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Dienstag - Mittwoch

Gestern war nicht so wirklich mein Tag, obwohl es eigentlich ruhig losging.
Morgens nach der Schule bin ich gleich in den Koala, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen, aber ich war wohl etwas zu früh, denn es gab noch kein Brot.
Okay, was soll´s, dann fahre ich da nochmal vorbei, bevor ich mittags Julian aus der Schule abhole.
Wegen dem Verkehr bin ich beizeiten losgefahren, habe mein Brot geholt und dan ging es weiter zur Schule.
Mitten auf der Ring Road an der vorletzten Ampel bevor ich abbiegen muss, klang es irgendwie komisch aus dem Motorraum und als die Ampel wieder Grün wurde, ging er aus und sprang nicht mehr an.
Alpha liess ihn noch ein Stückchen nach vorn rollen, um die Spur erst mal wieder freizumachen, ich habe mal schon einfach Dani angerufen und einen Hilferuf losgelassen.
Während wir da an dieser Strasse standen, auf Dani gewartet haben, stand mein Baby mit offener Motorhaube und Warnblinke da.




Ich kenne mich ja mit Autos recht wenig aus, keine Ahnung was genau los war, jedenfalls sprang er erst mal wieder an und Alpha bekam die Order, gleich zur Werkstatt zu fahren, die sollten sich das mal anschauen.
Dani ist mit mir zur Schule gefahren, um Julian abzuholen.
Es waren noch etwa 20 Minuten bis Schulschluss, also haben wir uns eine Coke bestellt und haben gewartet, bis Alpha anrief, der Wagen ist schon wieder stehengeblieben und springt nicht mehr an.
Also habe ich Julian kurzerhand etwas eher aus dem Unterricht geholt und wir sind los, um nach Alpha und dem Auto zu sehen.
Am Telefon hatte er Dani eine etwas wirre Beschreibung seines Standortes gegeben und wir hatten wirklich nur ganz grob eine Idee, wo er jetzt steht.
das Problem war, er hat nicht den altbekannten gewohnten Weg genommen, sondern war aus einem unerfindlichen Grund irgendwelche angebliche Abkürzungen und Schleichwege gefahren.
Da uns die meist nicht bekannt sind, macht es das natürlich unheimlich schwer, bei mangelnden Strassennamen etwas zu finden.
Wir waren nach einer halben Stunde erfolglosem herumfahren echt sauer und haben ihn wieder angerufen, da war sein Handy aus - warscheinlich Akku leer.
Wir hatten gerade beschlossen, erst mal nach hause zu fahren, da rief er wieder an und meinte, er steht jetzt an der Russischen Botschaft, welche wieder in einer ganz anderen Ecke der Stadt liegt.
Wir haben nur noch mit dem Kopf geschüttelt, ihm nahegelegt, er sole sich bloss nicht vom Fleck rühren und auf uns warten. Zum Glück wussten wir, wo die Russische Botschaft ist ;-)
Irgendwie war dann noch was mit dem Kühlwasser, Alpha sollte noch eine Weile warten und dann zur Werkstatt fahren.
Die haben ihn jetzt wieder flott bekommen, allerdings klappert jetzt im Auto ganz laut der Lüfter, aber darum muss man sich jetzt nochmal in Ruhe kümmern, Hauptsache er fährt erst mal wieder.

Denn für heute hatte ich schon mit Bettina ausgemacht, auf den Makola zu fahren, das wollte ich ungern absagen.

Morgens haben wir erst in Ruhe unseren Kaffee getrunken und Julian beim Sportunterricht zugeschaut.

Heute war Weitsprung dran




Dann ging es auf den Makola und wir haben unsere Runde gedreht, Haargummis, Mülltüten, Sportklamotten.

Dann ging es wieder auf eine Cola in den Spot, in dem wir schon letztens waren. Dort sassen ja schon letztes Mal viele Strassenverkäuferinnen und die aren diesmal auch wieder da und haben uns auch gleich wiedererkannt und sich gefreut.

Sie haben sich zu uns gesetzt und uns ihre Klamotten gezeigt und wir haben uns nett unterhalten.

Diese 2 sind ganz besonders nett - Ama und Ama ;-)


Bei unserem nächsten Besuch dort werde ich den beiden mal einen Abzug von dem Bild mitnehmen, da werden sie sich sicher freuen.

Zeit zum Aufrüsten

Also erstmal will ich kurz beschreiben, wie unsere Sicherheitsvorkehrungen hier im Haus und Grundstück aussehen.
Von der Botschaft gibt es ein paar Vorschriften, welche Sicherheitsmassnahmen am Haus vorhanden sein müssen.
Da es immer wieder zu Einbrüchen kommt, besonders gern in Häuser von besserbetuchten, sollte das ganze natürlich einbruchsicher sein.
Da gibt es die hohe Mauer rund ums gesamte Grundstück mit Stacheldraht oben drauf.
NAachts haben wir unseren Wachmann von einer Sicherheitsfirma, der macht alle Stunde einen Rundgang durchs Grundstück, sollte irgendetwas passieren, dann drückt er den Panikknopf und binnen wenigen Minuten kommt ein Einsatzteam. Ein zweiter Panikknopf befindet sich im Haus, oben im Flur. Sollten sich also die bösen Buben am Wachmann vorbeigekämpft haben, bevor der den Knopf drücken konnte, können wir dann oben Knöpfchen drücken, vorausgesetzt, wir bekommen überhaupt mit, dass jemand eingedrungen ist. Die obere Etage kann auch noch mit einem Stahlgitter zum zuziehen abgeriegelt werden, schlimmstenfalls können wir uns also oben verschanzen und beten ;-)

Wir wohnen in einem eigentlich sehr ruhigen Viertel, viele reiche Ghanaer und vor allem Ausländer. Schon letztens hatte mir eine Freundin erzählt, dass bei ihr in der Strasse in mehrere Häuser eingebrochen wurde.
Und heute morgen sagte uns George, dass es ein paar Nächte zuvor in unserer Strasse zu diversen Diebstählen gekommen ist.
Bei den Nachbarn hinter uns wurde das Auto aufgebrochen und der Laptop rausgeklaut (wer lässt aber auch seinen Laptop über Nacht im Auto?) wurde. Ein paar Häuser weiter oben wurden verschiedenste Dinge aus den Grundstücken entwendet. Gesehen hat natürlich keiner etwas.

