Posts mit dem Label Deutsches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Deutsches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 06.12. - Der Nikolaus war da

Heute war es nun soweit, eine Nikolausfeier der etwas anderen Art ;-)

Eine Menge Familien mit Kindern waren heute im Haus des Stellvertretenden Botschafters eingeladen, denn dort hatte sich der Nikolaus angekündigt.

Während sich die Eltern mit "Erwachsenengesprächen" beschäftigten, haben sich die Kids die Zeit im Pool vertrieben.


Jeder der Gäste hatte eine Kleinigkeit für´s Buffet mitgebracht, ich habe ein Brot und einen Salat gemacht


Dann wurde es langsam dunkel und die Kinder haben den Flur belagert und gewartet.........
Ein paar der größeren Kids haben für die Kleinen Puppentheater gespielt, das Krokodil wurde dabei zum 100millionsten Mal vom Kasper erschlagen ;-)


Und dann kam er endlich - der Nikolausi


Die Eltern hatten vorher für ihre Kinder kleine Geschenke abgegeben, ein paar Zeilen über die Kinder geschrieben, damit der Nikolaus Lob und Tadel austeilen kann.

Die Kinder wurden einzeln gerufen, gelobt für gute Taten und natürlich auch ermahnt, in Zukunft das eine oder andere besser zu machen.

Julian war gleich der erste und er durfte versprechen, dass er ab jetzt ein wenig mehr essen wird, dann gab es aber sein Geschenk und ein Beutelchen mit Naschereien.


Nachdem der alle der etwa 30 Kinder ihre Geschenke hatten, wurde noch das Kinderzimmer von Max geplündert und die Jungs waren als Piraten und Räuber unterwegs.


Da wir am Nachmittag mit als erste gekommen waren, bedeutete das, dass wir mit als letzte gehen können - wir waren nämlich eingeparkt ;-)
Also haben wir uns einfach noch gemütlich mit etwas zu trinken im Garten aufgehalten, uns nett unterhalten und als dann die meisten gegangen waren, kamen wir auch mit dem Auto wieder raus und waren gegen 8 Uhr wieder zu Hause.

Morgen ist nun hier in Ghana Wahltag, wir verbringen den ganzen Tag daheim.
Ergebnisse sind morgen eh nicht zu erwarten, das wird wohl erst Mitte nächster Woche werden.

Warten wir einfach mal ab.............

03.10. - Tag der Deutschen Einheit

Für viele Deutschen hier ist wie in Deutschland der Tag der Einheit Feiertag.

Die Kinder hatten bis mittags Schule, so hatten wir am Vormittag Zeit, noch in Ruhe zum Friseur zu gehen. Bei mir war es dringend Zeit, den Pony mal wieder zu kürzen, es bildete sich schon wieder ein Mittelscheitel ;-)
Dani hatte sich seinen berufsbedingten Kurzhaarschnitt gegönnt.
Und für den hat der Herrenfriseur eine halbe Stunde länger gebraucht als ich für Waschen, Schneiden und Fönen zusammen.
Tja, hier ist halt so einiges anders ;-)
Über Mittag zog sich in der Stadt ganz atypisch der verkehr an diversen Stellen zu und so kamen wir mal schon mit ein paar Minuten Verspätung in der Schule an, um die Kinder abzuholen.
Na und dann nix wie heim, Tor zu und den Wahnsinn draussen lassen.

Aber abends mussten wir ja dann nochmal raus, zum Empfang ins Golden Tulip - wie jedes Jahr.
Dani trägt ja berufsbedingte Kleidung ;-) und ich hatte mich für eine meiner Trachten entschieden. Weil die nach langem Hängen im Schrank immer recht muffig riechen, habe ich die mal schon unter der Woche gewaschen, Kristin hatte sie gebügelt und sie hing anziehbereit am Schrank.
Frisch geduscht schlüpfe ich in das Oberteil, zieh den Reissverschluss zu und *ratsch* platze das Teil von oben nach unten auf! Bingo! Volltreffer!
Einzige wirkliche Alternative an passabler Bekleidung war eine andere Tracht, die mittlerweile seit einem Jahr im Schrank hing und vor sich hinstank.
Und das 20 Minuten vor Aufbruch - da verursacht zeitdruck vermehrtes Schwitzen ;-)
Also die Stinketracht ab in den Trockner mit einer Handvoll Trocknertücher - lieber penetranter Parfümgeruch als Modergeruch ;-)
Zu Dani habe ich nur gemeint, in 10 Minuten kann ich Dir sagen, ob ich mitgehe oder daheim bleibe.
Die Trockneraktion ging gut, ich hatte was passendes zum Anziehen und wir kamen sogar überpünktlich im Tulip an.
Aber ist ja typisch für uns, dass es nicht ganz glatt läuft, oder?

Der Empfang selber war so, wie ein Empfang nun mal so ist, man steht rum, Reden werden gehalten - erfreulicherweise in vertretbarer Länge - es gab Häppchen, teilweise deutsche Spezialitäten wie Brezen, Rollmops, Leberkäs und Würstl, man lernt neue Leute kennen, trifft alte Bekannte, tingelt von Stehtisch zu Stehtisch bis Füsse, Beine oder Rücken sich bemerkbar machen. Ich nenn das ganz offen und direkt Leiden für das Vaterland ;-)

Halb 9 war offiziell Schluss, so gegen 9 sind wir dann auch alle los, natürlich nicht heim, sondern auf den obligatorischen Absacker ins Paloma. Das dann 2 Absacker draus geworden sind, naja, passiert halt ;-)

Im übrigen habe ich gestern Abend zum zweiten Mal die Chance verpasst, Mr. Jerry John Rawlings die Hand zu schütteln.
Zum ersten Mal habe ich ihn zum Finale CAN 2008 gesehen, nur war die Halbzeitpause zu kurz, um bis auf Handschütteldistanz ranzukommen.
Gestern tauchte er auch auf dem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit auf, stand auch nur ein paar Meter von uns entfernt. Diesmal war ich aber ehrlich gesagt zu feige, hinzugehen ;-)
So what - es wird sicher ein drittes Mal geben.
Man kann von diesem Mann halten was man will, aber eins können auch seine Gegner schwer leugnen - er hat einfach Charisma und eine ganz besondere Ausstrahlung.

