allerdings kann der die dann nur lesen, wenn er für ein Schweinegeld Premiummitglied ist. Und das bin weder ich noch die meisten meiner Freunde.
Wir kriegen nun jedesmal, wenn wir eine Nachricht öffnen wollen, das tolle Angebot, zu bezahlen. Nein, danke!

Vor etwa 3 Wochen hat mich mein Schwesterherz auf eine Seite aufmerksam gemacht, die das gleiche Prinzip verfolgt, man sucht nach alten Bekannten und man wird sogar reichlich fündig.
Und vorallem - es kostet nix, man kann Nachrichten verschicken, alle Infos lesen, die derjenige in seinem Profil hinterlassen hat und über eine umfangreiche Suche kann man nach Namen, Orten, Hobbies, Geburtsdaten und anderem mehr suchen.
Deshalb will ich das hier mal noch etwas bekannter machen, schaut doch einfach mal rein bei

Wer kennt Wen?

Viel Spass beim Stöbern!


Happy Birthday!

Aber bevor ich verrate, wer Geburtstag hatte, muss ich erst mal gestern nachholen.

Zwei unserer Kinder hatten schon angekündigt, dass sie Freitag auf Samstag bei Freunden übernachten wollen, ich war abends mit Bettina und Martina zum essen verabredet, also hatte Dani mit Julchen einen "Männerabend" geplant.
Die Nummer mit Gogo-Girls fand Julian nicht besonders reizvoll, also haben sich die beiden dann geeinigt, gemeinsam Spiderman anzuschauen ;-)

Gegen 19 Uhr kamen dann Martina und Bettina und wir sind gemeinsam los.
Wir hatten vor 2 Wochen in Osu ein neues libanesisches Restaurant entdeckt und das wollten wir mal testen.

Ein paar der Gerichte in der Karte kannten wir, einiges war uns nicht so geläufig, also haben wir beim Kellner nachgefragt, aus was die einzelnen Gerichte so zubereitet sind.
Der konnte uns aber nicht wirklich weiterhelfen, kannte sich absolut nicht aus, aber er hat uns einen von den Libanesen an den Tisch geschickt. Den haben wir dann ausgiebig befragt und er hat uns genauso ausgiebig Auskunft gegeben. Bei einem Gericht hat er angefangen, zu erklären, was drin ist und wie es zubereitet wird, plötzlich winkt er ab, rennt weg und kam kurz darauf wieder mit einem kleinen Tellerchen und hat jeder von uns einen Happen in den Mund geschoben zum kosten.
Das nenne ich mal Service! Und weil es lecker war, haben wir es gleich bestellt ;-)

Neben uns am Tisch sass ein ghanaisches Pärchen und der Mann hatte auf seinem Handy als Klingelton eine Klospülung, als sein Telefon klingelte, haben wir alle gleichzeitig ganz blöde rübergeguggt und dann gelacht, als er sein Handy aus der Tasche holte.
Als wir gehen wollte, haben wir ihnen so zugenickt als gruß und er fragte "Are you germans?
Wir nickten und ich konnte mir eine Frage nicht verkneifen - "Are you Ghanaian?
Da musste er dann laut lachen. Er erzählte, dass er vor kurzem in Hamburg war, Martina meinte "Oh, it´s near to my hometown"
Da musste ich gleich loswerden "Oh, it´s far from my hometown"
Er lachte, meinte, wir wären funny und er mag Deutschland und Deutsche.
Der gleichen Meinung war auch der Libanese, der uns "gefüttert" hat. Der ging sogar noch einen Schritt weiter und hat uns verraten, dass er gerne eine Deutsche als Ehefrau hätte.
Nun ja, wir haben gesagt, dass wir zum heiraten nicht mehr zur Verfügung stehen, aber zum essen gerne mal wiederkommen ;-)

Nach einem guten Essen sollte man noch etwas feines trinken, das gab es im Venus, so eine Art Szenekneipe in Osu. Nach einem Cocktail und jeder Menge Klatsch und Tratsch sind wir wieder zu mir nach Hause, Bettina hatte ihr Auto bei uns geparkt, weil wir gemeinsam mit Martina gefahren waren.
Mittlerweile war es etwa halb 12 und wir hatten noch Lust auf einen Absacker auf unserer Terrasse, eine Flasche Sekt lag schon gekühlt im Kühlschrank.
Dani war da schon im Bett, im ganzen Haus war es dunkel.
Womit wir beim Geburtstagkind wären ;-)
Dass er sich schon ins Bett verzogen hatte, war für uns kein Grund, ihm nicht als erste zu gratulieren. Spontan haben wir beschlossen, ihm Mitternacht mit einem Gläschen Sekt ein Ständchen zu bringen - direkt vor seinem Bett ;-)
Aber ganz dumm ist er ja auch nicht, er hatte ein Auto reinfahren gehört, aber nicht, dass es wieder rausgefahren wäre. Damit ahnte er, was ihm gleich drohen könnte und 10 vor 12 kam er dann noch zu uns auf die Terrasse und so haben wir halt dort angestossen.

Seinen Geburtstag wollte er eigentlich am Strand verbringen, aber die Erkundungen der letzten Wochenenden haben ihm da etwas die Lust verdorben und so haben wir uns heute lieber einen schönen Tag am Pool im Shangri La gemacht.

Und es war wirklich ein schöner Tag, Gegen Mittag kamen noch Bekannte, deren Sohn Erik geht mit Julian in die Klasse, da hatte er schön jemanden zum Spielen.

Julian und Erik

Link
Chris kam gegen halb 1, er war vormittags wie jeden Samstag erst beim Baseballtraining.
Danach ist er kurz heim, Duschen, Umziehen und hat sich dann ein Taxi genommen, um ins Shangri La zu fahren. Das hat wunderbar geklappt.
So sind wir an den Samstagen auch unabhängiger, als wenn wir ihn immer bringen und holen müssten.

Da so ein Badetag ziemlich schlaucht und müde macht, die letzte Nacht auch nicht wirklich lang war, haben wir uns das Abendessen kochen lassen - im Surfer´s Inn.

Und morgen wird erst mal ausgeschlafen...................

