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Klein, aber nicht unbedingt fein Teil 2

Lange nach der Veröffentlichung des Blogposts "Klein, aber nicht unbedingt fein" kam nun letzte Woche ein Kommentar dazu rein.
Leider steht dieser Kommentar nicht unter dem dazugehörigen Post, deshalb hier nochmals als Copy:

"""Liebe Familie
Ihr Beitrag über unsere Schule zeigt, wie Sie in der Einleitung richtig erwähnen, Ihre persönliche Sichtweise der Situation an der RMS-Schule in Ghana auf. Wir hätten uns gewünscht, mit Ihren Kinder gleichviel Erfolg, wie mit anderen deutschen Schülerinnen und Schülern in Ghana zu haben. Dies wurde uns verwehrt und wir bedauern die Anpassungsschwierigkeiten von Chris in Deutschland. Einige Schüler erreichen hier ein überdurchschnittliches Leistungsniveau, andere Jugendliche nicht. Dem Erfolg liegt eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus zugrunde. Dies war leider nicht möglich. Die Lehrpersonen haben im letzen Jahr ihr Möglichstes getan. Durch Ihre spontane Abreise wurde leider auch diese Chance vertan. Ihre Kinder werden ihren Weg bestreiten und Ghana wird, trotz allem, eine Bereicherung für sie gewesen sein.
Alles Gute Headmaster GSIS-Accra """

Na das ist es mir doch wert, mal ein paar Worte mehr dazu zu schreiben, als in einen Kommentar passen.

Also wo fang ich an.............vielleicht mit der guten Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.
Als wir nach Ghana an die Schule kamen, war es als erstes mal eine Umstellung, tagtäglich einen so engen Kontakt zu Lehrern zu haben. Natürlich im positiven Sinne.
Jeden Morgen traf man diese im Hüsli, gab es irgendetwas zu bereden, wurde das gleich vor Schulbeginn bei einer Tasse Kaffee getan.
Zu jeder Zeit war man eigentlich auch sehr offen für Ideen und Anregungen von Eltern, vieles wurde gemeinsam gemacht.
Leider löste sich diese angenehme, nette Atmosphäre nach und nach auf.
Lehrer setzten sich gegen den Willen von Schülern und Eltern ihre Ideen durch, ganz so, als müssten sie sich gegen eine Klasse von 30 Halbwüchsigen durchsetzen.
Was ich immer geschätzt habe, war, dass man gerade die Schüler der Oberstufe als heranwachsende mit eigener Meinung annahm, ihnen viel Freiheit gab, sich selbst zu entfalten und zu lernen, Verantwortung freiwillig zu übernehmen.
Fernab der Heimat in Ghana zu leben, bedeutet auch für diese Kinder, vieles aufzugeben und zu entbehren. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich in der Schule unter ihresgleichen wohl fühlen und auch ernst genommen werden.
Leider gab es da in unserem letzten Jahr einige Reibungspunkte.
Wie bitte soll man den Kids vermitteln, dass aus Kostengründen die Klimaanlagen weniger laufen sollen, während andererseits endlich in der Bibliothek Licht und Aircon auf Hochtouren laufen - für jemanden, der gar nicht zur Schule gehört.
Wie ihnen erklären, dass sie ein gemeinsames Frühstück mit den Kids eines Hilfsprojektes machen sollen, aber nicht einige ehemalige Mitschüler einladen dürfen?
Spricht man die Lehrkraft dann als Elternteil darauf an, wird bockig reagiert. Und als Krönung werden dann noch unsere Kinder, also die, deren Mütter Beanstandungen hatten zu Ihnen, Herr Headmaster zitiert und dürfen sich einen Vortrag darüber anhören, dass man helfen müsse, also gutmenschlich sein soll.
Und das nennen Sie gute Zusammenarbeit?
Konstruktive Kommunikation?
Anstatt ernstgemeinte Kritiken, z.B. die Parksituation vor der Schule aufzugreifen und mit einfachen Mitteln  (Verbannung derjenigen Parker, die mit der Schule nix zu tun haben) Entspannung zu schaffen, wird eine konfuse und abstrakte Park- und Halteordnung geschaffen, die viele verärgert hat und die bösen Blicke erntet wer dafür?
Natürlich, die Mütter, die sich mal beschwert hatten.

Das nenn ich mal wirklich gute Zusammenarbeit.

Also wenn Sie wirklich Defizite in der Zusammenarbeit gesehen haben, warum haben sie nicht einer der unzähligen Möglichkeiten genutzt, mich morgens anzusprechen?
Denn alle derzeitigen Probleme von Chris rühren nicht nur von unserem Weggang her, alles was stofflich fehlt, ist die Summe der letzten Jahre.
Da kann man nun wirklich bei ihm nicht von einem überdurchschnittlichen Leistungsniveau sprechen, wenn ganze 2 Jahre nachgeholt werden müssen. Also müsste es nach ihrem Kommentar an Chris gelegen haben. Dann hat er wohl nie aufgepasst, nie mitgeschrieben und gelernt.
Wie kann man sich aber dann seine Noten erklären?
Und wenn es wirklich so wäre, warum hat keiner der Lehrer uns mal gesagt, wie schlecht Chris wirklich ist?
Dann müsste Chris ja wirklich das faulste Kind auf Erden sein, denn an seinem IQ kann es nicht liegen, das haben wir ja nun von ärztlicher Seite schwarz auf weiss, dass er ÜBERDURCHSCHNITTLICH begabt ist.
Warum hat denn kein Lehrer sein schlummerndes Talent entdeckt inmitten der wahnsinnigen Anzahl von Schülern in der Oberstufe (<20)?

Oder liegt es vielleicht doch an der Schule, bzw. an dem, was dort vermittelt wird.
Was überdurchschnittlich bedeutet, hängt immer davon ab, was Durchschnitt ist.

Harte Worte, aber es ist ja auch für uns hart, alle Probleme zu lösen.
Natürlich werden unsere Kinder ihren Weg machen und selbstverständlich waren 3 jahre Ghana eine Bereicherung. Warscheinlich nicht in dem Sinne, wie Sie es meinen, aber in Sachen Menschlichkeit, Verständnis, Anstand und wirklicher Freundschaft sind unsere Erfahrungen unbezahlbar.

Ihnen wünsche ich weiterhin viel Glück, die Schule weiterhin mit fragwürdigen Methoden vor dem Ruin zu bewahren.