Testbericht Brandenburg

Ergebnis: Bestanden mit "Sehr gut"

Viertel vor 5 haben wir erst mal Chris abgeholt und Mirko hatte sich entschlossen, mit uns mitzufahren. Zum Sonntag ist nicht viel Verkehr auf der Strasse, so waren wir schon viertel nach 5 in Tema, bzw. in "Brandenburg" ;-)

Draussen so wie ein typischer ghanaischer Spot, drinnen kann man auch sitzen, das wird so gegen 6 aufgemacht.
Durch den Regen hatte es angenehm abgekühlt, also haben wir uns nach draussen gesetzt, der Chef kam gleich zu uns. Wir haben erstmal die Drinks bestellt und in Ruhe die Speisekarte studiert. Das war recht einfach, denn sie war in Englisch und in Deutsch geschrieben :-)
Ich wollte auf jeden Fall Bratkartoffeln, der Chef meinte, die Beilagen kann man auch austauschen. Dani und ich haben Buletten mit Bratkartoffel bestellt, Mirko wollte Leberkäse mit Ei, Juli und Philipp gemeinsam eine Portion Bratwurst mit Brot. Chris war sich nicht ganz schlüssig, aber als Hans meinte, es gibt noch Eisbein, war er sofort dabei.
Während wir auf´s Essen warteten, haben wir uns gut mit ihm unterhalten, die typischen Kennenlerngespräche, wenn sich hier Landsleute treffen halt. Man erfährt etwas über den anderen usw.
Angefangen hat er mit dem Lokal nur draussen, nach und nach dann innen zum Gastraum ausgebaut.
Das Essen war wirklich absolut lecker, schmeckt wie in Deutschland, war die einhellige Meinung. Es gab wirklich nix dran zu mäkeln. Ebenso überzeugend wie das Essen waren auch die Preise. Für uns 6 zusammen mit Getränken haben wir knapp 29 Cedis bezahlt, das sind nicht mal 20 Euro umgerechnet.
Also eigentlich rundherum überraschend, denn wir haben echt keinen Haken an der Sache gefunden :-)

Deshalb haben wir uns dann auch verabschiedet mit den Worten: "Wir sehen uns".

Halb 8 waren wir wieder zu Hause, Kinder unter die Dusche und ab ins Bett. Denn morgen früh geht der Ernst des Lebens wieder los - die Schule...............

Sonntag, 11..05. - wir haben "Brandenburg" entdeckt

Mehr oder weniger durch Zufall bin ich vor ein paar Tagen an die Info gekommen, dass es hier ausser dem Surfer´s Inn noch ein Restaurant geben soll, was von einem Deutschen geführt wird.
So haben wir uns heute morgen mal auf den Weg nach Tema gemacht, um genauer zu erkunden was es damit auf sich hat.
Und es war sogar einfacher zu finden, als wir gedacht hätten.

Gleich im Vorbeifahren fiel mir die Beschriftung "Brandenburg"
und die beiden Wappenadler in Rot auf.


Deutsche Grillspezialitäten - mal sehen, ob es hält, was es verspricht


Als wir kurz anhielten, um ein Foto zu machen, kam auch schon der Besitzer angefahren, stellte sich als Hans vor und gab uns einen kleinen Einblick in das Angebot - Bratkartoffeln, Eisbein, Sauerkraut, Leberkäse........
Sowas macht dann doch Lust darauf, also haben wir das Kochen heute Abend gestrichen und lassen uns lieber bekochen - im Brandenburg ;-)
Bericht darüber folgt........

Hier noch 2 Schnappschüsse von unterwegs.

Resi, i hol di mit meim Traktor ab


Der nächste Winter kann kommen,
zumindestens ist die Schuhkollektion mal schon angekommen


Dann war heute Mittagsschlaf angesagt, nachdem wir heute morgen kurz nach 7 Uhr durch die ersten Mutertagsgrüße von Danis Eltern geweckt wurden - sie hatten einfach vergessen, dass wir hier doch 2 Stunden hinterherhinken in der Zeit.
Aufgewacht bin ich dann so gegen 2, als ein Lüftchen aufzog und gleich darauf regnete es auch.
Die Luft ist aber jetzt herrlich abgekühlt, wir sitzen immer noch draussen.
Vor ein paar Minuten wurden dann die Hunde plötzlich sehr unruhig, von der Strasse her war ein komisches Geräusch zu hören. April war wirklich richtig aufgeregt, dann ängstlich. Es war immer so ein komisches kurzes Knallen, als würde jemand knisternde trockene Stöcke in die Bäume vor dem Haus werfen oder so. Nur es war weit und breit niemand zu sehen.
gerade eben hat Dani nach längerer Beobachtung herausgefunden, dass wieder die Stromleitung das Geräusch verursacht. Jetzt liegt er mit der Kamera auf der Lauer, um ja das erste Foto zu machen, wenn das Ganze vielleicht wieder in Flammen aufgeht.
Es zischt mittlerweile schon heftiger.
Letztens waren ja 2 der 4 Leitungen miteinander verschmolzen und warscheinlich haben die die neuen Leitungen so straff gezogen, dass die sich jetzt, wo es kühler wurde, zusammengezogen haben. Aber wie es ausschaut, wird es wohl nicht zum Supergau kommen, das Knistern hat aufgehört - seit der Regen aufgehört hat.

Also kein Foto heute vom in Flammen stehenden Strommast.
Aber das war ja sicher nicht der letzte Regen..........

Montag, 31.03. - endlich wieder Regen

Da heute ja Monatsletzter ist und da immer die Gehälter für unsere Angestellten gezahlt werden, musste ich heute morgen erstmal zum Forex Bureau, um Geld zu tauschen. Wir hatten diesen Monat nicht soviel hierher überwiesen, weil ich aus Deutschland Euros mitgebracht hatte. Und der Kurs ist ja derzeit recht gut für uns, für 1 Euro gab es heute 1,53 Cedis.
Dann wollte ich erstmal wieder heim, um die Lohntüten fertigzumachen, da fährt David doch beim Ausparken volle Kanne in eine Werbetafel. Keine Ahnung, wie sowas passieren kann. Er wollte gleich weiterfahren, ich hab nur angemerkt, dass es vielleicht doch besser ist, erstmal zu schauen, ob es was am Auto getan hat. `Ne fette Schramme hinten im Ochsenfänger - es gehört schon einiges dazu, da ´ne Delle reinzumachen.
Ich war da schon ziemlich sauer, also erstmal heimfahren und dann weitersehen.
Das war auch eine weise Entscheidung, denn dann wurde es plötzlich ziemlich dunkel draussen und es kamen Wassermassen vom Himmel, begleitet von Gewitter mit lautem Donner.
April hat den Himmel angebellt, das hat ihr gar nicht gefallen.

Aber den Pflanzen hat es mal gut getan, obwohl das noch lange nicht genug war.

Und so schaut Regen hier aus



Am Nachmittag sind Dani und ich nochmal los, um Bürozeugs zu besorgen. Es war Zeit, sich mal ein gescheites Ablagesystem für den ganzen Papierkram zuzulegen.
Erst waren wir im Kingdom Bookshop, aber die hatten nur ganz teure Systeme, viel zu teuer für ein bischen Plastik.
Fündig sind wir dann im Herlitz-Shop geworden - es geht halt nix über deutsche Qualität ;-)
Und jetzt ist wieder Ordnung in den Papieren.


08.03. - 23.03. - mit Julian in Deutschland

Und auch diesmal - der Blog heisst Live in Ghana und deshalb will ich mal nicht allzu viele Worte verlieren über die letzten reichlich 2 Wochen in Deutschland.
Nur soviel - es war viel zu kalt. Jedenfalls für mich und das wird bei mir der vorherrschende Eindruck bleiben ;-)

Julian hat es wohl etwas gelassener gesehen und sich schnell mit dem dicken Anorak angefreundet.