Donnerstag, 06.11. - ich bin wieder mobil

Die Generalüberholung unseres Autos hat dann mal doch etwas länger gedauert, aber am Dienstag gegen mittag hatte ich es dann endlich wieder. Alpha hat es aus der Werkstatt mitgebracht, inklusive der Rechnung. Hat zwar einen ganzen Batzen gekostet, aber trotzdem war es nicht so viel, wie wir gedacht hatten.
Der Wagen ist ja auch nicht mehr der Jüngste, als wir ihn vor knapp 3 Jahren gekauft hatten, sind wir von einer Dauer von etwa 3 Jahren ausgegangen, was er noch halten muss. Damals konnte ja noch keiner ahnen, dass wir uns hier so lange festsetzen - normal wären wir in 5 Monaten ja schon wieder nach Deutschland zurückgegangen.
Soll unser Baby jetzt nochmals 3 1/2 Jahre durchhalten, muss man eben mal was investieren.

Da ich ja nun wieder unabhängig war, stand gestern einem Bummel über den Makola nichts mehr im Weg. Bettina war nicht so gut drauf und hat sich kurzfristig ausgeklinkt, so bin ich mit Martina alleine losgezogen.
Wir waren beide auf der Suche nach Stoff. Martina wollte etwas Stoff für Tischdecken, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass Dani und ich mal wieder neue Hemden im Partnerlook brauchen.
Nachdem wir fündig geworden waren, war es Zeit für etwas kühles zu trinken und ein Schwätzchen. Auffällig war, dass die Ghanaer in heller Freude und Aufregung über den Wahlsieg von Obama waren. Und alle Weissen waren automatisch Für sie Amerikaner und es war klar, dass wir auch alle Obama gewählt hatten. So nachdem 15ten, der mich zu "meinem" neuen Präsidenten beglückwünscht hatte, war es mit zuviel und ich habe gesagt, dass ich erstens keine Amerikanerin bin und zweitens, wenn ich eine wäre, hätte ich McCain gewählt.
So, bätsch - die haben nur noch lange Gesichter gemacht ;-)

Seit gestern gibt es dann auch alle Arten von Obama-Fanartikeln zu kaufen. Basecape, Autoaufkleber, Bücher, Tücher, Poster, was immer man will.

Naja, mein Glückwunsch geht an McCain, weil ihm jetzt erspart bleibt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen ;-)

Genug der Politik, wir haben uns hier um Wichtigeres zu kümmern - z.B. die schulischen Belange unserer Kids.
In dieser Woche hat der Headmaster und die Klassenlehrerin den Bewertungsbogen für Chris ausgefüllt, mit dem er sich in der Lincoln bewerben muss.
Er hat die meisten Punkte mit überdurchschnittlich bewertet bekommen, abgesehen von Eigenschaften, die Verständnis, Einfühlungsvermögen usw. betreffen ;-)
Naja, wir kennen ihn ja, er ist halt manchmal etwas unbedacht, aber das ist okay so.

Ach ja, er übrigens Dienstag und Mittwoch erst mal krank gemacht. Dienstag morgen ging es ihm nicht so gut, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, aber kein Fieber. Zur Sicherheit sind wir erst mal zum Botschaftsarzt, um einen Malariatest zu machen. Der Test war negativ, aber die Schwester meinte, wir wollten trotzdem zum Arzt mit ihm, da einige Werte nicht so gut sind. Der Botschaftsarzt selbst war nicht da, also sind wir zu Frau Dr. Darko und die hat ihm leichte Probleme mit den Nebenhöhlen bescheinigt. Jetzt hat er Tabletten bekommen und wir haben ihm noch was zum Lösen des Schleims gegeben.
Heute war er soweit wieder fit und ist in die Schule, nur Sport und Schwimmen fällt diese Woche noch aus.

Gestern Abend war dann Elternabend in der Klasse von Philipp. Und wenn man da nicht wirklich unangenehme Neuigkeiten über sein Kind erfährt, kann man ihn dann auch als erfolgreich gelaufen bezeichnen.
Da die Babysitterin eh schon bezahlt war, sind wir danach noch einen Happen essen gegangen und waren gegen 21 Uhr wieder zu Hause.

An irgendeinem Nachmittag diese Woche waren wir nochmals unterwegs, um eine neue Steckdose für die Küche zu besorgen. Während Dani die Shops abgeklappert hat, habe ich das Treiben in dem Cold Store beobachtet, vor dem wir geparkt hatten.
Die haben da gerade neue "frische" Ware bekommen. Die Kartons, die da aus dem Auto geladen wurden, waren aussen nass, also nehme ich mal an, dass die vor dem Transport irgendwie aus einem Kühlhaus kamen.
Nur blöd, wenn das dann nicht in einem Auto mit Kühlung transportiert wird.

Aber anscheinend muss es doch für Ghanaer recht kalt gewesen sein, man beachte die Skihose!


Dass man es hier mit dem hygienisch einwandfreiem Umgang mit Lebensmitteln eh nicht so genau nimmt, konnte man dann sehr gut beobachten, als eine Frau kam und in diesem Shop Hühnchen (halb angetaut oder halb gefroren oder ehemals gefroren - ich weiss es nicht genau, es waren Hühnerteile, in Klumpen zusammengepappt) kaufte.

Auf der nicht wirklich sauberen Waage werden die Klumpen abgewogen



Und dann in die obligatorischen schwarzen Tüten gesteckt, zwischendurch kurzzeitig auf diesem hygienisch nicht ganz einwandfreiem , rauhen Holztisch gelagert.

Mahlzeit!



Aber was den Einkauf von gefrorenen Waren angeht, kann man sich nirgendwo sicher sein.
heute war ich im Shoprite, mal wieder einen Großeinkauf machen. Dort hatte ich letztens, sogar für bezahlbares Geld, im Frost Lobstertaschen gesehen. Das sind kleine Teigtaschen, gefüllt mit Gemüse und Hummer. Davon wollte ich ein paar Päckchen mitnehmen, das ist mal ein schneller Snack mittags. Aber es fühlte sich alles irgendwie etwas weich an. Ich habe einfach mal eine Packung aufgemacht und drin war alles aufgetaut. Einer der Regalauffüller fragte, ob es ein Problem gäbe, da hab ich ihm gleich mal gesteckt, dass hier wohl der Inhalt der ganzen Gefriertruhe aufgetaut war und einiges in seiner Verpackung auch nicht mehr wirklich gut aussah. Da ich nun aus dem Frost eh nix mehr kaufen wollte, habe ich die mittlerweile 3 Regalauffüller mit ihren ratlosen Gesichtern einfach stehen lassen und zur Sicherheit die ganze Abteilung mit Frischwaren aller Art links liegen lassen.
Durchfall mit Ansagen muss nicht sein ;-)
Nachdem dann an der Kasse 2 mal kurz der Strom ausfiel, es kurz dunkel wurde, wieder hell, wieder aus und dunkel, kann ich mir auch vorstellen, dass sowas eine offene Gefriertruhe nicht ewig aushält.