Deshalb haben wir heute erst mal Sicherheitscheck im Grundstück gemacht und dabei festgestellt, dass auf unseren Tor gar kein Stacheldraht ist. Nachdem wir 2006 eingezogen sind, hat unsere Landlady das Tor gegen ein neues ausgetauscht und einfach keinen Draht oben draufgemacht. Das Tor ist zur Strassenseite verziert und das bietet eine ideale Trittfläche, um drüberzusteigen. Das ist einfach zu einladend, deshalb hat Dani kurzerhand Stacheldraht organisiert und damit das Tor verziert.

Viel Spass beim Drüberklettern ;-)


Was mit allerdings am meisten Angst macht, sind die Erzählungen, dass bei Nachbars der Wachhund mittels irgendwelcher Drogen ausgeschaltet wurde. Die Einbrecher haben wohl ein Stück Fleisch oder so mit "Drogen" (ich vermute dahinter Schlafmittel o.ä.) über die Mauer geschmissen und dann gewartet.

Im Falle eines Einbruchs oder Überfalls ist es natürlich immer tragisch, Dinge einzubüssen, dabei handelt es sich ja meist um Wertgegenstände wie Laptops, Handys, Kameras usw.
Das kann man ja ersetzen, aber seinen geliebten Hund???

Dienstag, 11.11. - um 11.11 Uhr waren wir wieder flüssig ;-)

Heute morgen habe ich natürlich hoffnungsvoll auf den Wassertanker gewartet - leider umsonst. Als ich von der Schule heimkam, stand ein paar Häuser weiter in unserer Strasse gerade einer von einer anderen Company und lieferte Wasser, also ging ich davon aus, dass unser Tanker nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ein Anruf bei Dani brachte allerdings die ernüchternde Erkenntnis, dass es heute wieder kein Wasser gibt. Ich wollte zwar noch schnell den Tanker bei uns in der Strasse abfangen und fragen, ob er nochmal voll wiederkommen könnte, aber damit war ich zu spät dran.

Nun ja, das war dann der Zeitpunkt, an den man Nägel mit Köpfen machen muss.
Entweder man vertut seine Zeit weiter damit, andere auf gut deutsch gesagt am A**** zu lecken und hinterherzurennen oder man baut sich seine eigene Wasserversorgung auf.

Dazu braucht es erst mal Bargeld und dieses bekommt man auf der Bank.
Zuerst waren wir sehr erstaunt, als uns die gute Frau einen Kurs von 1,76 nannte, es stellte sich aber schnell heraus, dass sie die Währung verwechselt hatte und beim Britischen Pfund geschaut hatte. Für einen Euro gab es "nur" 1,44.

Dann ist Dani los, einen kleinen Tank zu kaufen, der hinten auf den PickUp draufpasst.

Zu Hause wurde der dann auf der Ladefläche fest installiert.

George, Alpha, Dani



So ausgestattet ging es dann zur nächsten Wasserstelle, die noch Wasser hatte. Schlauch in den Tank und vollplätschern lassen.


Mit knapp einer Tonne Wasser wieder heim und mittels einer selbstgebastelten Rohrleitung wird das Wasser dann in unsere großen Tanks gepumpt.


Rein zeittechnisch war es heute 2mal möglich, Wasser zu holen, für heute reicht das erstmal, um die Toiletten mal wieder durchzuspülen, eine Waschmaschine laufen zu lassen und abends zu Duschen und mal wieder Haare zu waschen.

Die Bohrstelle liegt recht nah am Ozean, deshalb ist das Wasser leicht salzig. Zum Kaffeekochen und Zähneputzen steht ein Karton mit Mineralwasser in Flaschen bereit.

Morgen fährt Dani wieder los, um die Tanks zu füllen, immerhin passt in unsere großen Tanks das 12fache von dem kleinen, der auf dem PickUp ist. Das muss man also nach und nach machen, ist hier nicht zu schaffen auf die Schnelle.

Aber in den 1 1/2 Tagen ohne Wasser im Haus merkt man erst mal, wie wichtig es ist, welches zu haben. Vor allem wenn das Leben darauf ausgerichtet ist, eben so wie das eines ganz normalen Europäers mit Waschmaschine, Klospülung usw..........

Und es geht auch nichts über eine richtige Dusche - aus dem Duschkopf, nicht aus der Flasche ;-)

Montag, 10.11. - heute isses mal wieder soweit

Und zwar, dass man sich mal wieder ins Gedächtnis rufen sollte, dass wir freiwillig hier sind, dass wir das ja irgendwie so wollten ;-)

Im Grunde genommen fing es schon letzten Freitag an, als irgendetwas mit dem getriebe am Auto nicht stimmte und wir den Wagen gleich wieder in die Werkstatt gefahren haben. Natürlich war er bis Samstag nicht fertig, das bedeutete, ich habe heute morgen erstmal kein Auto und Dani wird den Fahrdienst in die Schule wieder übernehmen.

Letztens hatte ich ja von der misslungenen Tankreinigungsaktion geschrieben, gestern waren die Tanks wieder fast leer und heute sollte nun der 2. Versuch starten, sie mal zu reinigen.
Es war 6.30 Uhr am Morgen, wir sassen bei Kaffee und Tee auf der Terrasse und der Tanker kam mit Wasser. Also würde wieder nix aus dem reinigen werden, wenn die jetzt befüllt werden. Kurzerhand hat Dani mit den Tankerfahrern geredet, ob sie gegen Mittag wiederkommen könnten, damit George genung Zeit zum saubermachen hat.

Okay, Dani hat die Kids in die Schule gebracht, ich bin daheim geblieben und habe noch fix geduscht und Haare gewaschen, bevor George die Pumpe abstellt und das restliche Wasser rauslässt.