In der ersten Woche habe ich mir einen Wunsch erfüllt - ich bin für 2 Tage nach Ingolstadt gefahren, habe dort eine gute Bekannte besucht und abends haben wir uns zum Stammtisch getroffen.
War schön, mal wieder die alten Gesichter zu sehen und zu klönen.
Leider hat es an beiden Tagen geregnet, das hat meine Bummelei in der Stadt stark gebremst und so habe ich die meiste Zeit daheim bei Lydia bei Kaffee und Klatsch und Tratsch verbracht.
Dafür nochmal danke - für Bed & Breakfast :-)

In der 2. Woche gab es dann sogar noch Schnee und Julian konnte sogar mit Oma Schneeballschlacht machen.


Aber mal ehrlich, extra deswegen in die Kälte nach Deutschland reisen?
Wozu?

Geht doch auch in Ghana, sogar zur heissesten Zeit im Jahr.

Schaut mal, was Chris da gerade werfen will......


Schnee!


Okay, es ist nicht ganz so viel wie in Deutschland und er kam auch nicht vom Himmel sondern aus der Gefriertruhe - aber immerhin ;-)


Aber auch ich hatte in mitten Deutschland einen Hauch von Afrika.
Mit Kay und Diana waren wir abends zum Essen und welch Überraschung - es war afrikanischer Abend.

Dafür bin ich um die halbe Welt gereist, um afrikanisch zu essen ;-)


Am Ostersonntag sind wir dann nach einem ziemlich langen und anstrengenden Tag abends 19 Uhr wieder heile in Accra gelandet - Dani hat uns abgeholt.
Trotz der schon vom Hinflug angeschlagenen Koffer kam alles unbeschadet und vollständig an, wir haben gleich abends noch alles ausgepackt und größtenteils verstaut.

So blieb Montag reichlich Zeit, erst mal wieder die Sonne und Wärme auf der eigenen Terrasse zu geniessen ;-)

Donnerstag, 28.02. - Wli Waterfalls

Für einen Tagesausflug von Accra zu weit entfernt sind die Wli Water Falls.
Aber von Ho aus ohne Stress machbar.
Nach einem nicht wirklich guten Frühstück (pappiger Toast, kalte Eier, kalte Bohnen)ging es weiter nach Norden nach Hohoe und von dort direkt bis an die Grenze nach Togo. Dort liegt das Dorf Wli. Nach dem Bezahlen der eigentlich fairen Eintrittspreise ging es mit einem Führer quer durch den Dschungel. Der Fussmarsch dauert etwa 45 Minuten und führt über 9 Brücken, da kann man gut abzählen, was noch vor einem liegt ;-)

Hier traben meine 4 Männer brav hinterher


Abgesehen von den Brücken aus einfachen Holzbrettern und einigen Bänken aus Bambus zum Ausruhen kein Zeichen von Zivilisation - nur Natur pur


Nach Brücke Nummer 9 waren wir dann endlich am Ziel.


Glasklares Wasser, gar nicht kalt, kam aus ca. 80 m Höhe herunter.


Die Kids haben erst mal die Schuhe ausgezogen und die Hosenbeine hochgekrempelt und haben sich in das flache Wasser gewagt.


Hier das obligatorische Enkel-Foto ;-)


Wir waren eine reichliche Stunde an den Wasserfällen, die Kinder haben Kaulquappen gefangen und wir haben Schmetterlinge, Libellen und Fische beobachtet.
Dann machte sich Hunger bemerkbar, aber vor uns lagen erst noch 9 Brücken und wieder 45 Minuten Fussmarsch. Aber bekanntlich geht es auf dem Rückweg immer schneller, jedenfalls kommt es einem so vor.

Mittagessen sollte es in der Wli Waterfall Lodge geben.

Blick von der Lodge nach Togo



Spaghetti, Sandwich und Kebabs mit Pommes, eiskalte Minerals - da kann man sich erst mal wieder ein wenig erholen. Zumal die Lodge von Deutschen geführt wird, da kann man mal wieder mit neuen Leuten reden. Wenig später kam noch ein deutschsprachiges Pärchen. Sie leben in Nigeria und machen gerade eine Tour durch Ghana. Wir kamen schnell ins Gespräch und haben die beiden mit ein paar Tips zu Ghana versorgt (Wo ist eine Reinigung in Accra? Wo kann ich ins Internet? Wie komme ich an eine Handynummer? Wo kann man essen gehen? usw.)
Die Zeit verging wie im Flug und gegen halb 4 sind wir dann aufgebrochen wieder Richtung Ho.

Aufgrund der eher schlechten Erfahrung mit dem Essen im Hotel wollten wir am Abend einfach irgendwo anders in Ho essen gehen. Am Weg lag das Woezor Hotel, aber schon von aussen versprühte das Hotel den Charme einer Bahnhofsspelunke, es war zudem drinnen alles dunkel, da haben wir auf dem Hacken kehrt gemacht und hatten uns schon entschlossen, es doch im Chances Hotel nochmal zu versuchen. Auf dem Weg kamen wir dann noch am Taurus Hotel vorbei, warum nicht einfach mal schauen, vielleicht klappt es ja dort. Es war ein sehr kleines Hotel, eher wie eine Pension, sauber, ordentlich mit einem kleinen Speisesaal. Wir haben uns erst mal was kühles zu trinken bestellt und dann die Karte studiert. Als wir bestellen wollten, kamen die Probleme auf.
Kein Schwein, kein Rind, demzufolge auch nichts mit Hackfleisch wie Spaghetti Bolognese. Keine Meeresfrüchte, kein Fisch.
Was bleibt da übrig? Hühnchen - ich kann es nicht mehr hören, sehen, geschweige denn essen!
Also von allem, was in der Karte stand, blieb komischerweise nur noch ghanaisches Essen übrig. Hauptsache erst mal mit europäischen/kontinentalen Gerichten werben - was am Ende rauskommt ist ein: "I´m so sorry. We don´t have it."
Wir haben unsere Minerals bezahlt und sind von dannen gezogen. Zurück ins Hotel, da wussten wir ja mittlerweile, was man hat, bzw. nicht hat.
Schlauerweise haben wir gleich beim Kommen für 19.30 Uhr bestellt, sind erst mal gemütlich auf die Zimmer und dann genau zur Zeit zum Essen gegangen. So mussten wir nicht lange warten, die Kinder konnten vorher noch was trinken, denn die hatten es immer noch nicht geschafft, neue Getränke zu besorgen - alles was die noch hatten war eine einzige Flasche Fanta!
Das Essen war nicht so grausig wie am Vorabend, kam aber nicht an das vom letzten Mittag heran. Egal, wir hatten Hunger und so haben wir fast alles aufgegessen.
Besonders lang wurde der Abend dann nicht mehr, wir waren doch recht geschafft und müde.