Nachtrag zu dem neuesten Kommentar:

"""Immerhin gibt es Kinder, die problemlos von der GSIS an andere internationale Schulen in Ghana wechseln und dort sogar Auszeichnungen erhalten und es gibt auch viele Kinder, die von der GSIS zurueck in die Schweiz / nach Deutschland sind und dort den Anschluss geschafft haben.

Es liegt nicht immer nur an der Schule oder an den Lehrern.

Eltern sind auch in der Pflicht."""

Gepostet von einem Anonymus - da kann mal wieder jemand nicht zu seiner meinung mit seinem Namen stehen - irgendwie ärmlich.

Mag sicherlich sein, dass Schüler den Anschluss in anderen Ländern/Schulen geschafft haben, ich habe auch nie gegenteiliges behauptet. Allerdings gibt es gerade aus den letzten Jahren ausser Chris noch mehr Kinder, die es eben nicht problemlos geschafft haben.

Sicherlich liegt es nicht nur an der Schule den Lehrern und natürlich tragen Eltern auch eine große Verantwortung.
Doch meiner Meinung nach gehört es nicht zu den Pflichten der Eltern, das Zeugnis ordentlich zu schreiben.
Kommentar eines deutschen Rektors zum Zeugnis von Chris: "Was soll das sein? Seit wann wird mit Tipp-Ex verbessert? Und das hat eine deutsche Lehrerin geschrieben? Unglaublich!"

Is klar, war natürlich ein Versäumnis von uns.

Mir ist jetzt noch nicht ganz klar, was Wochen nach meinem Posting diese Welle der Verteidigung, mit der uns der Schwarze Peter zugeschoben werden soll, ausgelöst hat.
Aber als so international anerkannte tolle Schule sollte man mit Kritik anders umgehen und nicht einfach mal mit steilen Behauptungen uns den Ball zurückspielen.

Klein, aber nicht unbedingt fein

Fast ein Jahr lang gehen nun unsere 3 Kids wieder in Deutschland zur Schule.

Jeder hatte dabei mit ganz unterschiedlichen Problemen zu kämpfen.

Rein schulisch gesehen hatte es Chris wohl am schwersten.
Dazu hatte ich ja schon mal was geschrieben.
Mittlerweile geht er in die 8. Klasse auf der Realschule.
Klingt jetzt ganz normal, ist es aber nicht wirklich, denn eigentlich wäre er schon in der 10. Klasse.
Okay, ein 16jähriger in der 8. Klasse mag auch nicht so ganz ungewöhnlich sein, sitzenbleiben kann passieren.
Allerdings ist er nicht sitzengeblieben, er wurde zurückgestuft um ganze 2 Jahre!
Das war anfangs für uns echt gewöhnungsbedürftig, denn Chris ist laut Gutachten ein überdurchschnittlich intelligentes Kerlchen. Also an Grips magelt es ganz sicher nicht.
Aber was er nicht weiss, das weiss er eben nicht.
Wie auch, wenn er es nie gelernt bekommen hat.
Und genau da machen sich die Schwachstellen der Schule in Accra bemerkbar.
Ich kenne mich in der Materie nicht gut genug aus, um genau zu sagen, was dort schief läuft in der Oberstufe, ich sehe jetzt nur das Endergebnis.
Und das ist einfach nur eine Katastrophe.
Chris merkt es jetzt fast täglich, was ihm in den verschiedensten Fächern an Stoff fehlt, was hier teilweise schon in der 7. Klasse gelehrt wurde.
Er hat mehr als genug nachzuholen, obwohl er ja eigentlich schon ein halbes Jahr in der 9. Jahrgangsstufe war.
Mit dem Wissen von heute können wir froh sein, dass er nur 2 Jahre zurückgestuft wurde.
Es mag sein, dass für Afrika das Niveau der GSIS (ehemals RMS) genug ist.
Plant man eine weitere Schullaufbahn allerdings in Deutschland, dann würde ich jedem abraten, sein Kind in die Oberstufe der GSIS zu schicken.

Deshalb sind wir im Nachhinein sehr froh, dass wir das Philipp erspart haben und er hier die oberen Klassen machen kann.

Einzig die Grundschule ist akzeptabel, dann haben die Kinder wenigstens noch genug Zeit, in Deutschland Defizite aufzuholen.

Ich weiss, nicht, was die Schulleitung abhält, ein wenig mehr Augenmerk darauf zu legen, wie Schule in Deutschland läuft und sich allgemein mehr anzupassen, dass Schulwechsel vielleicht reibungsloser verlaufen.
Das geht los bei zusammengefassten Fächern wie "Realien", womit in D keiner richtig was anfangen kann, da hier die Fachlehrer ja keinen Schimmer haben, wie es denn im einzelnen Fach ausschaut, das ist wirklich Grundschulniveau.
Ausserdem neigen manche Lehrer anscheinend zu Nachlässigkeiten im sonnigen Ghana. Wie sonst erklärt sich TippEx im Zeugnis ohne Stempel.
Der Rektor der Realschule hat uns hier erst einmal aufgeklärt, dass dieses Zeugnis eigentlich ungültig ist. Er war sehr überrascht, als wir ihm sagten, dass dieses Zeugnis von einer deutschen Lehrerin geschrieben wurde.

Unsre 3 Jungs werden die negativen Altlasten der GSIS irgendwann abgearbeitet haben und einen geraden Weg mit Zukunft gehen können, wie andere damit klar kommen, ist mir schnuppe.

Sicher werden viele an der Schule froh sein, dass ich weg bin, eine weniger, die den Mund aufmacht und nicht jeden Mist jüngerhaft abnickt und befeiert.

Es werden wieder Lehrer gehen und neue Lehrer kommen, voller Enthusiasmus und Idealismus, alles Bewährte über den Haufen werfen und machtvoll wieder einmal alles verschlimmbessern.

Würde mich jemand fragen, ob er sein Kind auf die GSIS schicken soll, würde ich folgendes antworten:

Grundschule bedenkenlos ja
Mittelschule höchstens bis zur 5. Klasse
Oberstufe auf keinen Fall
10. Klasse nie und nimmer!