Heute nachmittag hat Alpha dann die Kinder alleine aus der Schule geholt. Dani und ich sind nochmal fix los, um einen neuen Wasserfilter zu kaufen. Unserer hatte wohl irgendwo ein kleines Leck, deshalb stand die Küche immer mal unter Wasser.
Heute früh gab es Kaffee mit nicht gefiltertem Wasser, Dani musste auch ein paar Mal öfter zur Toilette als normal ;-)

Apropos dreckiges Wasser.
Seit Monaten kommt ja nix mehr aus der Leitung, wir befüllen unsere Tanks mittels Wassertankern. Nach ziemlich Hinterherrennerei wurden wir in letzter zeit eigentlich immer recht regelmässig einmal pro Woche beliefert.
Letzte Woche aber hatte man uns wohl vergessen und die Tanks waren fast leer. Da die Tanks ziemlich verdreckt waren, am Grund alles schlammig, hatten wir beschlossen, über´s Wochenende sparsam zu sein, Montag morgen sollte George dann den letzten Rest rauslassen und die Tanks von innen säubern. Dann sollte gegen Mittag ein Tanker neues Wasser bringen. Wir hatten die Hoffnung, dass nach dem Reinigen dann auch das Summen in den Zähnen nach dem Zähneputzen aufhört ;-)
Doch wie es nun mal so ist, wenn man aus der Not eine Tugend macht, auch da macht wieder jemand einen Strich durch die Rechnung!
Montag morgen, 6.30 Uhr, teilte George uns mit, dass vor etwa einer Stunde der Tanker da war und alle Tanks mit Wasser randvoll gemacht hat, das hätte ihm unser Nachtwächter übermittelt. Klasse, beim Befüllen wird der Dreck am Boden nochmal so richtig aufgewirbelt und kann sich so richtig gleichmässig im ganzen Wasser verteilen ;-)

Nun ja, ich bin mir ganz sicher, man wird uns wieder mal vergessen zu beliefern und dann haben wir vielleicht wieder mal die Chance, uns wenigstens vorzunehmen, die Tanks zu reinigen ;-)

So, und jetzt noch was in eigener Sache - bitte keine Hemmungen haben, mal einen Kommetar oder einen Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen - dann weiss ich, dass ich mir hier nicht umsonst die Finger wund tippe ;-)

Montag, 27.10. - Unser Baby ist krank

Dass unser Auto (von mir liebevoll mein Baby genannt) eigentlich ein ziemliches Montagsauto ist, ist ja nix Neues.
Alle paar Wochen steht er für einen Tag in der Werkstatt und wird an diversen Stellen von den Resten des qualitativ minderwertigen Sprits befreit. Tut man das nicht, dann fährt er nicht mehr, sondern springt nur noch - ist halt ein Galloper ;-)
Die Abstände zwischen diesen Reinigungsaktionen wurden nun immer kürzer und irgendwann langt es. Jedesmal kommt dann noch irgendetwas anderes dazu und finanziell wird es ein Fass ohne Boden.
Deshalb gibt es diesmal die Radikalkur.
Alles muss raus - nur dass es hier keine 20% auf alles gibt ;-)

Da steht das Baby in der Werkstatt


Ups - da ist ja kaum noch was drin


da wird jeder Millimeter fein säuberlich gepflegt


Diese Total-OP soll nun diese ganze Woche dauern, es wird getauscht, was zu tauschen geht und mag es auch etwas mehr kosten, aber vielleicht haben wir damit endlich mal einen klaren Schnitt gemacht und er läuft danach etwas zuverlässiger.

Wenn er am Freitag wirklich fertig ist, dann müssten wir ja schon fast einen größeren Ausflug für´s Wochenende planen, nich wahr?

Montag/Dienstag, 02.-03.06. - Gips ab und Haare ab

Gestern war Christoph´s großer Tag - der Gips sollte runter, endlich, nach ca. 6 Wochen.
Da wir uns alle einig darüber waren, dass wir den Gips eher mit unserem Küchenmesser entfernen würden als nochmal zu dem "Schlachter" in die Nuffield Clinic zu gehen, habe ich beim Botschaftsarzt angefragt, ob er nicht irgendwie eine Möglichkeit hat, es zu machen.
Er hatte uns für gestern morgen bestellt und wollte es einfach mal mit seiner Gipsschere versuchen. Das war allerdings nicht das richtige Instrument für den neumodischen Fiberglasgips.
Also hat der Doktor für uns im Military Hospital angerufen und uns dort einen Termin gemacht. Ohne irgendwelche Beziehungen dauert das dort Stunden, wenn nicht vielleicht länger .
Wir sollten auch gleich hinkommen, der stellv. Leiter erwartete uns, sprach sogar deutsch.
Mit ihm gemeinsam ging es in den Gipsraum, ohne jegliche Wartezeit und keine Viertelstunde später war der Gips ab.

Christoph war wirklich erleichtert. Wir sind erst nochmal heimgefahren, er wollte seinen Arm endlich mal wieder waschen, okay, es sah darunter auch ziemlich keimig aus.
Als ich ihn dann wieder in der Schule abgeliefert hatte, bin ich gleich noch zum Einkaufen in den Shoprite gefahren.
Und dort ist mir mal wieder ein echt blödes Ding passiert.
Abends wollte ich Gemüse in Tomatensosse mit Hühnchen und Reis kochen. Also habe ich nach und nach alles in meinen Korb gepackt, was an Gemüse frisch und bezahlbar im Regal lag.
Am Ende vom Regal sah ich dann etwas, was mein Herz höher schlagen liess und den Speichelfluss unheimlich anregte - Kohlrabi!
Sofort sah ich in Gedanken schon abends das Essen auf dem Tisch - Kohlrabi-Schnitzel-Pfanne.
Ich also fix das ganze Gemüse zurück ins Regal gepackt und dafür 8 von den Kohlrabis in den Korb.
Frohen Mutes gehe ich zum Abwiegen, da schaut mich die Abwiegedame ganz erstaunt an und meint, dass muss man nicht wiegen. Nun, da war ich dann diejenige, die erstaunt war, oder besser enttäuscht. Denn der Preis von 6,49 Cedi bezog sich nicht pro Kilo sondern pro Stück.
Naja, reichlich 50 Cedis ( 35 Euro) waren mir dann echt zu happig. Tja, da hab ich dann halt die Kohlrabis wieder ins Regal gepackt und erneut das andere Gemüse in den Korb getan.
Alles in allem ein recht enttäuschendes Einkaufserlebnis, aber mein Gemüse mit Hühnchen hat trotzdem allen geschmeckt.