Ach ja, vorsorglich waren wir auch da noch in der Stadt einkaufen und haben dabei festgestellt, dass es doch ausserhalb Accras um einiges günstiger ist. Jetzt habe ich mal schon Tee, Bonbons und Kellogs aus Ho mit nach Accra genommen - warum nicht, wenn man sparen kann.
Und Dani hat für Abends Beck´s Bier entdeckt und für die Kids ´ne Rolle Pringles.
Wenn Dani arbeitsmässig jetzt immer mal wieder in Ho ist, kann er dort gleich zum Einkaufen gehen ;-)

Dienstag, 05.02. - Schulausflug nach Tema

Schon am Montag abend sind im Hafen von Tema 3 Schiffe der Deutschen Marine eingelaufen.
Die Fregatten "Köln" und "Hamburg" sowie das Versorgungsschiff "Berlin" sind auf einer Ausbildungsfahrt von Deutschland über Madeira, Ghana, Namibia bis nach Südafrika.
Mehr über diesen Einsatzausbildungsverband der Deutschen Marine gibt es HIER zu lesen.
Gestern bestand die Möglichkeit nach vorheriger Anmeldung, die Schiffe zu besichtigen. Über die Deutsche Botschaft wurde alles organisiert und die Schule hat Busse bestellt, damit alle Schüler und auch interessierte Eltern nach Tema kommen.
In 4 Gruppen nach Alter aufgeteilt wurden wir dann von Besatzungsmitgliedern durch die "Berlin" geführt, es gab Erklärungen zu den Abteilungen, Fragen wurden beantwortet und man bekam einen Einblick in den Alltag an Bord, wenn das Schiff im Hafen liegt.

Die Oberstufe mit Eltern und Lehrern



3./4. Klasse


Die Oberstufe übernimmt auf der Brücke das Kommando


Auch nach ganz unten ging es, dort sind die Lagerräume für alle möglichen Vorräte und Hilfsgüter. Die Wege, Räume, Plätze auf dem Schiff sind alle nach Strassen oder Orten in Berlin benannt. So ist halt der Hangar für die Hubschrauber der Flughafen Tegel.

Hier befinden wir uns auf dem Kurfürstendamm ;-)

Und wenn die Jungs und Mädels manchmal wochenlang auf den Meeren unterwegs sind, dann braucht man natürlich auch Möglichkeiten, die dienstfreie Zeit zu verbringen. Im Hangar kann basketball gespielt werden, es gibt Fitnessraum, Gemeinschaftsräume.

Und oben an Deck einen aus Holzbalken und Plane selbstgebauten Meerwasserpool ;-)
Man muss nur kreativ sein :-)


Die 2 Stunden auf dem Schiff vergingen wie im Fluge (welch ein Wortspielchen) und es wurde zeit, zurück nach Accra zu fahren.


Aber nicht, ohne vorher ein Gruppenfoto aller Schüler, Lehrer und Eltern zu machen.


Für wohl jeden gab es Neues und Interessantes zu hören und zu sehen, es hat allen wirklich Spass gemacht.
Und irgendwie ist es ja auch etwas Besonderes, mitten in Afrika durch das größte Schiff der deutschen marine zu streifen und sozusagen eine Privatführung zu bekommen, zugeschnitten auf das jeweilige Alter der Kinder.

Dani und ich sind mit dem Auto vorgefahren, wir hatten noch Martina, Mirko und Chris dabei und haben so noch ein wenig Zeit gehabt, mit ein paar Besatzungsmitgliedern alles durchzusprechen und amüsant fand ich die Frage, wie man denn mit den Kindern reden soll. Ob man die Führung in Deutsch machen könnte, damit es alle verstehen. Wir haben sie aufgeklärt, dass es eine deutschsprachige Schule ist und da waren doch alle etwas erstunt, wieviele Deutsche bzw. deutschsprachige hier in Ghana sind.

Pünktlich zur Mittagspause waren wir wieder in der Schule und in den nachmittagsstunden wurde dann in keiner Klasse mehr wirklich viel gemacht, alle waren müde und geschafft.

Das war mal wieder eine willkommene Abwechslung im Schulalltag.

Für dani war dann nachmittags leider noch nicht Feierabend, denn der hat sich gegen 4 gleich wieder auf den Weg zu Hafen gemacht. Am Abend gab es dann auf der "Köln" einen Empfang, dort ist Dani dann in den Genuss von leckerem deutschen Schinken und Käse und Salami gekommen. Das hat er mir dann natürlich auch lang und breit erzählt, aber wir daheim hatten einen mindestens genauso leckeren Gulasch mit Nudeln ;-)

Die beiden Fregatten und der Versorger sind mittlerweile wieder auf hoher See, unterwegs nach Namibia.

Vielleicht kommen sie ja mal wieder, dann bestell ich mir bei denen Knoppers und Duplo ;-)))

Freitag/Samstag - Oktoberfest etc.

Pünktlich 10 Uhr war ich gestern vormittag wieder bei Lucy im Shop, um unsere Hemden abzuholen. Ich hatte Julian dabei, der aus einem unerfindlichen Grund mit einem Mal schlechte Laune hatte. Dann war im Shop noch ein kleines Mädchen in etwa seinem Alter, die sprach ihn an und lachte zu ihm. Da war es mit ihm dann ganz vorbei.
Bockenderweise sass er dann die ganze Zeit draussen und muffte vor sich hin :-(
Wie die Ghanaer nun mal sind, haben sie auf ihn eingeredet usw, aber das macht es ja bei Julchen eigentlich nur noch schlimmer.


Also bin ich halt gleich wieder mit meinem Böckchen heimgefahren.
Bless hat die Hemden dann gleich noch gewaschen, getrocknet und gebügelt, so waren wir klamottentechnisch bereit für den Abend.

Partnerlook


Zuerst waren wir im "Ryan´s" einen Happen essen, danach ging es auf´s Oktoberfest zu Gisela.
Gisela betreibt in Accra in der Nähe der Deutschen Botschaft ein Gästehaus und richtet dort auch ab und an mal Party´s aus.
Allerdings war gestern abend nicht wirklich viel los, einige bekannte Gesichter habe ich schon vermisst.
Zur Zeit sind einige THWler im Land, um im Norden die Trinkwasserversorgung wieder auf Vordermann zu bringen. Jetzt war Teamwechsel, die Neuen waren gerade angekommen und die Alten hatten ihren letzten Abend hier. Und mit denen haben wir dann noch lange zusammengesessen und wie es sich gehört, ghanaisches Bier getrunken ;-)


Deshalb mussten wir heute auch erstmal ausschlafen ;-)
Und zu großen Taten waren wir auch nicht im Stande. Am Nachmittag hatten wir noch einen heftigen Sturm mit Regen, da hat es auch gleich wieder abgekühlt und es war eine irgendwie unangenehmen, diesige Luft.
Abends sind wir dann zum Pizzaessen ins Surfer´s Inn gefahren, danach gabs noch lecker Nachtisch.