Besuch von Ruben & Sketches&Drama

Schon seit längerem hatte Julian angefragt, ob denn nicht mal ein Freund Ruben mit zu uns zum Spielen kommen darf. Das ist bei Ruben immer so eine Sache, da er nicht in Accra, sondern in Tema wohnt. Und diese Strecke mag dann abends doch keiner mehr fahren.
Aber da am Donnerstag eh abends in der Schule noch eine Schulaufführung stattfand, zu der auch Rubens Eltern kommen wollten, haben wir diesen Tag gleich genutzt und ich habe mittags Ruben und Julian angeholt, es war ausgemacht, dass wir ihn dann am Abend wieder mit zur Schule bringen.
Nach dem Mittag haben die zwei brav erst ihre Hausaufgaben gemacht und dann die Kinderzimmer erkundet und Lego gespielt.
Nach Ritterburg, Fernsehen und Playstation war dann noch Pool angesagt.


Von da ging es auf das Trampolin


Leider vergeht ein Nachmittag viel zu schnell, gegen halb 6 habe ich noch Fischstäbchen und Pommes gemacht und dann war es auch schon zeit, wieder in die Schule zu fahren.
Julian ist daheim geblieben und hat sich mit Akos einen Film angeschaut.

Wir hatten uns schon mittags im Hüsli unser Abendessen bestellt - Kebabs und dazu ein kühles Bierchen.

19 Uhr begann dann die Aufführung.
Die Oberstufe sowie die 5./6. Klasse hatten kleine Stücke und Sketche eingeübt.


Philipp mit "seinem Vater und seiner Mutter"

Wieviel ist 21 geteilt durch 7?



Victor, Chris und Olmo

Wie überbringt man dem Kaiser am schonendsten, dass sein Fussballverein verloren hat



Die Grazien der Oberstufe



Die 5./6. Klasse holt sich ihren Applaus ab


So gegen 8 Uhr haben wir uns noch mit einigen anderen Eltern im Hüsli zusammengesetzt und ein Bierchen getrunken, dann ging es aber nach Hause, denn immerhin war am nächsten Tag ein Schultag - wenn auch erstmal der letzte - jetzt sind erstmal 2 Wochen Ferien!

Colors

In den letzten 4 Wochen hatten die Lehrer der 1./2. Klasse, Herr und Frau Schlatter, Unterstützung von 2 Praktikanten bekommen. Frau Raaflaub und Herr Gautschin haben hier ihr Praktikum absolviert und heute war ihr letzter Tag.
Da der Unterricht in letzter zeit ganz unter dem Thema Farben stattfand, gab es nun heute eine kleine Abschiedsvorstellung mit Liedern, Gedichten und Geschichten in denen es um Farben ging.

Deshalb gingen alle Kinder heute auch kunterbunt angezogen


Als Abschiedsgeschenk gab es für die beiden Lehrer ein RMS-Shirt, auf dem Rücken haben alle Schüler unterschrieben


Schon gestern hatten die Kinder gemeinsam mit sehr viel Lebensmittelfarbe Kuchen gebacken, den gab es dann für Eltern und Kinder.

v.l. Hr. Gautschin, Eric, Julian, Hr. Schlatter


Das Klassenzimmer war bunt dekoriert mit den Werken der letzten Wochen.

Hier Julian seine beiden Mandalas


Die beiden Praktikanten machen jetzt noch etwas Sight-Seeing im Land und Herr und Frau Schlatter müssen nun wieder alleine mit der 13köpfigen Rasselbande klarkommen ;-)

Freitag, 12.12. - letzter Schultag

Heute war der letzte Schultag für dieses Jahr, jetzt gibt es erst mal 3 Wochen Ferien bis ins neue Jahr.
Die Kinder haben in den Klassen gemeinsam Frühstück gemacht oder einen Film geschaut.

Wir haben derweil am Vormittag noch ein paar Einkäufe erledigt, unter anderem Blumenkohl.
Die Preise sind wieder nach unten gegangen, also stand bei uns heute Brokkoli-Blumenkohl-Auflauf auf dem Speisezettel.

Da ich mich auf dem Weg zum Gemüsestand ziemlich mit Marmelade aus einem Donut bekleckert hatte, bin ich im Auto sitzengeblieben und habe das Treiben am Stand beobachtet.

Dabei fiel mir auf, was das eigentlich für ein schöner Anblick ist.


Besonders stachen mir die riesigen Durians, auch Stinkfrucht genannt, ins Auge.
Mann die waren echt enorm groß!


Wir haben auch so einen Baum im Garten, jetzt ist gerade Erntezeit. Das ist echt ein eigenartiges Früchtchen, irgendwie sogar amüsant. Warum, wird bei Wikipedia erklärt.
Und es ist wahr, es schmeckt klasse, aber wehe die ist überreif - der Gestank ist abartig.

Aber wir müssen uns auch nicht verstecken mit unseren Ernteerfolgen. Die nächste Bananenstaude war fertig, um vom Baum geholt zu werden.

Danach wird der ganze Stamm entfernt, damit die nächsten gut nachwachsen können.



Zum nachreifen werden die Bananen dann aufgehangen und nach und nach werden sie gelb und können gegessen werden.

Wir haben sie im Hof an den Mangobaum gehangen und es kann sich bedient werden


So, und nun könnt ihr mal schätzen, wieviele Bananen genau an dieser Staude dran sind ;-)
Ich bitte um reichlich Kommentare!!
Die Auflösung gibt es Montag abend, um all denen, die von der Arbeit aus Blog lesen, auch eine Chance zum raten zu geben ;-)

Am Nachmittag kam dann Mirko zum Übernachten zu uns, dafür hat sich Philipp bis morgen zu seinem Freund Leon verkrümelt. So gleicht sich das immer schön aus.

heute nur ganz kurz

Nach dem langen Wochenende war heute mal wieder zeitig aufstehen angesagt, denn die Kinder mussten in die Schule.
Dort haben wir uns erst mal einen Cappuchino im Hüsli bestellt und die neuesten neuigkeiten ausgetauscht, das Thema war natürlich die Wahl.
Bis Ameena zu uns an den Tisch kam, die Tochter einer Lehrerin, und uns ihren Fund präsentierte - ein ganz junges Vöglein.



Ich war sofort total begeistert von dem Teilchen und mit den anderen am Tisch haben wir uns in Artenbestimmung versucht. Wir wissen es nicht genau, aber die Mehrheit tendiert dazu, dass es sich dabei um ein Geierbaby handelt, der hässliche Schnabel spricht einfach dafür.
Es war ein winziges Federknäuel, ich weiss jetzt gar nicht, was aus ihm geworden ist.