Heute war dann endlich der Tag, auf den ich mich seit letzter Woche gefreut habe. Ich hatte einen Termin beim Friseur. Und diesmal zum Haare schneiden. Ja richtig gelesen - ich hab die Schere rangelassen. Spontan hatte ich mich nämlich entschlossen, dass ich wieder einen Pony haben möchte. Und es tat nicht mal weh ;-)
Jetzt fühle ich mich gleich viel besser, vorn kurz, überall gescheit durchgestuft, aber trotzdem noch lang genug für Zopf oder zum hochstecken.

Schon seit dem Morgen sah es nach Regen aus, ich hatte nach dem Friseur eh nix mehr vor, so bin ich daheim geblieben, habe Gladys weiter in die Bedienung der Waschmaschine und des Trockners eingeführt, langsam, aber sie lernt es sicher.
Sie ist eh eine ganz liebe und nette, macht unauffällig ihre Arbeit, aber ordentlich.

Nachmittags kam dann auch das vom Himmel, was sich den ganzen Tag über schon zusammengebraut hatte.

Da standen schon mal Strassen unter Wasser, weil es die Gutter nicht erfassen können.


Deshalb ist auch heute Abend in der Schule Fussball ausgefallen.
Hoffen wir mal, dass es bis morgen abtrocknet, denn da ist in der Schule Sportfest geplant. Das sollte eigentlich schon letzten Mittwoch stattfinden, dann letzten Freitag, ist aber jedesmal wegen Regen ausgefallen.
Aller schlechten Dinge sind 3?
Warten wir mal morgen ab.....................

Dienstag, 27.05. - ziemlich alberner Schwan......

..........den ich ab heute immer durch die Gegend chauffiere ;-)

Ich hatte mich schon vor 2 Jahren in die Ersatzradabdeckung von KLM verguggt, aber es war keine so richtig aufzutreiben - bis jetzt!

So sehr, wie die mir gefällt, so wenig mögen sie andere und so hat der alberne Schwan heute das Auto gewechselt.

Das Pferdchen hat jetzt ausgedient


So albern, dass es schon wieder cool ist...............

Das war dann heute auch eigentlich das Ereignisreichste, was ich so gemacht habe.

David war dann auch nicht erbost darüber, dass ich ihn halb 10 Uhr wieder heimgeschickt habe, weil ich mich dann doch lieber wieder hingelegt habe, um mich weiter auszukurieren.

Chris ist wie jeden Dienstag in der Schule geblieben. Er kann zwar nicht mit Fussball spielen wegen seinem Gips, aber so kann er noch mit den anderen, die abends mitspielen, etwas länger zusammensein.

Dani fährt gegen 18 Uhr dann wieder in die Schule und ich habe einen ruhigen Abend mit Juli und Philipp.
Gleich, wenn die im Bett verschwunden sind, verziehe ich mich auch und schaue mir dann Filme an, die Dani nicht so mag.

Heute im Programmkino Langer:

Der DEFA-Schinken "Die Legende von Paul und Paula"

Echt, ich steh auf sowas....... ;-)

Dienstag, 20.05. - Wieviel Paar Schuhe braucht eine Frau?

Also laut meiner oberflächlichen Internetrecherche besitzt in Deutschland jede Frau im Durchschnitt 13 Paar Schuhe.
Okay, damit liege ich knapp darüber mit 24 Paar Schuhen. So viele stehen momentan jedenfalls in meinem Schuhregal. Mag sein, dass noch irgendwo welche in irgendwelchen Kartons rumlümmeln, aber das zählt jetzt einfach mal nicht.
Na und dass ich über dem Durchschnitt liege, dafür habe ich ja auch die eine oder andere Ausrede parat.
Erstens bin ich nicht in Deutschland und hier in Ghana ist ja eh alles ganz anders.
Zweitens sind Schuhe hier ja teilweise echt billig, da kriege ich hier 2 Paar für das Geld, was ich in D für 1 Paar bezahle.
Drittens halten die Schuhe manchmal auch nicht wirklich lange, eben weil sie billig sind.
Viertens sind hier Schuhverkäufer echt lästig und lassen einen nicht eher gehen, bis man(frau) was gekauft hat ;-)
Fünftens war noch soviel Platz im Schuhregal, das sah wirklich ärmlich aus.

Aber nicht nur deshalb war ich die letzten Male auf dem Markt am Schauen nach neuen Schuhen, einige meiner flachen, tagtäglich getragenen hingen die letzten Tage nur noch in Fetzen am Fuss - sah nicht schön aus.
Am letzten Mittwoch hatte ich schon auf einige ein Auge geworfen, aber entweder passte der Preis nicht oder ich war mir noch nicht 100%ig sicher.
Jetzt hatte ich ein paar Tage drauf herumgedacht und heute vormittag bin ich einfach nochmal alleine ganz gezielt auf den Schuhmarkt gefahren.
Objekt 1 waren schwarze flache Ballerinas, passend eigentlich zu allen Klamotten. Das Angenehme dabei - keine großartigen Verhandlungen über den Preis - 10 Cedis - gekauft.
Objekt 2 hatte ich letzte Woche sogar schon probiert, aber der Opi, der dort verkaufte wollte erst 20 cedis, dann 18 Cedis haben - das war echt zu teuer. Als ich heute an seinem Shop vorbeischlenderte, erkannte er mich, griff nach "meinem" Schuh, hielt ihn mir hin und sagte: "Oh Lady, tut mir leid. 12 Cedis, bitte kaufe ihn."
Na Klasse, das lief ja supergut heute. Über 12 Cedis hab ich auch nicht mehr diskutiert, ich sollte mich kurz setzen, er wollte den passenden linken Schuh von hinten holen.