Alpha ist dann in die Werkstatt, um mal zu fragen, wann es heute mit dem Auto wird, aber die konnten sich nicht festlegen auf eine bestimmte Zeit.
So habe ich Dani erstmal Bescheid gegeben, er solle doch einplanen, Julian mittags aus der Schule abzuholen.
Kurz vorher rief Chris aus der Schule an, er hat wieder ziemlich dolle Kopfschmerzen und fühlt sich gar nicht gut. Naja, dann soll Dani ihn halt gleich mit heimbringen und gut - nutzt ja nix.

Gegen halb 1 waren sie dann daheim, während ich etwas zum Mittag aufgewärmt habe, hat Dani nochmal in der Werkstatt nachgefragt, am späten Nachmittag sollte unser Auto dann fertig sein.
Also haben wir Alpha erstmal heimgeschickt, was soll ein Driver auch ohne Auto großartig machen?
Ja und dann fiel uns ein, dass der Wassertanker immer noch nicht da war, also dort auch nochmal anrufen und nachfragen.
Die wollten wirklich mittags nochmal volltanken und uns Wasser bringen, aber als sie an ihrer Befüllstelle waren, war dort die Wasserleitung dicht - kein Tropfen mehr.
Puh - damit hatten wir nun nicht gerechnet. Und im ganzen Haus und Grundstück kein Tropfen mehr. Also ist Dani gleich nochmal zur Wassercompany gefahren, dort gibt es auch so einen Befüllpunkt, wo man sich einen Tanklaster kaufen kann. Aber dort das gleiche - kein Tropfen kam aus der Leitung.
Damit wurde die Auswahl eng, um nicht zu sagen, das war es gewesen, heute noch Wasser aufzutreiben.
Jedenfalls in größeren Mengen, also haben wir unsere Überlegungen auf kleinere Mengen konzentriert, haben unsere 20l Wasserbehälter reaktiviert und sind zu Martina gefahren und haben uns dort 6 von diesen Riesenflaschen vollgemacht. In martinas haus gab es noch nie Wasser aus der Leitung, sie haben mehr als 2 Jahre aus Tankern gelebt und haben jetzt sein ein paar Monaten einen Brunnen, also kostet es sie auch nix, wenn wir uns mal 100 Liter mitnehmen.

Später am Nachmittag hat es dann noch geschütte wie aus Kannen und ich habe meine Eimerchen in den Hof gestellt - bischen Regenwasser für die Klospülung sichern ;-)

Aber wenigstens hat uns der Libanese dann noch unser Auto nach Hause gebracht, guter Service.

Ja und heute abend gab es dann die Gemeinschaftsaktion Duschen, denn das schafft keiner alleine, sich mit diser Riesenflasche zu Duschen.


Dani hat Julchen immer etwas Wasser übergekippt und ich hab ihn abgeseift.



Danach das gleiche mit Philipp. Alles andere, wofür man Wasser braucht, kann mal einen Tag liegenbleiben, aber Duschen muss wirklich sein.

Wenigstens sind wir jetzt wieder sauber, nur meine Haare hätte ich eigentlich schon heute abend nochmal waschen müssen, aber das muss nun warten.
Ich hoffe nur, morgen klappt das mit dem Wasser, ansonsten bin ich jetzt ernsthaft am Überlegen, einfach zum Friseur zu gehen ;-)

Schaun mer mal..........

Sonntag, 02.11. - Suche nach dem perfekten Strand Teil 2

Da Ghana rund 550 km Küste hat, müsste man annehmen, dass sich da ein schönes Plätzchen findet, um einen schönen Strandtag zu verbringen.

Die uns bisher bekannten Beachresorts wie Bojo Beach oder Till´s waren zu oft enttäuschend durch steigende Preise, sinkenden Service, zu wenig Ruhe und zuviel Müll.

Deshalb sind wir heute mal zur Erkundung Richtung Osten gefahren, nach Tema und dem Hafen muss es laut Google Earth auch noch schönen Sandstrand geben.

Um die Ortschaft Prampram waren auch einige Resorts ausgeschildert und die haben wir uns einfach mal angeschaut.
Zumindestens diejenigen, wo man nicht schon nur zum Schauen Eintritt bezahlen muss.
Aber wenn das Resort einen halbwegs ordentlichen Eindruck gemacht hat, dann war der Strand sehr steinig oder aber der Strand ist sehr ruhig, dafür war das Resort nicht mehr bewirtschaftet und demzufolge vermüllt.

Aus der Ferne sah mal alles nicht schlecht aus


Dani hat mit Julian und Philipp näher erkundet


Ich habe derweil genauer den Müll im Meer dokumentiert


Da mag man nun wirklich nicht drin baden.
Ich weiss nicht, was so schwer daran ist, so ein kleines Resort ordentlich zu bewirtschaften. Es braucht doch nicht wirklich viel dazu, Reichlich Getränke, eine Handvoll einfache Gerichte und kleine Hütten als Sonnenschutz. Nimmt man nur gerichte, die auf dem Grill zubereitet werden können, dann kann man sogar auf einen Stromanschluss verzichten, das würde Strandbesuchern dann sogar die laute, scheppernde Musik ersparen.

Aber da unterscheiden sich unsere Vorstellungen von einem Strandtag dann wohl zu sehr von denen der Ghanaer.

Na jedenfalls haben wir den Plan "Tag am Strand" erst mal wieder aufgegeben.

Ach ja, bevor Fragen aufkommen, sicher gibt es an Ghanas Küste Flecken, die unseren Vorstellungen entsprechen, nur leider sind die dann ziemlich weit von Accra entfernt und man müsste der Entspannung halber schon eine Übernachtung einplanen.
Uns ging es einfach um einen Tagesausflug und da ist in Reichweite von Accra eben alles zu vermüllt, zu laut und zu bevölkert.

Auf der Heimfahrt haben wir dann in Accra eine echt schmucken LKW gesehen.
keine Ahnung, was der für einen Unfall hatte, aber das Fahrerhaus war total demoliert, die beiden Beifahrer mussten leicht geduckt sitzen, weil alles so eingedellt war ;-)

Die Qualität des Fotos ist nicht so prall, hab es nach hinten raus aus den Auto durch die Scheibe aufgenommen.