Viel mehr ist auch nicht losgewesen hier, und ich hab jetzt auch nicht mehr wirklich große Lust zum Schreiben ;-)

Samstag, 20.10. - Lake Point am Lake Bosumtwi

Um etwas vom Tag zu haben und beizeiten aus der Stadt rauszukommen, sind wir schon um 7 Uhr aufgestanden und kurz vor 8 Uhr losgefahren Richtung Nordwesten zum Lake Bosumtwi.
Über Achimota aus der Stadt raus, der Verkehr wurde dann auch weniger, allerdings kommt man trotzdem nicht richtig vom Fleck. Die Strasse nach Kumasi ist eine einzige Katastrophe.

Scherzfrage: Loch an Loch, was hält doch?

Die Strasse nach Kumasi!

Noch, denn mit jedem Regen und mit jedem schrottreifen Auto mehr, was da langfährt, wird es sicher noch schlimmer.
Mit max. Tempo 30 ist man nur am Ausweichen, sofern links und rechts von den Schlaglöchern noch Strasse vorhanden ist.



Dementsprechend viele Pannenfahrzeuge stehen dann auch links und rechts am Strassenrand. Diese Strasse ist mit eine Hauptverkehrsstrasse in den Norden Ghanas und Burkina Faso. Von BF waren sehr viele LKWs unterwegs, Zustand meiner Auffassung nach noch schlimmer als ghanaische Trucks. Und mindestens ebenso überladen. Es war überhaupt nicht mehr lustig.

Was mir aber noch so dazu einfiel: Wenn angeblich der ganze Norden und die Länder oberhalb durch die Regenfälle so dermassen abgesoffen sein sollen und verkehrstechnisch nicht mehr wirklich zugängig, wie in aller Welt haben es dann diese Schrott-LKWs geschafft?
Ist es vielleicht doch nicht ganz so schlimm wie berichtet? Oder hat ein rasanter Wiederaufbau stattgefunden?

Wir jedenfalls sind sicher am Lake Bosumtwi angekommen und haben auch ohne Probleme das Guesthouse gefunden, in dem wir reserviert hatten.

Als erstes haben wir den Kindern mal was zu Trinken bestellt, Dani und ich haben uns derweil von Stephen, dem Besitzer, unsere Bungalows zeigen lassen.

Die Kinder waren in dem linken untergebracht, Dani und ich rechts.


Es wirkte gleich alles recht sauber und ordentlich, einfach, aber praktisch eingerichtet. Alles im afrikanischen Stil, Bambusdoppelbett, Tisch und 2 Hocker, Regal.
Das Badezimmer mit Toilette, Waschbecken und Dusche alles gefliest und sauber.
Aber unser Ziel war dann doch erst mal der See. Es waren nur wenige Meter bis zum Strand, das Guesthouse hat sich einen Abschnitt mit Hecken eingezäunt und bewirtschaftet. Palmen, Büsche, Bäume mit Hängematten, ein paar Liegestühle, Sonne und Schatten - mehr braucht es nicht.

Meine 4 Männer sind auch gleich ins Wasser - billharziosefrei.


Ich habe es dann doch vorgezogen, in einer Hängematte zu baumeln.


Kurz vor der Dämmerung sind wir dann in unsere Bungalows, haben geduscht, uns umgezogen und zum Essen gegangen. Auf einer Art Veranda war die Bar und Tische. Dani und Phili haben langweiligerweise Spaghetti Bolognese gegessen. Chris hatte Octopus und ich Red Snapper.


Nach dem Essen haben sich die beiden Besitzer, Nana und Stephen, mit zu uns gesetzt.
Nana ist Österreicherin, Stephen ist Ghanaer. Er war in Österreich, dort haben sich die beiden vor vielen Jahren kennengelernt und sind nun gemeinsam hier in Ghana und betreiben das Lake Point Guesthouse
Nachdem die Kinder im Bett waren, wollten wir eigentlich ganz romantisch mit einem Drink am Seeufer sitzen. Aber der Regenguss hat das zunichte gemacht.
War nicht schlimm, denn so hatten wir einen amüsanten Abend mit Nana und Stephen, die einige Geschichten zu erzählen hatten. Stephen spricht sehr gut deutsch, bzw. österreichisch ;-)
Ausserdem ist er bisher der so ziemlich einzigste Ghanaer, der Humor besitzt und dem Sarkasmus, Zynismus und Ironie nicht fremd sind.
So wurde es ein recht lustiger Abend, an dem wir wieder einiges interessantes auch erfahren haben über Land und Leute.

Aber wir haben auch festgestellt, dass es in dieser Gegend noch eine Menge zu entdecken gibt, zuviel für ein Wochenende. Also haben wir beschlossen, zwischen Weihnachten und Silvester nicht an die Küste nach Hans Cottage zu fahren, sondern uns noch einmal bei Nana einzuquartieren und uns die Ashanti-Region näher anzuschauen. An den Feiertagen wird es zwar voller sein als an diesem Wochenende (ausser uns waren nur noch 3 Praktikantinnen da), aber sicher nicht ganz so überlaufen wie die bekannten Orte an der Küste. Und billiger ist es obendrein ;-)

Mittwoch, 03.10. - Makola und Tag der Einheit

Da ja bei Dani arbeitstechnisch Besuch aus Deutschland da war, war es für ihn ein ganz normaler Arbeitstag, trotz Besuch und Tag der Deutschen Einheit. Also war ich alleine für das Unterhaltungsprogramm verantwortlich und es stand etwas auf dem Programm, bei dem ich mich auskenne - der Makola :-)
Kay wollte Sandalen, einen Gürtel und eventuell Hemden, Diana suchte nach einer schicken Handtasche für´s Töchterlein. Als diese Punkte abgearbeitet waren, ging es in unsere Stammkneipe auf dem Makola, denn dort macht Einkaufen erst richtig Spass. Mit einer kühlen Coke gemütlich in einem Plastestuhl zurückgelehnt zogen die Händler vorbei und Diana hat sich mit kurzen Hosen eingedeckt. Mit Englisch klappt es bei den beiden manchmal nicht so gut, also habe ich dann das Handeln übernommen und so kann man sich dann eben das eine oder andere Teilchen mehr leisten ;-)
Ich wollte eigentlich ausser Wäscheklammern und Klopapier nichts weiter kaufen, aber da kam einer vorbei mit einer superschicken Hose, die mir sofort auffiel. Aber bevor er es an unseren Tisch schaffte, hat mir doch die Frau am Nebentisch die Hose vor der Nase weggekauft! Unglaublich.......
Als er dann bei uns ankam, hielt er mir eine hässliche schwarze Hose hin :-(
Ich habe ihn gefragt, ob er vielleicht noch so eine hat wie er gerade verkauft hat, war leider Fehlanzeige. Na egal, hatte ich eh nicht geplant. Diana hat ihm dann eine kurze Hose abgekauft.
Dann kam plötzlich die Frau vom Nebentisch zu mir, drückte mir die Hose in die Hand und sagte, ich solle sie nehmen. Kostet 5 Cedis, sie hat schon von 8 Cedis runtergehandelt.
Ich war sprachlos, überrascht und wollte ablehnen, aber sie meinte, sie ist oft hier und kann sich immer wieder so eine holen. Sie hat keinen Widerspruch geduldet, also habe ich ihr das Geld gegeben. Und während wir uns noch verwundert darüber amüsiert haben, hatte sie schon den nächsten Hosenhändler rangeholt und begutachtete intensiv eine fliederfarbene Hose ;-)
Solche Erlebnisse schaffen gute Laune für den Rest des Tages :-)
Diana hatte sich auf dem Markt auch Stoff geholt und wollte sich daraus ein Kleid nähen lassen. Dann sah sie eine Frau, deren Kleid ihr gut gefiel. Und da fragen bekanntlich nix kostet, habe ich diese Frau rangerufen und sie gefragt, ob ich vielleicht ein Foto von ihr machen darf wegen dem Kleid. Leider konnte sie wohl kein Englisch, aber eine Händlerin hat gleich übersetzt. Für eine Cola war sie auch bereit, sich fotografieren zu lassen.