Hier Teil 1 der "Neuzugänge" im Schuhregal


Während ich auf Opi und den linken Schuh wartete, habe ich mich weiter drinnen im Laden umgesehen und erspähte ein paar Schuhe, die mich regelrecht anschrien "Nimm mich mit".

Kennt ihr das gefühl, wenn ein Schuh so dermassen bequem ist, dass man ihn gar nicht am Fuss spürt? Und das, wenn er gar nicht nach superbequem ausschaut?
Wenn ja, dann kann jeder meinen dritten Kauf heute nachvollziehen.
Und ausserdem, die sehen so aussergewöhnlich crazy, auffällig extravagant aus, eigentlich hässlich, dass sie schon wieder cool sind ;-)

Da fällt es mir jetzt echt schwer, welches mein aussergewöhnlichstes Paar ist:

die von heute (links) oder die, die ich letzte Woche aus ihrem Shop "befreit" habe (rechts)


Also ich kann allen Frauen, die einen ausgeprägten Schuh-Tick haben, nur wärmstens empfehlen, nach Ghana zu kommen. Hier kann man seine Schuh-Sucht echt noch befriedigen. Und das beste hier ist, man kann mit den ausgefallensten Modellen auch tagsüber rumlaufen - es fällt nicht mal auf, keiner guckt blöd oder tuschelt.

Es lebe der Schuh-Tick!
Und bei Gelegenheit könnte ich ja auch mal über Handtaschen schreiben........ ;-)

Dani hat gerade Korrektur gelesen und möchte nun seine Meinung noch dazu geben:

"Die spinnt! Wenn ich ins Schuhregal schaue, denke ich, ich habe einen Tausendfüssler zur Frau."



Aber ich habe natürlich auch noch was anderes ausser Schuhe gekauft.
Gestern habe ich mal schon einen Teil der Spende in Stifte investiert.
Wenn man nicht auf Faber oder Herlitz besteht, bekommt man da eine Menge für günstig Geld.

600 Buntstifte - 500 Bleistifte - 20 Packungen Filzstifte - 10 Malkästen
30 Radierer - 50 Spitzer - 10 Lineale


Jetzt habe ich noch reichlich Geld übrig, dafür werde ich noch Hefte und Papier besorgen.

to be continued..............

Freitag, 16.05. - Wenn Mama sich Sorgen macht....

Am Mittwoch morgens im Hüsli habe ich so im Gespräch mitbekommen, dass der Botschaftsarzt wieder in Accra ist. Da ich ja mit Christoph´s neuem Gips nicht wirklich glücklich war, mir nicht sicher bin, ob der wirklich so okay ist, habe ich daheim dann gleich beim Arzt angerufen und ihm kurz die Geschichte von seinem gebrochenen Finger erzählt und ob er sich denn mal Christoph und die Röntgenbilder anschauen würde und seine Meinung dazu sagt. Also habe ich Chris etwas eher von der Schule abgeholt und wir sind mittags noch in die Praxis gefahren.
Eigentlich hatte ich mir ja erhofft, danach etwas beruhigter zu sein. Aber der Doktor ist halt auch kein Spezialist in Orthopädie, um wirklich eine 100%ige Aussage dazu zu machen. Er hat uns geraten, Bilder von der Gipshand und den Röntgenbildern nach Deutschland zu schicken und uns von dort eine Meinung zu holen. Aber ich hatte den Eindruck, so richtig glücklich war er mit dem Gips und auch mit dem Verhalten von dem Arzt in der Nuffield Clinic nicht. Es ist jetzt 3 Wochen her, dass der Finger gebrochen ist, wenn jetzt irgendetwas falsch gemacht wäre, dann ist es eh zu spät, hier noch etwas zu richten.
Im Grundegenommen ärgere ich mich jetzt im Nachhinein, dass wir uns auf das Experiment "Krankenversorgung auf ghanaisch" eingelassen haben. Es mag jetzt doof klingen, aber es wäre vielleicht besser gewesen, sich nur darum zu kümmern, nach Deutschland zu fliegen und den Finger dort richten zu lassen. Nur der Sicherheit wegen. Man lernt immer dazu, mit der zeit eben auch, aus einer "Mücke" doch einen "Elefanten" zu machen.

Morgen wird sich Dani dann kümmern, einen zuständigen Orthopäden in Deutschland zu finden und dann schicken wir per Mail die Bilder hin und warten auf eine wirklich kompetente Meinung.

Montag, 28.04. - Teil 2 - "Der Finger ist "nur" gebrochen

Diesen Post will ich mal extra schreiben und unserem Christoph, bzw. seinem gebrochenen Finger widmen.

Ja, wir brauchen mal wieder medizinischen Beistand, es sind halt Jungs und Christoph ist ja für sowas irgendwie prädestiniert. Bei einer Balgerei am Wochenende mit Mirko hat er sich wohl ziemlich weh getan, gestern nachmittag, als wir ihn bei Anne abgeholt hatten, meinte er, es tut schon recht weh und er kann den kleinen Finger der rechten Hand nicht mehr von alleine bewegen, es war auch etwas geschwollen.
Er hat dann abends gekühlt und wir haben einen kleinen Stützverband drumgemacht.
Heute morgen meinte, er es geht schon wieder, die Schwellung war zurückgegangen.
Gegen nachmittag wurde die Hand wieder dicker, also sind wir in die Listerklinik gefahren.

Zuerst mal die Registration und dann Warten.
Nach einer ganzen Weile dann die Aufforderung, für die Registration und die Konsultation zu bezahlen. Welche Konsultation? Im Voraus? Die Schwester meinte, wir kommen jetzt dran, ich soll bezahlen. Okay, die erste Konsultation bestand aus Fiebermessen.
Dann wieder warten, bis der Doc Zeit hat.
Der meinte dann, erst mal Röntgen, das passierte dann auch wirklich recht schnell, allerdings dann wieder warten auf die Bilder und dann wieder zum Arzt rein.
Die Diagnose war klar - gebrochen.