Montag, 27.10. - Unser Baby ist krank

Dass unser Auto (von mir liebevoll mein Baby genannt) eigentlich ein ziemliches Montagsauto ist, ist ja nix Neues.
Alle paar Wochen steht er für einen Tag in der Werkstatt und wird an diversen Stellen von den Resten des qualitativ minderwertigen Sprits befreit. Tut man das nicht, dann fährt er nicht mehr, sondern springt nur noch - ist halt ein Galloper ;-)
Die Abstände zwischen diesen Reinigungsaktionen wurden nun immer kürzer und irgendwann langt es. Jedesmal kommt dann noch irgendetwas anderes dazu und finanziell wird es ein Fass ohne Boden.
Deshalb gibt es diesmal die Radikalkur.
Alles muss raus - nur dass es hier keine 20% auf alles gibt ;-)

Da steht das Baby in der Werkstatt


Ups - da ist ja kaum noch was drin


da wird jeder Millimeter fein säuberlich gepflegt


Diese Total-OP soll nun diese ganze Woche dauern, es wird getauscht, was zu tauschen geht und mag es auch etwas mehr kosten, aber vielleicht haben wir damit endlich mal einen klaren Schnitt gemacht und er läuft danach etwas zuverlässiger.

Wenn er am Freitag wirklich fertig ist, dann müssten wir ja schon fast einen größeren Ausflug für´s Wochenende planen, nich wahr?

Sorry, mein Rechner war blockiert ;-)


Nein, war natürlich nur ein Spass....................

Mit dem Flauschekätzchen werde ich allemal fertig.
Und mit allem anderen auch, wenn´s auch nicht immer leicht ist.

Die letzten 3 Wochen nachzuholen ist mir etwas zu mühsam, kurz zusammengefasst haben mich folgende Umstände zeitmässig und vorallem launemässig vom Bloggen abgehalten

- 3wöchiger Dauerdurchfall
- Gladys ist einfach abgehauen
- demzufolge blieb die ganze Hausarbeit an mir kleben
- Ghana Telecom kann einen wahnsinnig machen
- letztendlich hatte sich Dani wieder eine Malaria eingefangen

Die war aber diesmal nicht so heftig wie die letztes Jahr, nach 3 Tagen Bettruhe war er wieder soweit fit.

Nach dem ganzen Mist in letzter Zeit hoffen wir mal, dass es jetzt erstmal wieder gut damit ist, es kann eigentlich nur besser gehen.

Donnerstag, 04.09. - gibt nix wirklich zu berichten

Denn wenn man nichts großartig unternimmt, dann gibt es auch nichts weiter Interessantes zu schreiben.
Seit letzten Samstag hat mich irgendein bösartiger Virus heimgesucht, der mich mehr oder weniger dazu nötigt, in Reichweite von einer Toilette zu bleiben.
Und da es davon in dieser Stadt nicht allzuviele vernünftige gibt, bin ich halt die meiste Zeit daheim.
So haben sich meine Ausflüge im Wesentlichen auf morgens Schule, danach fix Einkaufen und dann nix wie heim.

Gestern habe ich meinen Lebensmittelpunkt dann doch ins Bett verlagert, irgendwann spielt der Kreislauf nicht mehr so mit.

Zu allem Übel brachte Gladys gestern dann auch einen Krankenschein, sie kommt erst am Montag wieder.
Das nenne ich mal perfektes Timing, nutzt aber nix.
Heute ging es mir wenigstens wieder soweit besser und ich konnte daheim einiges erledigen - aber immer noch schön nah einer Toilette ;-)

In der Schule läuft es bei den Kids ganz gut. Julchen hat Handarbeit als sein Lieblingfach erkoren, aber Sport mag er nicht wirklich.
Dienstag und Donnerstag bleibt er im Hort und dort machen dann die Kinder gleich noch Hausaufgaben. Das ist ja nun eine Umstellung für ihn, konnte er doch als Kindergartenkind in der Zeit spielen. Deshalb hat er vorgestern mit der Hortnerin erstmal eine Diskussion angefangen, dass er keine Hausis machen möchte. Denn schliesslich heisst es Hausaufgaben, weil man die zu Hause machen soll und nicht im Hort.
Zu unserer Befriedigung war die Hortnerin überzeugender und Julchen hat sich gefügt.

So, und jetzt fällt mir nix mehr ein zum schreiben...........

Freitag, 16.05. - Wenn Mama sich Sorgen macht....

Am Mittwoch morgens im Hüsli habe ich so im Gespräch mitbekommen, dass der Botschaftsarzt wieder in Accra ist. Da ich ja mit Christoph´s neuem Gips nicht wirklich glücklich war, mir nicht sicher bin, ob der wirklich so okay ist, habe ich daheim dann gleich beim Arzt angerufen und ihm kurz die Geschichte von seinem gebrochenen Finger erzählt und ob er sich denn mal Christoph und die Röntgenbilder anschauen würde und seine Meinung dazu sagt. Also habe ich Chris etwas eher von der Schule abgeholt und wir sind mittags noch in die Praxis gefahren.
Eigentlich hatte ich mir ja erhofft, danach etwas beruhigter zu sein. Aber der Doktor ist halt auch kein Spezialist in Orthopädie, um wirklich eine 100%ige Aussage dazu zu machen. Er hat uns geraten, Bilder von der Gipshand und den Röntgenbildern nach Deutschland zu schicken und uns von dort eine Meinung zu holen. Aber ich hatte den Eindruck, so richtig glücklich war er mit dem Gips und auch mit dem Verhalten von dem Arzt in der Nuffield Clinic nicht. Es ist jetzt 3 Wochen her, dass der Finger gebrochen ist, wenn jetzt irgendetwas falsch gemacht wäre, dann ist es eh zu spät, hier noch etwas zu richten.
Im Grundegenommen ärgere ich mich jetzt im Nachhinein, dass wir uns auf das Experiment "Krankenversorgung auf ghanaisch" eingelassen haben. Es mag jetzt doof klingen, aber es wäre vielleicht besser gewesen, sich nur darum zu kümmern, nach Deutschland zu fliegen und den Finger dort richten zu lassen. Nur der Sicherheit wegen. Man lernt immer dazu, mit der zeit eben auch, aus einer "Mücke" doch einen "Elefanten" zu machen.