Wir sind dann erst mal nach Tema gefahren, dort hatten wir letztens in einem Supermarkt echte Meica Würstchen entdeckt, aber blöderweise nur ein paar Gläser davon mitgenommen. Die waren aber so lecker, richtig knackig, dass wir einfach noch ein paar Gläser mehr auf Vorrat holen wollten.
Wir waren recht flott wieder zurück in Accra und hatten noch Zeit für einen Bummel im Melcom, es gab aber nix besonderes weiter.

Bis zum Nachmittag haben wir auf der Terrasse gesessen und im Internet weiter die Stimmenauszählung verfolgt.

Bis dato ist wohl noch kein wirklich amtliches Ergebnis da, aber laut letzter Meldungen kommt es wohl zur Stichwahl zwischen Nana Akufo Addo und Atta Mills am 28. Dezember

ghana-elections-going-for-second-round

(nicht von der Uhrzeit der Veröffentlichung verwirren lassen, der hat einfach die Uhrzeit bei blogger falsch eingestellt)

Donnerstag, 04.12. - Schattentheater der 5./6. Klasse

Wie eigentlich jedes Jahr im Dezember jagen sich die Termine und Veranstaltungen.

Philipps Klasse hatte die Weihnachtsgeschichte als Schattentheater aufgeführt. Dazu haben sie in den letzten Wochen alle Figuren ausgeschnitten, an Stöcke befestigt und reichlich geprobt.

Im abgedunkelten Speisesaal fand dann für die Eltern die Aufführung statt.


So sah es hinter den Kulissen aus - ganz vorn ist Philipp zu sehen


Nebenher durften wir die von den Schülern selbstgebackenen Plätzchen geniessen.
Nach dem Ende haben wir uns allerdings gleich auf den Heimweg gemacht, der Verkehr in der Stadt war eine einzige Katastrophe, man hat das Gefühl, vor Weihnachten hält sich das ganze Land in Accra auf.

Samstag, 22.11. - Weihnachtsbasar in der RMS

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit findet in der Schweizer Schule ein Basar statt.
Ich persönlich nenne das mal nicht unbedingt Weihnachtsbasar, denn dafür mangelt es einfach am dafür gewohnten Klima und einigen typischen Ständen, die auf gängigen deutschen Weihnachtsmärkten zu finden sind wie etwa Glühwein, gebrannte Mandeln usw.

Und auch Weihnachtsmusik wirkt hier irgendwie albern, denn es gibt keine Tannenbäume noch rieselt hier der Schnee, weder leise noch laut.

Da kommen bei strahlendem Sonnenschein afrikanische Trommelklänge bedeutend besser an.

Dabei kann man dann die Stände in Ruhe abklappern und sich mit allerlei Krimskrams eindecken, ein neues Bastkörbchen, eine Deko-Schildkrötenfamilie aus Muscheln, Perlen und jede Menge Weihnachtskarten, die ich in den nächsten Tagen mal schreiben und verschicken werde.



Für die Kleinen war auf dem Sportplatz eine große Hüpfburg aufgebaut, dort hat sich Julian richtig verausgabt, er war klatschnass durchgeschwitzt.

gegen mittag sind wir dann wieder heim, ohne Chris. Der wollte eh bei Mirko schlafen und ist gleich von der Schule aus dann mit hingefahren.

Abends waren wir dann im Surfers Inn essen. Philipp wollte unbedingt etwas mit Spätzle, also hat er sich Gulasch bestellt, Dani hatte Schweinefilet, Julian Schwarzwälder Schinken und Pizzabrot. Mein Hunger hielt sich in Grenzen, ich habe wiedermal leichte Probleme mit der Verdauung, deshalb gab es nur was Kleines - frittierte Shrimps.

Wir haben auch gleich bei Martin, dem Besitzer angefragt, ob es denn dieses Jahr Weihnachten wieder eine Gans geben wird. Das werden wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Bevor wir uns selber in die Küche stellen, vorausgesetzt wir haben überhaupt eine Gans zum zubereiten, lassen wir uns lieber im Surfer´s bekochen ;-)

13.11. - Teil 2 Laternenumzug

Ja, auch uns altbekannte Bräuche wie der Martinsumzug werden hier mitten in Afrika am Leben gehalten.

Die Kinder hatten in der letzten Zeit in der Schule ihre Laternen gebastelt, gegen halb 7 haben sich alle in der Schule getroffen und ihre Laterne in Empfang genommen.

Julian mit seiner Elefantenlaterne





Dann ging es raus aus der Schule, die gewohnte Runde durch´s Viertel


Es hatte ja zum Glück nicht mehr geregnet, aber die unbefestigten Wege waren doch recht matschig, was aber die wenigsten wirklich gestört hat.

Auf dem Schulhof haben sich die Kids nochmals für ein Gruppenfoto versammelt


Zum Abschluss gab es für alle Hot Dogs, Dani und ich haben im Hüsli Kebabs bestellt, dort haben wir dann noch eine Weile mit einigen anderen Eltern zusammengesessen, unsere Kinder haben noch etwas Fussball im Dunkeln gespielt und gegen 8 waren wir alle wieder zu Hause.

Julian war richtig müde, mit Müh und Not habe ich hin können überzeugen, noch zu Duschen, das tat aber auch wirklich Not, denn er war einmal so richtig in eine matschige Pfütze reingetreten.

Chris hat den Abend einsam und alleine daheim verbracht, gestört hat ihn das nicht wirklich. Ab morgen geht er dann aber wieder in die Schule, bevor er sich daheim zu Tode langweilt ;-)

Donnerstag, 06.11. - ich bin wieder mobil

Die Generalüberholung unseres Autos hat dann mal doch etwas länger gedauert, aber am Dienstag gegen mittag hatte ich es dann endlich wieder. Alpha hat es aus der Werkstatt mitgebracht, inklusive der Rechnung. Hat zwar einen ganzen Batzen gekostet, aber trotzdem war es nicht so viel, wie wir gedacht hatten.
Der Wagen ist ja auch nicht mehr der Jüngste, als wir ihn vor knapp 3 Jahren gekauft hatten, sind wir von einer Dauer von etwa 3 Jahren ausgegangen, was er noch halten muss. Damals konnte ja noch keiner ahnen, dass wir uns hier so lange festsetzen - normal wären wir in 5 Monaten ja schon wieder nach Deutschland zurückgegangen.
Soll unser Baby jetzt nochmals 3 1/2 Jahre durchhalten, muss man eben mal was investieren.