Es sollte gerichtet werden unter Vollnarkose und dann eingegipst. An der Klinik selbst gibt es keinen Orthopäden, aber sie haben einen, der kommt und der kann das machen. Den wollte er anrufen, wann es gemacht werden kann. Wir sollen uns bitte nochmal hinsetzen und warten.
So sassen wir dann wieder in der Eingangshalle und warteten..........
Es war mittlerweile 17 Uhr, Julian wurde langsam nörgelig, Philipp war alleine daheim.
Wir waren also erst mal am Überlegen, wie wir das zeitlich am besten managen. Heute abend noch machen lassen, dann muss Dani mich und Julian vorher heimfahren. Oder gleich für morgen früh einen Termin machen, da ist man doch etwas vorbereiteter.
Nach einer halben Stunde hatte sich immer noch nichts getan, da habe ich mal nachgefragt, wie lange es denn nun dauert, einen einzigen Telefonanruf zu machen. Ich bekam nur Antworten, die nicht zur Klärung meiner Frage nützlich waren. Nach 45 Minuten haben wir dann doch massiv gedrängt, sich nun mal einig zu werden, wie es weiter geht.
Eine Schwester meinte, der Arzt telefoniert gerade und sie wolle Chris mitnehmen und für die Narkose vorbereiten. Wir haben zur Sicherheit nachgefragt, ob der Orthopäde kommt. Da meinte die Schwester, nein, aber der Orthopäde gibt dem Allgemeinarzt gerade am Telefon Anweisungen, wie er es zu machen habe.
Wie bitte???????????
Wir haben dann wirklich nochmal ganz genau nachgefragt, damit es nicht etwa sprachliche Missverständnisse sind.
Es waren keine Missverständnisse.
Wir haben kurzerhand die Röntgenbilder verlangt, diese bezahlt und haben es abgelehnt, unser Kind für irgendwelche Experimente nicht ausgebildeter Ärzte mit telefonischer Anleitung zur Verfügung zu stellen.
Da wollte uns dann plötzlich der Doc doch nochmal sehen, er erklärte uns ganz selbstbewusst, er könne das wirklich machen, er hat mit dem Orthopäden telefoniert und der hätte ihm ganz genau gesagt, was er zu tun hätte, der Finger ist ja "nur" gebrochen.
Ja aber wie in aller Welt will das der Orthopäde am Telefon beurteilen, wenn er nicht mal das Röntgenbild gesehen hat???
Nun, diese Frage konnte uns der Allround-Doctor dann auch nicht beantworten.

Wir waren uns mehr als sicher, dass wir dieses Angebot, dass Chris sich das von einem Nichtfachmann in Vollnarkose da was richten lässt, auf keinen Fall annehmen.

Das hat aber in der Klinik keiner so richtig verstanden.

Ne ne, da ist mir das Risiko zu groß, dass es nicht richtig gemacht wird und dann vielleicht die Knochen falsch zusammenwachsen und die Finger verkrüppelt sind.

Von Martina habe ich dann noch eine Adresse von einer anderen Klinik bekommen, da werden wir morgen früh gleich hinfahren und unser Glück zu versuchen.

Bitte drückt uns mal alle ganz fest die Daumen, dass es dort etwas professioneller zugeht, aber nicht zu feste drücken - nicht dass ihr Euch noch einen Daumen brecht ;-)

Donnerstag, 24.04. - mal wieder ein Lebenszeichen ;-)

Bevor sich hier einige vielleicht Sorgen machen, nicht mehr schlafen können oder gar Gerüchte aufkommen, geb ich mal lieber wieder ein Lebenzeichen von uns.

Alle leben noch, alle sind gesund, keiner ist inhaftiert oder wird von irgendwelchen Geheimdiensten gesucht, kurzum - die Familie ist noch intakt.

Das ist aber dann auch schon so ziemlich das Einzigste, was gut am Laufen ist.

Alles niederzuschreiben, was mich/uns letzte Woche so aus der Bahn geworfen hat, würde Bücher füllen. Aber ich fange einfach mal an, zu schreiben...............

Letzter bekannter Sachstand war ja vom letzten Dienstag, dass der Vertrag mit dem neuen Hausboy unterschrieben ist. Und da hatte ich ihn auch zum letzten Mal gesehen - bis heute.
Aber der Reihe nach..........
Wir dachten uns, die paar Tage, bis er richtig anfängt, könne wir überbrücken, jeder packt mit an, da ist schnell mal durch´s Haus geputzt Aber mit schnell ist hier mal schon gar nichts und die Kinder muss man schon reichlich motivieren, mit anzupacken. Egal, welche Hausarbeit ich gemacht habe, nach nicht mal 10 Minuten klebte die Klamotte am Leib wie eine zweite Haut. So oft kann man gar nicht duschen gehen.

Am Montag morgen haben wir dann natürlich voller Erwartung auf Joseph gewartet. Leider umsonst. Also war der erste Weg am Morgen in die Agentur, um mal meinen Frust darüber loszuwerden. Und ich bin ihn damit an der richtigen Stelle losgeworden.
Natasha erklärte mir, dass sie nur Angestellte vermitteln, die einen Bürgen bringen, der eine Garantie übernimmt. Und genau mit diesem Bürgen für Joseph gab es wohl Probleme, deshalb hatte Natasha ihm gesagt, er soll Montag noch nicht bei uns anfangen, sondern erst einen neuen Bürgen bringen. Das ist ja soweit auch in Ordnung - es wäre nur echt toll gewesen, wenn ich was davon gewusst hätte. Tja, das hat sie dann mir gegenüber auch als ihren Fehler zugegeben und sich ausgiebig entschuldigt.
Das hat allerdings nichts an meiner Situation im Haus geändert, mittlerweile seit 10 Tagen ohne Putzhilfe. Und es ist einfach alleine nicht zu schaffen hier. Es wurde uns also langsam wirklich dringend, jemanden zu finden. Bei den Vorstellungsgesprächen hatte ich ja noch mit einer Hausmaid geredet, sie hatte recht gute Unterlagen und da nicht absehbar war, dass in den nächsten Tagen ein Boy vermittelbar war, haben wir kurzerhand wieder umgeschwenkt und uns halt für Vida entschieden Sie war auch bereit, sofort anzufangen, das heisst Dienstag morgen.