Und so ernst wie sie beim Reden geschaut hatte, letztendlich konnte sie sich das Lächeln doch nicht verkneifen :-)


Am Nachmittag waren wir dann nur noch kurz zum Einkaufen, kurz etwas relaxen auf der Terasse und dann fertig machen für den Empfang zum Tag der deutschen Einheit. Und da schicke Schuhe in der Regel immer sehr unbequem sind, war es natürlich ein Steh-Empfang ;-)
Leiden für das Vaterland ;-)
Aber dafür hab ich Komplimente für meine ghanaische Tracht bekommen, dafür kann man sich schon mal die Haxen wundlaufen. Da ich mich schlecht selbst knipsen kann, muss ich mal schaun, ob ich vielleicht von jemandem anderes ein Foto von mir in Tracht auftreiben kann.
Gegen halb 9 war offiziell Schluss, kurz nach 9 Uhr haben wir dann die 2 deutschen Kollegen in ihr Hotel gebracht und sind dann dort doch wieder auf einen Drink hängengeblieben. Ich konnte mittlerweile kaum noch gerade stehen, vor Müdigkeit und vor Rückenschmerzen. Die Schuhe hatte ich schon auf dem Weg ins Hotel ausgezogen ;-)
Und nun dürft ihr mal raten - es wurde wieder nach 23 Uhr...............
Ich hatte mittlerweile Zweifel, ob man soviel versäumten Schlaf überhaupt noch nachholen kann ;-)
Denn eins wusste ich mit Sicherheit: Donnerstag morgen um genau 6.20 Uhr klingelt der Wecker :-(
Und wie es dann am Donnerstag weiterging, gibt es im nächsten Post zu lesen. Aber den werde ich heute mit Sicherheit nicht mehr schreiben, denn ich bin immernoch am Schlaf nachholen ;-)

25.09. - 01.10. - erst mal nachholen.......

Vom 25. September bis 1. Oktober war ich ja alleine in Deutschland. Grund für diesen Kurztrip war Klassentreffen - 20jähriges :-)
Das ist natürlich Pflicht und darf nicht versäumt werden. Ich glaube, dass ich wohl die weiteste, längste und auch teuerste Anreise hatte ;-)
Aber es hat sich gelohnt! War schön, mal wieder die ganzen Leute zu sehen, mit denen ich 10 Jahre gemeinsam in die Schule gegangen bin, einige kenne ich sogar noch vom Kindergarten. Und auch mit den Lehrern kann man nach so langer Zeit viel ehrlicher über die Schandtaten reden ;-)
Untergekommen bin ich immer tageweise erst bei Mama, dann bei Papa und zuletzt bei Kay und Diana, die beiden sind ja mit mir am Montag dann nach Accra geflogen. Und da ich deren Tickets hier gebucht hatte, hatten wir eben auch 3x 46 kg Gepäck - und diese insgesamt 138 kg mussten ja auch noch eingekauft werden. Das war gleich noch eine Gelegenheit, ein paar Dinge für Weihnachten zu besorgen und der Großteil war Lebensmittel, die hier sehr teuer sind. Also ist unsere Gefriertruhe jetzt noch ein bischen voller :-)
Aber das mit dem doppelten Gepäck ist leider nicht so richtig bekannt, nicht mal dem Personal am Flughafen. Es gab eigentlich nicht wirklich ein Problem beim Vorabend-Check Inn in Dresden. Die Dame wog die 6 Koffer, pappte die Aufkleber dran, addierte die einzelnen Kilos zusammen und meinte dann, 10 Kilo lassen sie aus Kulanz so durchgehen und für die anderen 60 Kilo müsste ich dann aber schon Übergepäck zahlen. Das wären dann 30 Euro/kg, macht zusammen 1800 Euro! Tragisch, wenn der Fluggast dann dem Personal die Abkürzungen auf dem Ticket erklären muss. Aber sie hat das schnell eingesehen und wir hatten mal schon das Gepäck weg.

Der Flug am Montag lief ganz gut, der Sitz neben mir war frei und so hatte ich doch gut Platz und konnte mal die Beine langmachen, ist schon schöner, wenn man nicht so eingepfercht schlafen muss.
In Lagos sind dann wie immer die meisten Leute ausgestiegen und ich habe mir auf die letzten Kilometer bis nach Accra dann einen Fensterplatz genommen. Diesmal habe ich im Landeanflug ein paar Bilder gemacht.

Erst noch immer an der Küste entlang



Dann nördlich von oben über Legon nach Accra



über den Highway


Dani hat uns am Gepäckband abgeholt, wir haben unsere Koffer eingesammelt (diesmal ist zum Glück keiner abhanden gekommen) und dann nix wie heim.

Die Kinder haben uns natürlich erwartet, ich hatte ja auch für jeden etwas dabei ;-)
Bless hatte für uns gekocht, nachdem die Kids im Bett waren, haben wir noch in Ruhe gegessen, danach auf der Terasse uns verquatscht und sind alle eigentlich viel zu spät ins Bett gekommen.

Denn Dienstag war ja auch nix mit Ausschlafen. Aber dazu im nächsten Post................

22.7. - 31.7. - 3.Teil - Germany

Chris war ja immer noch im Urlaub, Philipp war bei Oma Helga und Julian bei uns.
Er hatte schliesslich noch Zahnarztbesuche zu absolvieren ;-)

Hauptpunkte waren für uns noch ein paar Besuche bei Freunden und Bekannten und natürlich Einkaufen.
Konserven, Maggi Fix, Sossen, Brotbackmischungen, Marmelade, Nutella und Naschereien für die Kinder.
Ausserdem haben wir noch eine neue Friteuse, einen Sandwichtoaster und einen Wasserkocher geordert - vielen Dank an Herrn Krins und den hg-s Mittweida ;-)))

Dann geht man hier und da mal noch zum Kaffee oder Abendessen bei der Familie und so geht die Zeit dahin.

Gegen Ende hatte ich dann wirklich die Nase voll von dem Wetter, das hatte mit Sommer absolut nix zu tun. Frieren ist noch nie so mein Ding gewesen.