Da ich ja nun wieder unabhängig war, stand gestern einem Bummel über den Makola nichts mehr im Weg. Bettina war nicht so gut drauf und hat sich kurzfristig ausgeklinkt, so bin ich mit Martina alleine losgezogen.
Wir waren beide auf der Suche nach Stoff. Martina wollte etwas Stoff für Tischdecken, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass Dani und ich mal wieder neue Hemden im Partnerlook brauchen.
Nachdem wir fündig geworden waren, war es Zeit für etwas kühles zu trinken und ein Schwätzchen. Auffällig war, dass die Ghanaer in heller Freude und Aufregung über den Wahlsieg von Obama waren. Und alle Weissen waren automatisch Für sie Amerikaner und es war klar, dass wir auch alle Obama gewählt hatten. So nachdem 15ten, der mich zu "meinem" neuen Präsidenten beglückwünscht hatte, war es mit zuviel und ich habe gesagt, dass ich erstens keine Amerikanerin bin und zweitens, wenn ich eine wäre, hätte ich McCain gewählt.
So, bätsch - die haben nur noch lange Gesichter gemacht ;-)

Seit gestern gibt es dann auch alle Arten von Obama-Fanartikeln zu kaufen. Basecape, Autoaufkleber, Bücher, Tücher, Poster, was immer man will.

Naja, mein Glückwunsch geht an McCain, weil ihm jetzt erspart bleibt, den Karren aus dem Dreck zu ziehen ;-)

Genug der Politik, wir haben uns hier um Wichtigeres zu kümmern - z.B. die schulischen Belange unserer Kids.
In dieser Woche hat der Headmaster und die Klassenlehrerin den Bewertungsbogen für Chris ausgefüllt, mit dem er sich in der Lincoln bewerben muss.
Er hat die meisten Punkte mit überdurchschnittlich bewertet bekommen, abgesehen von Eigenschaften, die Verständnis, Einfühlungsvermögen usw. betreffen ;-)
Naja, wir kennen ihn ja, er ist halt manchmal etwas unbedacht, aber das ist okay so.

Ach ja, er übrigens Dienstag und Mittwoch erst mal krank gemacht. Dienstag morgen ging es ihm nicht so gut, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, aber kein Fieber. Zur Sicherheit sind wir erst mal zum Botschaftsarzt, um einen Malariatest zu machen. Der Test war negativ, aber die Schwester meinte, wir wollten trotzdem zum Arzt mit ihm, da einige Werte nicht so gut sind. Der Botschaftsarzt selbst war nicht da, also sind wir zu Frau Dr. Darko und die hat ihm leichte Probleme mit den Nebenhöhlen bescheinigt. Jetzt hat er Tabletten bekommen und wir haben ihm noch was zum Lösen des Schleims gegeben.
Heute war er soweit wieder fit und ist in die Schule, nur Sport und Schwimmen fällt diese Woche noch aus.

Gestern Abend war dann Elternabend in der Klasse von Philipp. Und wenn man da nicht wirklich unangenehme Neuigkeiten über sein Kind erfährt, kann man ihn dann auch als erfolgreich gelaufen bezeichnen.
Da die Babysitterin eh schon bezahlt war, sind wir danach noch einen Happen essen gegangen und waren gegen 21 Uhr wieder zu Hause.

An irgendeinem Nachmittag diese Woche waren wir nochmals unterwegs, um eine neue Steckdose für die Küche zu besorgen. Während Dani die Shops abgeklappert hat, habe ich das Treiben in dem Cold Store beobachtet, vor dem wir geparkt hatten.
Die haben da gerade neue "frische" Ware bekommen. Die Kartons, die da aus dem Auto geladen wurden, waren aussen nass, also nehme ich mal an, dass die vor dem Transport irgendwie aus einem Kühlhaus kamen.
Nur blöd, wenn das dann nicht in einem Auto mit Kühlung transportiert wird.

Aber anscheinend muss es doch für Ghanaer recht kalt gewesen sein, man beachte die Skihose!


Dass man es hier mit dem hygienisch einwandfreiem Umgang mit Lebensmitteln eh nicht so genau nimmt, konnte man dann sehr gut beobachten, als eine Frau kam und in diesem Shop Hühnchen (halb angetaut oder halb gefroren oder ehemals gefroren - ich weiss es nicht genau, es waren Hühnerteile, in Klumpen zusammengepappt) kaufte.

Auf der nicht wirklich sauberen Waage werden die Klumpen abgewogen



Und dann in die obligatorischen schwarzen Tüten gesteckt, zwischendurch kurzzeitig auf diesem hygienisch nicht ganz einwandfreiem , rauhen Holztisch gelagert.

Mahlzeit!



Aber was den Einkauf von gefrorenen Waren angeht, kann man sich nirgendwo sicher sein.
heute war ich im Shoprite, mal wieder einen Großeinkauf machen. Dort hatte ich letztens, sogar für bezahlbares Geld, im Frost Lobstertaschen gesehen. Das sind kleine Teigtaschen, gefüllt mit Gemüse und Hummer. Davon wollte ich ein paar Päckchen mitnehmen, das ist mal ein schneller Snack mittags. Aber es fühlte sich alles irgendwie etwas weich an. Ich habe einfach mal eine Packung aufgemacht und drin war alles aufgetaut. Einer der Regalauffüller fragte, ob es ein Problem gäbe, da hab ich ihm gleich mal gesteckt, dass hier wohl der Inhalt der ganzen Gefriertruhe aufgetaut war und einiges in seiner Verpackung auch nicht mehr wirklich gut aussah. Da ich nun aus dem Frost eh nix mehr kaufen wollte, habe ich die mittlerweile 3 Regalauffüller mit ihren ratlosen Gesichtern einfach stehen lassen und zur Sicherheit die ganze Abteilung mit Frischwaren aller Art links liegen lassen.
Durchfall mit Ansagen muss nicht sein ;-)
Nachdem dann an der Kasse 2 mal kurz der Strom ausfiel, es kurz dunkel wurde, wieder hell, wieder aus und dunkel, kann ich mir auch vorstellen, dass sowas eine offene Gefriertruhe nicht ewig aushält.