Sie war auch pünktlich da, hat die Küche aufgeklart und mit Bügeln angefangen Am Nachmittag wollte sie dann los, um ihre Sachen zu holen.
Am Mittwoch morgen kam sie dann schon mit ein paar Minuten Verspätung und hat sich als erstes wieder in der Küche an die Arbeit gemacht. Dani ist dann in die Arbeit, ich mit den Kindern in die Schule und danach zum Einkaufen in die Stadt. Vida hatte ich Anweisungen gegeben, was alles zu tun war. Gegen 11 Uhr war ich wieder zu Hause, habe meine Einkäufe verstaut, wollte mir dann erst mal in Ruhe auf der Terrasse eine kühle Cola und eine Zigarette gönnen. Leider war ich vorher noch auf Toilette und habe dabei festgestellt, dass sie da noch keinen Handschlag getan hatte. Nach einem kurzen Kontrollgang durchs Haus war mir schnell klar, dass sie ausser dem bischen Aufwasch am Morgen noch rein gar nichts gemacht hatte. Und ich meine wirklich nichts. Ich habe sie gefragt, was sie denn in den letzten 4 Stunden gemacht hat, ich bekam keine Antwort. Das Einzigste, was ich von ihr hörte, war "I´m so sorry"
Kurz und bündig habe ich sie gebeten, ihre Sachen wieder einzupacken und einfach wieder zu gehen. No food for lazy people!
Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei, Vida gehörte der Vergangenheit an und ich habe mir auf der Terrasse eine Cola aufgemacht und eine Zigarette angezündet.
Und dann ist es einfach passiert mit mir. Alles, was sich an Stress, Frust und Ärger in letzter Zeit aufgestaut hatte, musste raus. Also bin ich einfach in mich zusammengebrochen und habe den Tränen freien Lauf gelassen. Manchmal muss es einfach sein, vorallem nach solch einer Woche, in der einfach gar nichts so richtig klappen will. Unter Schluchzen habe ich noch Bettina angerufen, sie möge bitte einen Ersatz für mich für die Bibliothek in der Schule organisieren, denn dazu habe ich mich beim besten Willen und Wollen nicht mehr in der Lage gefühlt. Dani hat Julian und Philipp aus der Schule geholt, ich wollte einfach nicht mehr raus. Das Gefühl, ganz unten zu sein, in einem Tunnel zu stecken und kein Licht zu sehen, muss man einfach durchleben. Man weiss, es geht vorbei, viel schlimmer kann es eigentlich nicht werden, aber bis dahin fliessen halt eine Menge Tränen, die hoffentlich diesen ganzen Frust mit wegspülen. Und von diesem Frust, der zum Großteil aus Enttäuschung herrührt, gibt es zur Zeit jede Menge. Es ist schwer, das hier im Einzelnen zu vermitteln, vieles würde unglaubhaft klingen, belanglos oder gar lächerlich. Es können wohl nur Menschen verstehen, die auch hier leben oder gelebt haben. Es ist manchmal für uns sehr schwer, mit der Mentalität der Ghanaer klarzukommen, den Spagat zwischen Anpassung, Integration, Toleranz und Verständnis zu meistern ohne dabei sich selbst, die eigenen Interessen und Ideale aufzugeben. Wenn die Bedeutungen von Dingen wie Zuverlässigkeit, Ordnung, Pünktlichkeit, Verantwortung zu unterschiedlich sind, dann kommt der normale Europäer schon oft an die Grenzen seelischer Belastbarkeit. Dann kann man sich daran aufreiben, sich darüber aufregen, einen Nervenzusammenbruch bekommen. Danach kommt die Resignationsphase, es regt einen plötzlich nicht mehr auf, egal was passiert, man nimmt es gelassen hin, es ist eh nicht zu ändern. Man fragt sich, warum tut man sich das an, wofür, wozu, hat eh alles keinen Sinn. Man wünscht sich eine One Way Ticket nach Deutschland. Aber nur ganz kurz. Denn im Grunde genommen ärgert man sich dort wohl genauso, halt nur über andere Dinge, hier in Ghana ist es wenigstens warm und schönes Wetter. Da heule ich doch lieber im Kurzen T-Shirt auf der Terrasse als in einer Wolldecke auf der Couch in Deutschland.
Dann kommt Wut dazu, Wut darüber, wie sehr man sich doch abhängig gemacht hat, wie man die Zügel aus der Hand gegeben hat. Also müssen Ideen her, wie man wieder Oberhand gewinnt und das eigene Leben selber bestimmt und sich nicht durch die Unzuverlässigkeit anderer lenken lässt. Diese Wut verpasst einem dann den nötigen Ruck, die Kraft, den Hintern zu heben und etwas zu unternehmen.
Deshalb war heute morgen mein erster Schritt in Richtung Selbstbestimmung wieder der Weg in die Agentur zu Natasha. Ich hatte mir vorher im Kopf zurechtgelegt, was ich sage, was ich will und das wollte ich zu 100% durchsetzen.
9 Uhr war ich dort und habe ruhig und bestimmt in einer Tonart, die kein Aber zulässt, gesagt, dass ich genau 13 Uhr wiederkommen werde Hausboys vorgestellt bekommen möchte, die bereit sind, sofort mit der Arbeit anzufangen. Und sofort bedeutet sofort, nicht irgendwann nächste Woche oder nächsten Monat. Überall wird gejammert über Armut, zu wenig Geld usw.
Wir suchen händeringend eine Haushaltshilfe, die für gute Arbeit für hiesige Verhältnisse auch gutes Geld bekommt und werden nur hingehalten. Alle suchen Arbeit, aber komischerweise bloss nicht sofort, aber wenn es geht, schon einen Vorschuss vom Gehalt.
Hallo?
Leider haben wir aus falscher Rücksicht bisher immer wieder nachgegeben, fadenscheinige Begründungen hingenommen und den Ärger darüber geschluckt.
Aber nicht heute. Punkt 13 Uhr war ich wieder bei Natasha, wir haben uns erst mal in Ruhe unterhalten und ich habe ihr meinen ganzen Ärger in Sachen Personal erzählt. Sie hatte vollstes Verständnis, begründet auf eigenen Erfahrungen, sie hatte auch schon mehr als genug ausprobiert, das Passende für ihr Leben hier zu finden. Gemeinsam haben wir meine Forderungen und Bedingungen abgestimmt und ein Kandidat war dann passend - Joseph.
Denn inzwischen hatte sich ein Bürge für ihn gefunden und seine Papiere waren vollständig.
Also hat es heute mal schon was gebracht, einfach nur selbstsicher und überzeugend genug aufzutreten, denn 13.45 Uhr stand er bei uns und hat gebügelt.
Es gibt eine Menge aufzuarbeiten, vorallem Bügelwäsche. Was er heute an fertiger Arbeit abgelieferte, hat uns erstmal überzeugt, die Shirts waren akkurat gelegt und faltenfrei.
Morgen früh ist regulärer Arbeitsbeginn, schrittweise Einführung, was wie genau zu tun ist und in jeder freien Minute wird gebügelt. Laut Natashas Aussage sind arbeitsmässig Männer hier um einiges belastbarer als Frauen, die sich dann doch eher gerne mal auf ein Nickerchen verziehen, wenn die Arbeit zuviel wird. Ob dem wirklich so ist, wird sich in den nächsten Tagen rausstellen.