Morgen wird sich Dani dann kümmern, einen zuständigen Orthopäden in Deutschland zu finden und dann schicken wir per Mail die Bilder hin und warten auf eine wirklich kompetente Meinung.

Mittwoch, 14.05. - Makola, was sonst

Es geht halt doch nicht länger als 3 Wochen ohne Makola, also sind wir, Bettina, Martina und ich, nach dem Frühstück im Hüsli auf den Makola gefahren. Dienstag hatte es geregnet, also war es nicht ganz so heiss, eigentlich angenehm.
Wie immer: wenn man nichts bestimmtes sucht, wird man am ehesten fündig.
Nach einem ausgiebigen Bummel über den Schuhmarkt hatte ich eine paar supertolle, ausgefallene rote Schlappen im Beutel :-)
Auf dem Rückweg zum Parkplatz, auf dem unsere Chop Bar ist, haben wir ein paar Seitengassen mitgenommen und uns dort noch mit Plastikdosen eingedeckt. Bei einer Cola in der Bar wurden uns dann noch Geschirrtücher und Blusen an den Tisch geliefert.
Martina brauchte noch Toilettenpapier, also sind wir noch mal über den Parkplatz gebummelt, Bettina hat derweil schon unsere Tüten im Auto verstaut. Unglücklicherweise war direkt neben dem Klopapierstand ein Handtaschenstand - welche Frau kann da widerstehen?
Ich jedenfalls nicht, wenn es dort eine quietscheorange Traumhandtasche gibt :-)

So war unser Kaufrausch eigentlich befriedigt und wir sind wieder zurück zur Schule, ich hatte ja Dienst in der Schulbibliothek.

Am Nachmittag stand dann noch bei Christoph Gipswechsel an. 2 Wochen waren vorbei, schon Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.
Wir mussten nicht lange warten und es ging gleich ins "Gipszimmer" zum Sägen.
Ich will mich jetzt nicht in Details verlieren, aber dieser Arzt mag fachlich vielleicht nicht schlecht sein, was aber sein Verhalten dem Patienten gegenüber angeht ist unterste Schublade.
Als der Gips dann ab war, hat er den Arm und die Hand gereinigt und dabei an der gebrochenen Stelle rumgezerrt und gedrückt, Chris hat dauernd "Aua" gerufen - vom Arzt keine Reaktion. Wir haben dann gebeten, er möge doch mal etwas sanfter machen, da erklärt der uns allen Ernstes, Kinder kann man doch eh nicht ernst nehmen, wenn die meinen, es tut weh, kann man das getrost ignorieren, die haben eh kein richtiges Schmerzempfinden.
Und dabei zerrt der wirklich weiter wie ein Metzger an seiner Hand rum. Ich bin dann doch richtig laut geworden, damit er endlich aufhört, da pulvert er zurück, er wäre hier der Arzt und weiss, was er tut.
In solchen Situationen befällt mich immer so eine ohnmächtige Wut, weil man ja doch keine Alternativen zu so einem Schlachtmeister hat.
Der neue Gips ist nun aus Fiberglas, etwas kürzer als der erste. Allerdings kürzer an den Fingern, da wo gebrochen war. Ich hoffe, er weiss wirklich, was er tut, denn richtig gefallen tut uns das nicht.
Aber was haben wir jetzt wieder gelernt?
Man kann seinen Kindern ruhig mal eine Richtige feuern - die merken ja eh nichts.
Nee, nee - dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein.......

Dienstag, 29.04. - der Gips ist dran!


Wir haben es geschafft und Chris ist endlich ruhiggestellt ;-)
Na auf jeden Fall seine Hand mit dem gebrochenen Finger.

Gleich morgens um 9 Uhr sind wir in die Nuffield Clinic gefahren, mitten in Osu.
Der erste Eindruck war mehr als ernüchternd, bis ich den Eingang gefunden hatte, habe ich das halbe Grundstück abgesucht, in ziemlich vermüllten Ecken, der Eingang war dann letztendlich eine total verdreckte Tür. Okay, manchmal täuscht ja hier der äussere Schein.
Drinnen in den dunkel-düsteren Gang kam uns ein bitterer süsslich-sauerer Geruch entgegen, so ein bischen wie Erbrochenes. Das haben wir auch ignoriert, welche Alternativen haben wir denn?
Drinnen erst mal anmelden und die Registrierungsgebühr von 25 Cedis bezahlen. Die Röntgenbilder hatten wir ja schon, zum Glück, denn heute war es dort nicht möglich, welche zu machen. Nach etwa einer Stunde kamen wir dran, gleiche Diagnose wie gestern, nur das sie heute dann doch von einem Orthopäden gestellt wurde. Er wollte es allerdings heute ohne Vollnarkose richten, also nur mit örtlicher Betäubung.
Als wir in den separaten Raum zum Eingipsen gingen, da kamen Chris dann doch die Tränen und er wollte eigentlich nur noch da raus. Und mir war es auch nicht ganz geheuer. Alles, was ich mir bis dahin unter "steril und sauber" vorgestellt hatte, konnte man dort vergessen.
Unordentlich, liederlich, voll das Chaos in dem Raum. Penibel genau habe ich darauf geachtet, dass die Kanüle und die Spritze wirklich aus einer verschweissten Verpackung kamen.
Chris war ziemlich fertig, hat sich unter leichtem Protest, jedoch ohne wirklichem Widerstand auf die Pritsche gelegt und meine Hand gehalten. Gott sei Dank hat er erst beim Gehen sich die Pritsche genauer angeschaut. Sonst hätte er sich wohl doch nicht draufgelegt.
Die Betäubung hat recht schnell gewirkt, der Doc hat den Finger gerichtet und dann kamen die Gipsbinden drum. Knapp 15 Minuten später war er fertig, ich denke, Chris war dann letztendlich doch froh, dass es nun erst mal vorbei war.
Da ja heute das Röntgengerät nicht funktionierte, konnte auch nach dem Gipsen nicht geschaut werden, ob es nun alles richtig ist.
Deshalb muss er nun morgen früh nochmal hin zum röntgen.
Das werde aber mal nicht ich machen, da muss Dani mal ran. Zum einen möchte ich ihm nicht vorenthalten, wie es in dieser Klinik ausschaut.
Und zum anderen habe ich morgen vormittag schon etwas vor. Bettina, Martina und ich haben uns letzte Woche schon verabredet, uns mal mit den Kindern im Shangri La am Pool zu treffen.
Und das werden wir trotz aller Umstände auch machen - es wird keinem schaden, mal rauszukommen und zu entspannen.
Also fährt Dani mit Chris nochmal zum Doc und wenn er dort fertig ist, kann er ja nachkommen, auch wenn er nicht ins Wasser kann.