Heute nachmittag hat Alpha dann die Kinder alleine aus der Schule geholt. Dani und ich sind nochmal fix los, um einen neuen Wasserfilter zu kaufen. Unserer hatte wohl irgendwo ein kleines Leck, deshalb stand die Küche immer mal unter Wasser.
Heute früh gab es Kaffee mit nicht gefiltertem Wasser, Dani musste auch ein paar Mal öfter zur Toilette als normal ;-)

Apropos dreckiges Wasser.
Seit Monaten kommt ja nix mehr aus der Leitung, wir befüllen unsere Tanks mittels Wassertankern. Nach ziemlich Hinterherrennerei wurden wir in letzter zeit eigentlich immer recht regelmässig einmal pro Woche beliefert.
Letzte Woche aber hatte man uns wohl vergessen und die Tanks waren fast leer. Da die Tanks ziemlich verdreckt waren, am Grund alles schlammig, hatten wir beschlossen, über´s Wochenende sparsam zu sein, Montag morgen sollte George dann den letzten Rest rauslassen und die Tanks von innen säubern. Dann sollte gegen Mittag ein Tanker neues Wasser bringen. Wir hatten die Hoffnung, dass nach dem Reinigen dann auch das Summen in den Zähnen nach dem Zähneputzen aufhört ;-)
Doch wie es nun mal so ist, wenn man aus der Not eine Tugend macht, auch da macht wieder jemand einen Strich durch die Rechnung!
Montag morgen, 6.30 Uhr, teilte George uns mit, dass vor etwa einer Stunde der Tanker da war und alle Tanks mit Wasser randvoll gemacht hat, das hätte ihm unser Nachtwächter übermittelt. Klasse, beim Befüllen wird der Dreck am Boden nochmal so richtig aufgewirbelt und kann sich so richtig gleichmässig im ganzen Wasser verteilen ;-)

Nun ja, ich bin mir ganz sicher, man wird uns wieder mal vergessen zu beliefern und dann haben wir vielleicht wieder mal die Chance, uns wenigstens vorzunehmen, die Tanks zu reinigen ;-)

So, und jetzt noch was in eigener Sache - bitte keine Hemmungen haben, mal einen Kommetar oder einen Eintrag im Gästebuch zu hinterlassen - dann weiss ich, dass ich mir hier nicht umsonst die Finger wund tippe ;-)

Dienstag, 28.10. - mir fällt nix ein

Zumindestens nicht überschriftenmässig ;-)

Heute morgen haben wir nur kurz die Kinder in die Schule gefahren und sind gleich wieder heimgefahren.
Alpha hat ja nun diese Woche ohne Auto nicht wirklich was zu tun, also kann er George mit zur Hand gehen beim Herrichten unseres Vogelgeheges. Das wird jetzt nämlich zum Hundezwinger umgebaut. Alle Teile auseinanderschrauben, jedes einzeln vom Rost befreien und neu anstreichen. Da haben die zwei Helden zu tun diese Woche.

Etwas später am Vormittag sind wir dann zur Lincoln School gefahren, um dort die Anmeldepapiere für Chris zu holen.
Er ist ja jetzt in der 9. Klasse in der Schweizer Schule und hat ab nächstem Jahr 2 Möglichkeiten.
Zum einen kann er dort in einer Art Fernstudium mit Betreuung die 10 Klasse machen oder aber er wechselt an die Lincoln und kommt so doch noch an sein Abitur.
Wir haben die Entscheidung mehr oder weniger ihm selbst überlassen und vor einiger Zeit hat er mich gebeten, mich mal wegen Schulwechsel zu kümmern.
Manchmal muss man einfach nur etwas Geduld haben und es entwickelt sich, wie man es sich wünscht ;-)

Danach haben wir am Tetteh Quarshie Halt gemacht und sind ein wenig über den dortigen Kunstmarkt gebummelt.
Ich war noch auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für Dani, hatte eigentlich auch etwas ganz konkret im Sinn, aber beim Stöbern und auch auf Danis Anregung hin ergab sich dann etwas ganz anderes als ich ursprünglich geplant hatte.
Macht ja nix, es soll ihm ja schliesslich gefallen.
So konnte er es sich gleich selbst aussuchen, mit der ganzen Geheimnistuerei bei den Geschenken haben wir es eh nicht so.
Aber trotzdem bekommt er es erst an seinem Geburtstag und auch dann erst gibt es Fotos ;-)

Tja, ansonsten haben wir die übrige Zeit daheim auf der Terrasse verbracht, Dani hat sich mit seinem neuen "Spielzeug" beschäftigt.
Es gab nämlich gestern von Ghana Telecom eine neues DSL Modem für uns!
Ja, so schnell kann es gehen, wenn der Nachfragende das richtige Geschlecht hat.
So herablassend wie mich Mr. Addi hat letztens abblitzen lassen, so hilfsbereit ist er gestern Dani begegnet. Ich war zwar die ganze Zeit in seinem Büro mit dabei, aber ich glaube, er hat mich nicht mal wahrgenommen, wie auch - ich bin ja eine Frau.
Kurze Rede - langer Sinn - 17 Uhr stand der Techniker auf der Matte, mit einem neuen Modem und hat es auch gleich angeschlossen und konfiguriert.
Heute hat er sich nun erst mal ausführlich damit vertraut gemacht, in den Einstellungen herumgestöbert, das eine oder andere etwas verändert und mit jedem mal wurde es besser.

Mein Beileid all den Kunden, die weniger Wissen als Dani haben und im Problemfall gänzlich auf Ghana Telecom angewiesen sind.

Donnerstag, 04.09. - gibt nix wirklich zu berichten

Denn wenn man nichts großartig unternimmt, dann gibt es auch nichts weiter Interessantes zu schreiben.
Seit letzten Samstag hat mich irgendein bösartiger Virus heimgesucht, der mich mehr oder weniger dazu nötigt, in Reichweite von einer Toilette zu bleiben.
Und da es davon in dieser Stadt nicht allzuviele vernünftige gibt, bin ich halt die meiste Zeit daheim.
So haben sich meine Ausflüge im Wesentlichen auf morgens Schule, danach fix Einkaufen und dann nix wie heim.

Gestern habe ich meinen Lebensmittelpunkt dann doch ins Bett verlagert, irgendwann spielt der Kreislauf nicht mehr so mit.