So sehr wie man sich auch auf die Familie gefreut hat, aber wir wollten dann auch wieder heim. Und daheim ist nun mal inzwischen hier, bei Hund und Katz ;-)

Dienstag Abend sind wir schon zum Vorabend Check-In nach Dresden gefahren, da konnten wir unsere 10 Koffer ganz in Ruhe loswerden.
So spart man sich früh Zeit.
Alle 3 Kinder wollten die letzte Nacht bei Oma und Opa schlafen, es war eh nur eine halbe Nacht - 3 Uhr war Aufstehen.
Schnell noch eine Tasse Tee, die letzten Trümmer ins Handgepäck, dann kamen schon die Großeltern mit den 3 Enkeln und wir haben auf das Taxi gewartet - bestellt für 4 Uhr.
Und gewartet.....
Und gewartet.....
Doch es kam keins..........
Keiner ging ans Telefon........
Das Handy war ausgeschalten..........
Sowas kann schon sauer machen so zeitig am morgen.
Wir haben nicht lange gewartet, Dani hat kurzerhand viertel nach 4 Kay angerufen und er hat uns 10 Minuten später mit seinem VW-Bus abgeholt und zum Flughafen gefahren.
Dafür noch mal ein ganz dickes Danke für das zeitige Aufstehen :-)
Wir machen das dann im Oktober wieder gut ;-)

So haben wir dann doch unseren Flug bekommen und sitzen nun endlich wieder auf unserer Terasse und geniessen schönes Wetter ;-)

Die Koffer sind mittlerweile alle wieder verstaut, der ganze Krempel ist im Schrank, nun kann der Alltag kommen.................

12.7. - 20.7. - 2. Teil - Türkei

Nun ging unser eigentlicher Urlaub los - eine Woche Türkei :-)
Oder auch unsere Vorgezogene nachzuholende Hochzeitsreise (wir haben im August 2002 geheiratet und waren seitdem nie ohne Kinder im Urlaub).
Am Donnerstag hat Dani morgens ganz zeitig erst Christoph mit meinem Papa und Rita nach Dresden zum Airport gefahren, sie hatten einen Bulgarienurlaub gebucht bis 23.7.

Julian war schon seit dem Vortag wieder bei meiner Mama in Chemnitz - All Inklusive im Garten ;-)

Wir sind dann mit Philipp zuerst nach Vilsbiburg zu Danis Eltern gefahren - dort war sein "Hotel Oma"

Da unser Flieger in die Türkei Freitag morgen 6 Uhr ging, sind wir abends gegen 22 Uhr bei den Eltern los nach München. Es war eine lange Nacht auf dem Flughafen..........
Dann ab in den Urlaubsbomber und hinein in die Sonne - endlich schönes Wetter und mal wieder warm.

Wir hatten auch All Inklusive gebucht, da muss man sich um nix kümmern, es sollte eh ein Relax-Urlaub werden.
Und das haben wir dann auch gemacht.

Jeden Tag zur Massage, 2 mal Türkisches Bad, Mittelmeer, Pool.
Zum Shoppen nach Alanya - schade dass man nur 20 kg Gepäck pro Person hat ;-)

Und weil es ja auch Hochzeitsreise war, haben wir uns neue Eheringe gegönnt :-)))

Alles ganz ohne Stress, ohne Zeitdruck, einfach nur nach Lust und Laune.

Einen Tag haben wir uns einen Mietwagen genommen und uns Side Antik angeschaut. Dort war es brütend heiss, trockene Luft. Danach sind wir noch auf´s gerade Wohl in die Berge und haben uns das Meer von ganz oben angeschaut.

Für uns war es das erste Mal Türkei und wir waren wirklich positiv angetan. Sehr nette Leute, alle sehr sauber und absolut zivilisiert.

So ging diese Woche irgendwie viel zu schnell vorbei, das hat Urlaub nun mal so an sich :-(

Freitag Abend 22 Uhr sind wir wieder in München gelandet und gleich nach Mittweida durchgefahren. Halb 4 morgens lagen wir dann wieder in der Gästewohnung in unseren Betten und haben erstmal ausgeschlafen.

Ausschlafen bedeutete bis etwa 9 Uhr, denn Danis Eltern waren auch auf dem Weg nach Mittweida, um Philipp zu bringen.
Wir haben uns mit ihnen bei meiner Mama in Chemnitz im Garten getroffen, es war ausnahmsweise mal schönes Wetter ;-)

Dieses war der 2.Teil und der 3. folgt sogleich.....................

5.7. - 11.7. - 1. Teil - Germany

Nach einem nicht so besonders schlafreichem Nachtflug sind wir dann morgens mit einer Stunde Verspätung in Dresden gelandet. Das Großraumtaxi wartete schon - und Papa war auch mitgekommen :-)

Wir haben uns diesmal eine Gästewohnung gemietet, so ist es für alle entspannter und wir haben vorallem mehr Platz, damit wir uns mit unseren Sachen so richtig ausbreiten können. Nachdem wir die Koffer dort verstaut hatten, sind wir dann erst mal zu Papa zum Frühstück - mal wieder einen richtigen Kaffee, ein knuspriges Brötchen.

Wir waren zwar alle ziemlich geschafft, aber es ging natürlich kein Weg an Chemnitz vorbei, natürlich mussten wir auch gleich bei meiner Mama vorbei, schliesslich sollte Julian gleich bei ihr bleiben.
In Chemnitz haben wir dann auch gleich die ersten Einkäufe getätigt: lange Jeans, Langarmshirts, Jacken. Das stand zwar nicht auf unserer Einkaufsliste, aber in Deutschland war es gelinde gesagt arschkalt - nur 15 Grad. Das ist für uns temperaturverwöhnte nicht wirklich angenehm.

So waren wir dann klamottentechnisch erst mal für die nächsten Tage gerüstet.
Gleich am ersten Wochenende hatte Papa Geburtstag, es war zu frisch für eine Party im Garten :-(

Ansonsten standen diverse Arzttermine auf dem Plan, die fälligen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt und natürlich Zahnarzt. Bei Julian gab es einiges zu tun, durch seine zerklüfteten Zahnoberflächen. Aber er war ganz tapfer und hat ohne zu Bocken immer den Mund aufgemacht.

Zwischendurch sind wir durch die Läden gezogen und haben unsere Listen abgearbeitet. Schuhe, Shirts, Hosen, Zeitungen, usw. usw.

Ich habe mir dann beim Optiker noch 2 neue Brillen machen lassen - und das war gut so. Die haben nämlich festgestellt, dass in meiner Brille, die ich letzten Sommer mir hier in Accra habe machen lassen, links eine falsche Stärke ist. Nun wundert es mich nicht mehr, dass ich ab und an einen Türrahmen mitgenommen habe. Jetzt habe ich immer die neuen auf und sehe plötzlich viel klarer ;-)
Naja, Aufregen nutzt nix, jetzt passt alles wieder. War sogar billiger geworden als in Ghana :-)

Tja, das war so ganz grob mal unsere erste Woche in Deutschland.
Kurzes Fazit:
Einkaufen kann einen kurzzeitig überfordern, es gibt einfach zuviel.
Das Wetter ist eine Katastrophe.
In Mittweida gab es keine Afri-Cola zu kaufen - Schreikrampf ;-)
Ich habe die ersten 3 Tage keine Süssigkeiten gegessen - ich wusste nicht, mit was ich anfangen sollte ;-)

to be continued........