Montag, 28.04. - Teil 2 - "Der Finger ist "nur" gebrochen

Diesen Post will ich mal extra schreiben und unserem Christoph, bzw. seinem gebrochenen Finger widmen.

Ja, wir brauchen mal wieder medizinischen Beistand, es sind halt Jungs und Christoph ist ja für sowas irgendwie prädestiniert. Bei einer Balgerei am Wochenende mit Mirko hat er sich wohl ziemlich weh getan, gestern nachmittag, als wir ihn bei Anne abgeholt hatten, meinte er, es tut schon recht weh und er kann den kleinen Finger der rechten Hand nicht mehr von alleine bewegen, es war auch etwas geschwollen.
Er hat dann abends gekühlt und wir haben einen kleinen Stützverband drumgemacht.
Heute morgen meinte, er es geht schon wieder, die Schwellung war zurückgegangen.
Gegen nachmittag wurde die Hand wieder dicker, also sind wir in die Listerklinik gefahren.

Zuerst mal die Registration und dann Warten.
Nach einer ganzen Weile dann die Aufforderung, für die Registration und die Konsultation zu bezahlen. Welche Konsultation? Im Voraus? Die Schwester meinte, wir kommen jetzt dran, ich soll bezahlen. Okay, die erste Konsultation bestand aus Fiebermessen.
Dann wieder warten, bis der Doc Zeit hat.
Der meinte dann, erst mal Röntgen, das passierte dann auch wirklich recht schnell, allerdings dann wieder warten auf die Bilder und dann wieder zum Arzt rein.
Die Diagnose war klar - gebrochen.

Es sollte gerichtet werden unter Vollnarkose und dann eingegipst. An der Klinik selbst gibt es keinen Orthopäden, aber sie haben einen, der kommt und der kann das machen. Den wollte er anrufen, wann es gemacht werden kann. Wir sollen uns bitte nochmal hinsetzen und warten.
So sassen wir dann wieder in der Eingangshalle und warteten..........
Es war mittlerweile 17 Uhr, Julian wurde langsam nörgelig, Philipp war alleine daheim.
Wir waren also erst mal am Überlegen, wie wir das zeitlich am besten managen. Heute abend noch machen lassen, dann muss Dani mich und Julian vorher heimfahren. Oder gleich für morgen früh einen Termin machen, da ist man doch etwas vorbereiteter.
Nach einer halben Stunde hatte sich immer noch nichts getan, da habe ich mal nachgefragt, wie lange es denn nun dauert, einen einzigen Telefonanruf zu machen. Ich bekam nur Antworten, die nicht zur Klärung meiner Frage nützlich waren. Nach 45 Minuten haben wir dann doch massiv gedrängt, sich nun mal einig zu werden, wie es weiter geht.
Eine Schwester meinte, der Arzt telefoniert gerade und sie wolle Chris mitnehmen und für die Narkose vorbereiten. Wir haben zur Sicherheit nachgefragt, ob der Orthopäde kommt. Da meinte die Schwester, nein, aber der Orthopäde gibt dem Allgemeinarzt gerade am Telefon Anweisungen, wie er es zu machen habe.
Wie bitte???????????
Wir haben dann wirklich nochmal ganz genau nachgefragt, damit es nicht etwa sprachliche Missverständnisse sind.
Es waren keine Missverständnisse.
Wir haben kurzerhand die Röntgenbilder verlangt, diese bezahlt und haben es abgelehnt, unser Kind für irgendwelche Experimente nicht ausgebildeter Ärzte mit telefonischer Anleitung zur Verfügung zu stellen.
Da wollte uns dann plötzlich der Doc doch nochmal sehen, er erklärte uns ganz selbstbewusst, er könne das wirklich machen, er hat mit dem Orthopäden telefoniert und der hätte ihm ganz genau gesagt, was er zu tun hätte, der Finger ist ja "nur" gebrochen.
Ja aber wie in aller Welt will das der Orthopäde am Telefon beurteilen, wenn er nicht mal das Röntgenbild gesehen hat???
Nun, diese Frage konnte uns der Allround-Doctor dann auch nicht beantworten.

Wir waren uns mehr als sicher, dass wir dieses Angebot, dass Chris sich das von einem Nichtfachmann in Vollnarkose da was richten lässt, auf keinen Fall annehmen.

Das hat aber in der Klinik keiner so richtig verstanden.

Ne ne, da ist mir das Risiko zu groß, dass es nicht richtig gemacht wird und dann vielleicht die Knochen falsch zusammenwachsen und die Finger verkrüppelt sind.

Von Martina habe ich dann noch eine Adresse von einer anderen Klinik bekommen, da werden wir morgen früh gleich hinfahren und unser Glück zu versuchen.

Bitte drückt uns mal alle ganz fest die Daumen, dass es dort etwas professioneller zugeht, aber nicht zu feste drücken - nicht dass ihr Euch noch einen Daumen brecht ;-)

Montag, 28.04. - und es geht weiter.......