Zu allem Übel brachte Gladys gestern dann auch einen Krankenschein, sie kommt erst am Montag wieder.
Das nenne ich mal perfektes Timing, nutzt aber nix.
Heute ging es mir wenigstens wieder soweit besser und ich konnte daheim einiges erledigen - aber immer noch schön nah einer Toilette ;-)

In der Schule läuft es bei den Kids ganz gut. Julchen hat Handarbeit als sein Lieblingfach erkoren, aber Sport mag er nicht wirklich.
Dienstag und Donnerstag bleibt er im Hort und dort machen dann die Kinder gleich noch Hausaufgaben. Das ist ja nun eine Umstellung für ihn, konnte er doch als Kindergartenkind in der Zeit spielen. Deshalb hat er vorgestern mit der Hortnerin erstmal eine Diskussion angefangen, dass er keine Hausis machen möchte. Denn schliesslich heisst es Hausaufgaben, weil man die zu Hause machen soll und nicht im Hort.
Zu unserer Befriedigung war die Hortnerin überzeugender und Julchen hat sich gefügt.

So, und jetzt fällt mir nix mehr ein zum schreiben...........

Montag, 18.08. - erster Schultag

Heute war es soweit, die Schule geht wieder los und für Julchen wird es ernst ab jetzt.
8 Uhr haben sich alle auf dem Schulhof versammelt und der neue Headmaster hat erst mal die neuen und auch die alten Lehrer vorgestellt und die neuen Schüler an der Schule begrüßt.



Und auch die Erstklässler wurden extra willkommen geheissen


Gemeinsam mit den Kindern der 2.Klasse ging es dann ins Klassenzimmer.
Die Stelle des Klassenlehrers teilt sich ein junges Ehepaar aus der Schweiz.

Da für die beiden alle Kinder neu sind, durfte sich jeder erstmal ein Namensschild anheften, hier holt sich Juli seines ab.


Der Schwerpunkt des ersten Tages lag dann erst mal auf dem gegenseitigen Kennenlernen.

Auch Chris und Philipp haben neue Lehrer bekommen und sind jetzt nach den ersten 2 Tagen eigentlich zufrieden. Ein paar Schüler fehlen noch, die kommen dann wohl in den nächsten Tagen eingetrudelt.

Heute gab es dann auch schon Hausaufgaben für Julian, da er Dienstags bis Schulschluss im Hort bleibt, erledigt er die dort unter Aufsicht von Frau Sawyer. Und heute war er wohl so hochmotiviert und fix, dass er viel mehr gemacht hat, als er sollte.
Hoffen wir mal, dass dieser Enthusiasmus noch ein paar Jahre anhält ;-)

Freitag, 27.06. - wieder ein Schuljahr vorbei

Der letzte Schultag steht wie jedes Jahr ganz im Zeichen des Abschiednehmens.
Auf verschiedenste Art und Weise.
Es gibt traurige und fröhliche Anlässe dafür.

Für Julian galt es, vom Kindergarten Abschied zu nehmen. Das ist nicht wirklich traurig, denn er kommt in die Schule und bleibt in seiner gewohnten Umgebung mit all seinen Freunden, egal, ob sie auch in die Schule kommen oder im Kindergarten bleiben.

Hier ist er letztmalig auf dem Weg zum Kindergarten


Am 18. August wird er den gleichen Weg gehen, halt nur mit einem Schulranzen.

Deshalb bekam er auf der Abschlussfeier auch seine Schultüte überreicht


Letztmalig trifft auch hier zu: die Oberstufe wird in dieser Zusammensetzung nicht mehr gemeinsam singen.
Einige wechseln auf die Highschool, andere gehen aus Ghana fort.


Auch aus anderen Klassen wurden Kinder verabschiedet, aus den verschiedensten Gründen.

Aber auch beim Lehrpersonal steht ein großer Wechsel bevor. Gleich 4 Lehrer und der Headmaster haben ihre 2 oder 3 Jahre hier nun geschafft und wurden verabschiedet.


Im Anschluss an die Schulabschlussfeier hatte der Headmaster noch alle Lehrer, Eltern und Kinder zum Abschiedsapero eingeladen, mit afrikanischer Musik, lecker Häppchen und Drinks.
Eine gute Gelegenheit, noch dem einen oder anderen in Ruhe Tschüss zu sagen.


In 7 Wochen geht es weiter, mit vielen neuen Gesichtern, aber auch mit vielen bekannten und darauf freuen wir uns schon.
Bis dahin haben wir aber erst mal Urlaub in Deutschland.

Bei Chris und seinen Freunden habe ich das Gefühl, dass sie, um diese lange Zeit zu überbrücken, sich jetzt auf die letzten Stunden irgendwie nochmal auf "Vorrat" sehen wollen.
Gestern nachmittag haben wir ihn zu Lasso und Mascha gefahren, mit Übernachtung.
Und heute ging es dann nachmittags zu Anne. Okay, von Anne wird es ein längerer Abschied sein, sie geht Mitte Juli nach Deutschland auf ein Internat und kommt wohl erst Weihnachten wieder zu Besuch nach Ghana.
Gönnen wir den Kids das Zusammensein einfach...............

Hilfe - die Indianer sind los!!!

Nicht ganz so von Lustlosigkeit geplagt wie wir sind allerdings die Kinder.
Für die findet jetzt in den letzten Wochen noch so das Eine oder Andere statt, was Abwechslung bietet.
Und manchmal dürfen auch wir Eltern dabei sein.
So wie heute beim Indianerfest im Kindergarten.


In den letzten Wochen haben die Kinder Zeichensprache, Spurenlesen. Gesänge und Tänze der Indianer gelernt und uns das heute vorgeführt.


Häuptling "Schlauer Fuchs"


Danach wurde ein Lagerfeuer gemacht und Würstchen am Stock gegrillt. So haben wir uns alle gleich das Mittagessen gespart ;-)


Auch für Philipp ist heute ein besonderer Tag. Die Klassenlehrerin hatte sich als Schuljahresabschluss noch etwas besonderes ausgedacht.
Eine Lesenacht in der Schule. Jeder bringt 1 oder 2 seiner Lieblingsbücher mit und kann dann daraus vorlesen. Abendessen und Frühstück wird gemeinsam im Hostel gegessen, für den Abend bringt jeder etwas zum Knabbern mit. Und geschlafen wird auf Matratzen im Hortraum.
Einige Schüler aus der Klasse verlassen die Schule für immer und so haben alle noch gemeinsam ein schönes Erlebnis.
Ich finde das echt eine tolle Idee, schön, dass es solche Lehrerinnen gibt, die auch ausserhalb vom Notwendigen viel Engagement zeigen und für die Kinder mit viel Einsatz etwas auf die Beine stellen.