Mir ist es jetzt nicht wirklich leicht gefallen, zu schreiben, mag sein, dass es etwas durcheinander wirkt. Wenn ja, spiegelt es vielleicht ein bischen unseren derzeitigen Gemütszustand wider. Ich habe halt einfach mal angefangen, draufloszuschreiben. Es gibt noch eine Menge mehr zu berichten, das nehme ich mir aber für die nächsten tage vor, für heute ist erst mal Schluss.

Nachtrag von gestern.............

Heute hat mir mein Mann befohlen, ich soll doch noch die Bilder von den Tontafeln in den Blog setzen, die wir gemacht haben ;-)


Das ist Dani´s Tafel


Und diese ist von mir.......


Hier nochmal aus der Distanz........

Mittwoch, 02.04. - heute einfach mal ein Statement ;-)


"Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden"


Und dazu stand ich heute auch öffentlich ;-)
Warum, wieso, weshalb ist schwer zu schreiben. Wenn mal wieder alles auf einmal schiefläuft, man keinen richtigen Anfang findet, das verfitzte Knäuel zu entwirren und sich herausstellt, dass unangenehme Neuigkeiten von gestern doch kein Aprilscherz waren :-(
Mehr mag ich nicht ins Detail gehen, um was genau es geht.
Allerdings hatte ich heute deswegen ein paar Telefonate zu erledigen. Und wenn man dann eine Menge Geld in Warteschleifen vertelefoniert, sich durch endlose Menüs klicken muss und dann doch wieder in einer mit einschläfernder Musik untermalten Warteschleife landet oder aber erst gar nicht durchkommt, weil die tollen Servicehotlines aus "unserem Vorwahlbereich" nicht zu erreichen sind, dann trägt das auch nicht gerade zur Verbesserung der Gesamtsituation bei.
Schon Klasse, wie kundenfreundlich international agierende Firmen sind - aber wehe, der Kunde ist ausserhalb Deutschlands.....

Aber mit der nötigen Portion Humor geht auch so ein Tag vorbei. Das Shirt kam bei einigen Leuten gut an, es gab Anfragen, ob ich es denn bei Bedarf mal verleihen würde ;-)
Vielleicht mach ich ja noch ´ne Sammelbestellung :-)

Aber es ist ja nicht so, dass gar nichts klappen würde. Immerhin kam gestern der Wassertanker und jetzt sind unsere Tanks wieder voll, das ist schon mal beruhigend.

Morgen geht nun Philipp auf Klassenfahrt zum Volta bis Freitag. Die Tasche ist gepackt, er freut sich schon riesig drauf.

Leider gibt es auch noch über ein unangenehmes Ereignis zu berichten. Ein Bekannter (ein Deutscher) wurde am ganz zeitig Montag morgen auf dem Weg zur Arbeit überfallen und ausgeraubt. Geld und Motorrad waren dann weg, aber wenigstens haben die mit Macheten bewaffneten Räuber ihm keinen körperlichen Schaden zugefügt.
Denn es gab in der Vergangenheit schon oft genug solche Überfälle, die dann für das Opfer mit einem Krankenhausaufenthalt endeten.
Man sollte sich doch genau überlegen, wann man wo noch alleine auf die Strasse geht.
Die Hemmschwelle der Täter sinkt, Dunkelheit und abgelegene Gassen zu meiden ist keine Garantie, einem Überfall aus dem Weg zu gehen.

Donnerstag, 06.03. - Independence Day, Kindergeburtstag und Trade Fair

Heute ist in Ghana Feiertag, unsere 2 Mausmädchen haben frei und auch Dani hat frei genommen, es arbeitet eh kein Ghanaer heute so richtig.
Am Vormittag sind wir es ganz langsam angegangen, beizeiten zu Mittag gegessen, denn halb 1 sind wir mit Julian los - er war mal wieder auf einem Kindergeburtstag eingeladen.
Sein erstes Ziel war, sich schminken zu lassen, dann ging es erst richtig los für ihn.



So hat er auch in den ferien noch einige von seinen Freunden gesehen und mit ihnen spielen können.




Julian war gut untergebracht, Philipp und Chris hatten es sich daheim gemütlich gemacht, also hatten Dani und ich Zeit für uns und die wollten wir nutzen, mal auf die GITF 2008 zu gehen.
Diese Messe findet jedes Jahr statt, bisher haben wir es noch nicht geschafft, hinzugehen.
Bis heute :-)

Neues gab es nicht zu sehen, eigentlich war hier nur alles, was sonst in der ganzen Stadt verstreut liegt, auf einen Platz konzentriert.


Unheimlich viele Menschen und Gedränge, aber trotzdem haben wir noch das eine oder andere Mitbringsel für Deutschland gefunden.

Am späten Nachmittag haben wir Julian dann wieder abgeholt und waren gegen halb 6 wieder daheim.
Dort haben wir dann festgestellt,. dass der Kühlschrank relativ leer war, keiner Lust zum Kochen hatte, dafür war die Lust bei den Kindern auf einen Burger im Ryan´s umso größer.
Also warum nicht, nochmal alle gemeinsam essen gehen, bevor ich morgen mit Julian für reichlich 2 Wochen nach Deutschland fliege.

Ja und damit melde ich mich auch erst mal ab bis 23. März.
Morgen geht es dann ans Koffer packen, es gibt noch einiges vorzubereiten, bevor ich meine 3 Männer hier alleine lasse. Aber sie sind ja bei Bless und Salia in guten Händen ;-)

Deshalb wünsche ich mal jetzt schon allen Lesern schöne Osterfeiertage, ich hoffe ja mal ganz eigennützig, dass bis dahin schon Frühlingswetter in Deutschland Einzug gehalten hat ;-)