Da haben wir doch nach den letzten Tiefschlägen wirklich gedacht, es geht nun wieder bergauf. Aber es muss wohl am Monat April liegen und der ist noch nicht ganz zu Ende.
Deshalb kehrt bei uns wohl auch keine Ruhe ein.
Die letzten Tage ist es so dahin geplätschert, das Leben an sich. Wir haben nicht viel gemacht, da kann auch nicht viel schiefgehen.
Eine Menge Zeit geht drauf, um Joseph ganz detailliert zu zeigen, wie was im Haus gemacht werden soll. Die ghanaischen und die deutschen Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung liegen teilweise sehr weit auseinander. Aber da er nicht bei jeder Kritik mit Heulen anfängt, wird er es im Laufe der Zeit einfach lernen.

Gestern war dann mal wieder Mirko Schlafgast bei uns. Bis Freitag war die Oberstufe ja auf Klassenfahrt, Samstag auf Sonntag war dann noch bei Anne Geburtstagsparty mit Übernachtung. Da kann man sich denken, dass es mit Schlafen bei allen nicht so reichlich war in letzter Zeit. So tut etwas Ruhe uns allen gut und heute wollte ich nur frisch ein paar Dinge für das Abendessen holen und dann wieder meinen Lebensmittelpunkt auf die Terrasse verlagern.

Gesagt getan - die Kinder waren gut beschäftigt mit Fernsehen und Computerspielen, ich habe mir was bequemes angezogen, da fangen im Haus alle UPS an zu piepsen. Von draussen hörte ich ein komisches Geräusch, als würde jemand Steaks in eine viel zu heisse Pfanne werfen. Ein Blick aus dem Fenster und mir wurde ja fast übel.
Die Stromleitungen neben unserem Haus qualmten, Funken flogen, kleine Flammen an manchen Stellen und es brutzelte nur noch.
Mittlerweile brutzelte es auch an diversen Stellen im Haus. Die Treppe runter, den Kindern zurufen, alles auszuschalten, Dani mit dem Handy anzurufen und George die Anweisung zu geben, sofort den Strom abzuschalten - das war alles eins.
Okay, Strom war aus, es qualmte nicht mehr und es brutzelte auch nicht mehr.
Dann war ich aber auch schon mit meinem Latein am Ende, dann brauchte ich was kühles zu trinken und eine Zigarette, erst mal beruhigen.
Kurz darauf kam dann auch Dani, er hatte den Hilferuf verstanden.
Aus irgendeinem Grund kam in die 4 Stromleitungen Bewegung und die beiden mittleren haben sich berührt und sind miteinander verschmolzen oder so.
Komischerweise haben wir alle kurz vorher das Geräusch einer Kettensäge gehört.
Also ist Dani mal zum Nachbar rüber und hat nachgefragt, was passiert ist. Der wusste natürlich nichts, völlig ahnungslos, er war´s nicht.
Na gut, ich möchte auch nicht zugeben müssen, dass ich die Stromleitung einer ganzen Wohngegend lahmgelegt habe ;-)
Aber er meinte, er hätte schon das Notfallteam gerufen und die wären auf dem Weg.
Also haben wir erst mal den Generator angeschalten und da keiner weiss, wann die das mit dem Strom wieder hinkriegen, ist Dani gleich noch los, um Diesel zu kaufen.

Am Nachmittag waren wir unterwegs (wo und warum, das schreibe ich im nächsten Post separat). Viertel nach 6 waren wir wieder daheim und siehe da, es hatte sich was getan an der Stromleitung. Voller Freude hat Dani gleich den Generator ausgemacht und wieder auf Landline geschalten. Aber im Haus blieb es dunkel :-(
rgendwas hatten die zwar repariert, aber wohl nicht ganz richtig. n unser Haus gehen 3 Leitungen rein, es funktionierten aber leider nur 2.
Also wieder den Generator an und mal schaun, ob morgen noch was passiert.

So schaut die Stromleitung normal aus


Hier sind die beiden mittleren zusammengeschmort


Und hier haben die "Fachleute" einen professionellen Abstandshalter eingebaut ;-)
Es ist ein einfacher Holzstock


Ach ja, mittendrin am Mittag ruft mich dann auch noch Bless an.
Es wäre ja jetzt Ende des Monats und sie hat ja ein paar Tage noch hier gearbeitet und da wöllte sie mal mit mir über Geld reden. Sie stände vorm Tor und wartet.
Na gut, ich hatte sowas eigentlich erwartet.
Was sie aber sicher nicht erwartet hat, war meine Antwort. Die war schlicht und einfach NEIN.
Das bischen Geld für die paar Tage habe ich heute als Schadensersatz uns gegenüber deklariert. Für die Anschaffung eines neuen Bügeleisens, welches völlig demoliert ist. Und als Kosten für diverse Reinigungsarbeiten, die nach ihrem Verschwinden dringend nötig waren. George hat immerhin etwa einen Tag gebraucht, um ihre Hinterlassenschaften zu beseitigen, inklusive die Reinigung des völlig verschimmelten Kühlschrankes aus ihrem Zimmer. Sie war ziemlich frech und patzig, war sich keiner Schuld bewusst. Dann hat sie meine Kinder noch der Lüge bezichtigt.
Julian sagte mir letztens, er will als nächstes einen Babysitter, der nicht immer schläft, so dass sie alles alleine machen müssen und sich abends selber ins Bett bringen müssen. Denn Bless hat wohl meist geschlafen, wenn wir dann weg waren und Chris und Philipp haben Julian dann geholfen. Das habe ich ihr noch gesagt, dass ich auch im Nachhinein davon alles andere als begeistert bin. Das hat sie alles abgestritten, mich ausgelacht und sich selbstsicher vor mich hingestellt und gesagt, dass sie sehr stolz auf sich selber ist.
Da musste ich ihr einfach noch sagen, dass sie wirklich sehr stolz sein kann auf ihre Liederlichkeit, Faulheit und Unsauberkeit.
Und ich hoffe, dass damit das Kapitel Bless jetzt wirklich endgültig beendet ist!

So, und jetzt mach ich mich an Post Nummer 2............