Mittwoch, 09.04. - Unveiling the wall

Oder auch ganz einfach für die mit weniger Englischkenntnissen "Enthüllung der Mauer".
Denn diesmal haben die Schweizer ´ne Mauer errichtet, besser gesagt, eine bestehende Mauer verziert, in Zusammenarbeit mit den Deutschen ;-)
Nun mal wirklich Klartext. Im letzten Jahr hat die RMS an einem Kunstobjekt für das National Museeum Accra gearbeitet, initiiert von der Schweizer Botschaft. Die Schüler, Lehrer und auch einige Eltern haben Tontafeln gestaltet, welche dann in Form einer Welle an der Mauer angebracht wurden.
Aus Zeitgründen fand die offizielle Einweihung nun erst heute statt.


Gegen 10 Uhr haben sich alle auf dem Schulhof getroffen, die Kinder alle im offiziellen hellblauen Schul-Shirt.


Die Kleinesten hatten natürlich Vorrang beim Einsteigen in die Busse.
Hier der Kindergarten 2 - also die "Großen"


Mit 2 angemieteten Bussen, dem schuleigenen Kleinbus und einigen Eltern ging es dann zum Nationalmuseum.

Hier die 3./4. Klasse mit ihrer Lehrerin


Dann haben sich natürlich erst mal alle ihre Kunstwerke angeschaut.


Von der Nähe schaut das dann so aus.......


Und hier mal das Gesamtkunstwerk


Dann gab es natürlich noch den offiziellen Teil mit Ansprachen und Reden, die aber wirklich sehr kurz gehalten wurden. Wie immer, eine gute Gelegenheit, ein Schulfoto zu machen.

Lehrer und Schüler der RMS vor dem National Museum Accra


Und hier nochmal alle vor der Mauer

Ganz Klasse finde ich immer das Outfit von Lehrern und Staff. Immer der gleiche Stoff, jeder aber im Dress mit dem Schnitt seiner Wahl.

Überpünktlich waren wir dann zum Mittag wieder in der Schule.
Ich habe ja seit letzter Woche jetzt immer Mittwochs statt Montag Büchereidienst, also hab ich die Bibliothek einfach 15 Minuten eher aufgemacht - dafür aber auch eher Schluss gemacht ;-)

Und ich habe endlich mal ein Foto gemacht.

Die Kinder in der Leseecke

Samstag, 29.03. - Grümpelturnier

Heute war es mal wieder so weit - das alljährliche Grümpelturnier in der RMS stand an.
Das Aufstehen war ehrlich gesagt eine Qual, halb 7 für einen Samstag morgen ist arg zeitig.
Aber die Vorfreude siegte und viertel vor 8 waren wir superpünktlich in der Schule.
Nach und nach trudelten auch alle anderen ein und so ging es eigentlich recht pünktlich 8 Uhr los mit den ersten Spielen der Schülermannschaften. 6 Teams traten zuerst jeder gegen jeden an. Dann waren die Erwachsenen gefordert. 4 Teams - RMS, Accra United, Oberstufe und Deutsche Botschaft - traten wie die Schüler gegeneinander an.

Zwischendrin aber gab es die am heissesten umjubelten und auch spannendsten Spiele des Turniers: die Kleinsten wollten es nämlich auch wissen. 3 Teams, zusammengestellt aus Kindergarten und 1./2. Klasse - jeder wollte gewinnen und keiner hat dem anderen was geschenkt. Bei keinen anderen Spielen der Schüler oder der Erwachsenen wurde soviel gejubelt und angefeuert wie bei den Kleinen ;-)


ein Spiel der Kleinsten



Chris im Tor für das Schülerteam Blau



Julian



Julian mit seinem Team Weiss


Genau wie letztes Jahr war es für Chris und einige seiner Mitschüler auch diesmal wieder ein harter Tag, da sie in 2 Teams spielten, einmal bei den Schülern und dann als Oberstufe bei den Erwachsenen. Aber auch für alle anderen war es sehr anstrengend, denn es war brütend heiss, ab und an ging mal ein kleines Lüftchen, was aber nicht wirklich Abkühlung brachte.

Chris´ Team Blau wurde bei den Schülern 6. Platz.
Philipp mit Team Weiss schaffte den 3. Platz.
Julians Team verpasste knapp den Sieg im Finale und wurde 2. Platz.

Bei den Erwachsenen musste Dani mit Accra United gegen Chris mit der Oberstufe um Platz 3 spielen. Bei einer solchen Konstellation ist es immer schwer, wenn nicht gar unmöglich für mich, eine Mannschaft zu favorisieren. Deshalb habe ich mich zum Essen ins Hüsli verzogen und erst danach erfahren, dass die Oberstufe verloren hatte.
Im Finale gewann die Deutsche Botschaft gegen die RMS.

Allerdings würdigte jeder die Leistung der Oberstufe, die ja alle doppelt so viel Spiele machen mussten. Und deshalb gab es statt Pokal für alle Spieler einen Gutschein über ein Essen im Schweizer Hüsli.

Und wie jedes Jahr ist das Grümpelturnier eine gute Gelegenheit, mal alle Schüler gemeinsam abzulichten.



Philipp stolz mit seinem Pokal und seinem neuen Fussball



Die Ausbeute der Familie Langer - 4 Pokale



Reif für die Waschmaschine - die 3 Langer-Kinder nach dem Turnier


Da nach so einem langen anstrengenden Tag wirklich keiner Lust hat, sich an den Herd zu stellen, man aber doch was richtiges zu essen braucht, wollten wir zum Essen fahren.
Nach einer ausgiebigen Dusche und einer Stunde relaxen sind wir dann ins Surfers Inn gefahren. Bis unser Essen kam, haben die Kinder draussen Kicker gespielt und wir haben uns drinnen unterhalten.
Martin, der Eigentümer, ist dabei, seine Website neu zu überarbeiten - ein Klick lohnt sich.



Noch mehr Bilder vom diesjährigen Grümpelturnier findet ihr auf unserer

Homepage

in der Photogallery.