Sonntag, 01.07. - Re-Domination, AU, Popcorn und Klopapier

Heute stehen gleich mehrere wichtige Ding einGhana an.
Zum einen ist heute Tag der Republik (bei dem Namen kommen Erinnerungen hoch), offiziell Feiertag. Allerdings gibt es hier die Regelung, wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt, dann wird er am nächsten Werktag nachgeholt - also morgen. Cool, nich?
Ausserdem ist heute der große Tag der Re-Domination, also der Währungsreform. Da anscheinend keiner mehr Bock hat, mit diesen Unsummen zu rechnen (1 Euro = ca. 12500 Cedis), werden einfach 4 Stellen gestrichen. Aus 10.000 Cedis wird 1 Ghana Cedis. Damit wird dann auch wieder der Pesawa eingeführt, vergleichbar mit dem Cent in Europa.
Naiv wie wir sind, haben wir auch gleich den Versuch unternommen, uns ein paar der neuen Geldscheine zu besorgen - am Bankautomaten mit der Visakarte. Wir brauchen eh noch etwas Geld hier, ich hab wohl in letzter Zeit doch zuviel ausgegeben. Aber es gab wohl in der ganzen Stadt keinen einzigen funktionierenden Geldautomaten, bei einigen Banken hingen sogar Zettel dran, das frühestens am Diestag wieder was geht. Na vielleicht klappt esja dann übermorgen mit dem neuen Geld.

Tja, nun sind wir keine Millionäre mehr :-(


Und vielleicht gibt es ab übermorgen diese Scheine


Unsere Suche nach Bankautomaten haben wir mit einer Rundfahrt durch die ältesten Viertel von Accra verbunden.

Alter Leuchtturm am Meer


Wunderschöne Häuser aus der Kolonialzeit, leider teilweise sehr runtergekommen


Und mitten in alten Stadtvierteln Neubauten - Banken, Geschäfte, Unternehmen - erinnert teils an europäische Metropolen



Drittes wichtiges Ereignis an diesem Wochenende ist der AU-Kongress. Die Anzahl der hochrangigen Gäste lässt sich gut an der Präsenz von Polizei und Militär messen.
Die Teilnehmer werden mit Eskorten von A nach B durch die Stadt gefahren, damit das reibungslos läuft, stehen an jeder Kreuzung Polizisten, die nach Bedarf absperren. Und das von früh morgens bis in die Nacht, wir hören daheim immer das Sirenengeheul der Geleitmotorräder.

Für die Polizisten wurde dafür schon mal die gute traditionelle Uniform rausgeholt
Ansonsten beeinträchtigt uns das alles überhaupt nicht - im Gegenteil, wir profitieren schon die ganze Woche vom AU-Gipfeltreffen. Da in unserem Wohnviertel der lybische Staatschef Muammar al Gaddafi untergebracht ist, haben wir schon seit Montag keinen Stromausfall mehr. Und wir haben sogar gleichbleibende 220 Volt, nicht mehr und nicht weniger. Also von mir aus kann Gaddafi noch ein Weilchen bleiben ;-)

Aber wir fliegen eh in 3 Tagen, also isses egal. Und dann habe ich auch endlich wieder gescheites Klopapier! Klingt doof, ist aber wahr. Ich kann mich mit dem hiesigen einfach nicht wirklich anfreunden. Keine Perforation, esreisst ein wo es will, dann hängen Fetzen von der Rolle, ausserdem ist die Reissfestigkeit minimal - das Ergebis liegt auf der Hand. Deshalb haben wir im Oktober jede Menge aus Deutschland mitgenommen, genau kalkuliert, dass es bis Juli reicht. Aber gegen so richtigen tropischen Schimmel ist wohl gutes deutsches Klopapier nicht immun.

Meine letzten 3 Rollen haben das Klima nicht überlebt :-(


Reinfall des Tages war das Mikrowellenpopcorn, welches ich netterweise von Karin bekommen habe. Ihr mangelt es einfach an einer Mikrowelle ;-)
Also rein die Tüte, Mikrowelle an und warten - knapp 3 Minuten - ging super auf, hat lecker gepoppt in der Tüte.
Ab in eine Schüssel und reichlich Zucker drüber. Und gleich was in den Mund geschoben - bah, war das garstig. Das war nämlich schon gesalzen!
Da standen wir nun mit einer ganzen Schüssel Popcorn und keiner wollte es.

Na ja, keiner ist nicht wahr - unser biologischer Mülleimer, auch April genannt, hat eh keine Geschmacksnerven. Das Zeug ging rein wie nichts.............


Die Zeit rennt - noch 3 Tage :-)

Freitag, 29.06. - The School Is Closed

Und wieder ist ein Schuljahr vorbei.................letzter Tag, viele fliegen in Heimaturlaub und einige für immer.
Vielleicht aus diesem Grund hat es schon seit dem frühen Morgen geregnet :-(
Und es wollte und wollte nicht aufhören.
Also wurde ganz spontan die Abschlussfeier vom Schulhof in den Kindergarten verlegt.
Es war zwar etwas eng, aber egal.
Die Schüler haben gezeigt, was sie während des Schuljahres in den Freifachkursen gelernt hatten: Gitarre spielen, Trommeln und Taekwon-Do.


Die Oberstufe hat gesungen, okay - Chris hat doch nur die Lippen bewegt ;-)



Eindeutiges Highlight für mich war aber die Trommelsession der Lehrkräfte - unvergesslich :-)


Nach vielen Abschieden, etliche Schüler, eine Lehrerin und Eltern, die sich sehr für die Schule engagiert hatten, Überreichen von Erinnerungsgeschenken und Danksagungen wurde von allen gemeinsam das "Ferien-Lied" gesungen und dann entliess der Headmaster alle mit den Worten: "The Schoolyear is Closed" in die Freien.



Als wir heim kamen, das Tor aufging, bot sich uns dieserAnblick.


Im ersten Moment dachte ich,bei uns hat eine Würstlbude aufgemacht ;-)
Aber es war dochnur B&D, die Firma, die unseren Generator wartet.

Am Nachmittag haben wir uns dann alle am Airport getroffen, um eine Familie zu verabschieden. Noch ein letztes Bierchen gemeinsam trinken, letzte Gelegenheit, eine Kleinigkeit zum Abschied zu übergeben und Telefonnummern und Mailadressen auszutauschen.

Es war sowieso die halbe deutsche Community am Airport - die große Reisewelle hat begonnen - alle fliegen inUrlaub.

Noch 4 Tage, dann ist es für uns soweit :-))