Donnerstag, 24.04. - mal wieder ein Lebenszeichen ;-)

Bevor sich hier einige vielleicht Sorgen machen, nicht mehr schlafen können oder gar Gerüchte aufkommen, geb ich mal lieber wieder ein Lebenzeichen von uns.

Alle leben noch, alle sind gesund, keiner ist inhaftiert oder wird von irgendwelchen Geheimdiensten gesucht, kurzum - die Familie ist noch intakt.

Das ist aber dann auch schon so ziemlich das Einzigste, was gut am Laufen ist.

Alles niederzuschreiben, was mich/uns letzte Woche so aus der Bahn geworfen hat, würde Bücher füllen. Aber ich fange einfach mal an, zu schreiben...............

Letzter bekannter Sachstand war ja vom letzten Dienstag, dass der Vertrag mit dem neuen Hausboy unterschrieben ist. Und da hatte ich ihn auch zum letzten Mal gesehen - bis heute.
Aber der Reihe nach..........
Wir dachten uns, die paar Tage, bis er richtig anfängt, könne wir überbrücken, jeder packt mit an, da ist schnell mal durch´s Haus geputzt Aber mit schnell ist hier mal schon gar nichts und die Kinder muss man schon reichlich motivieren, mit anzupacken. Egal, welche Hausarbeit ich gemacht habe, nach nicht mal 10 Minuten klebte die Klamotte am Leib wie eine zweite Haut. So oft kann man gar nicht duschen gehen.

Am Montag morgen haben wir dann natürlich voller Erwartung auf Joseph gewartet. Leider umsonst. Also war der erste Weg am Morgen in die Agentur, um mal meinen Frust darüber loszuwerden. Und ich bin ihn damit an der richtigen Stelle losgeworden.
Natasha erklärte mir, dass sie nur Angestellte vermitteln, die einen Bürgen bringen, der eine Garantie übernimmt. Und genau mit diesem Bürgen für Joseph gab es wohl Probleme, deshalb hatte Natasha ihm gesagt, er soll Montag noch nicht bei uns anfangen, sondern erst einen neuen Bürgen bringen. Das ist ja soweit auch in Ordnung - es wäre nur echt toll gewesen, wenn ich was davon gewusst hätte. Tja, das hat sie dann mir gegenüber auch als ihren Fehler zugegeben und sich ausgiebig entschuldigt.
Das hat allerdings nichts an meiner Situation im Haus geändert, mittlerweile seit 10 Tagen ohne Putzhilfe. Und es ist einfach alleine nicht zu schaffen hier. Es wurde uns also langsam wirklich dringend, jemanden zu finden. Bei den Vorstellungsgesprächen hatte ich ja noch mit einer Hausmaid geredet, sie hatte recht gute Unterlagen und da nicht absehbar war, dass in den nächsten Tagen ein Boy vermittelbar war, haben wir kurzerhand wieder umgeschwenkt und uns halt für Vida entschieden Sie war auch bereit, sofort anzufangen, das heisst Dienstag morgen.

Sie war auch pünktlich da, hat die Küche aufgeklart und mit Bügeln angefangen Am Nachmittag wollte sie dann los, um ihre Sachen zu holen.
Am Mittwoch morgen kam sie dann schon mit ein paar Minuten Verspätung und hat sich als erstes wieder in der Küche an die Arbeit gemacht. Dani ist dann in die Arbeit, ich mit den Kindern in die Schule und danach zum Einkaufen in die Stadt. Vida hatte ich Anweisungen gegeben, was alles zu tun war. Gegen 11 Uhr war ich wieder zu Hause, habe meine Einkäufe verstaut, wollte mir dann erst mal in Ruhe auf der Terrasse eine kühle Cola und eine Zigarette gönnen. Leider war ich vorher noch auf Toilette und habe dabei festgestellt, dass sie da noch keinen Handschlag getan hatte. Nach einem kurzen Kontrollgang durchs Haus war mir schnell klar, dass sie ausser dem bischen Aufwasch am Morgen noch rein gar nichts gemacht hatte. Und ich meine wirklich nichts. Ich habe sie gefragt, was sie denn in den letzten 4 Stunden gemacht hat, ich bekam keine Antwort. Das Einzigste, was ich von ihr hörte, war "I´m so sorry"
Kurz und bündig habe ich sie gebeten, ihre Sachen wieder einzupacken und einfach wieder zu gehen. No food for lazy people!
Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei, Vida gehörte der Vergangenheit an und ich habe mir auf der Terrasse eine Cola aufgemacht und eine Zigarette angezündet.
Und dann ist es einfach passiert mit mir. Alles, was sich an Stress, Frust und Ärger in letzter Zeit aufgestaut hatte, musste raus. Also bin ich einfach in mich zusammengebrochen und habe den Tränen freien Lauf gelassen. Manchmal muss es einfach sein, vorallem nach solch einer Woche, in der einfach gar nichts so richtig klappen will. Unter Schluchzen habe ich noch Bettina angerufen, sie möge bitte einen Ersatz für mich für die Bibliothek in der Schule organisieren, denn dazu habe ich mich beim besten Willen und Wollen nicht mehr in der Lage gefühlt. Dani hat Julian und Philipp aus der Schule geholt, ich wollte einfach nicht mehr raus. Das Gefühl, ganz unten zu sein, in einem Tunnel zu stecken und kein Licht zu sehen, muss man einfach durchleben. Man weiss, es geht vorbei, viel schlimmer kann es eigentlich nicht werden, aber bis dahin fliessen halt eine Menge Tränen, die hoffentlich diesen ganzen Frust mit wegspülen. Und von diesem Frust, der zum Großteil aus Enttäuschung herrührt, gibt es zur Zeit jede Menge. Es ist schwer, das hier im Einzelnen zu vermitteln, vieles würde unglaubhaft klingen, belanglos oder gar lächerlich. Es können wohl nur Menschen verstehen, die auch hier leben oder gelebt haben. Es ist manchmal für uns sehr schwer, mit der Mentalität der Ghanaer klarzukommen, den Spagat zwischen Anpassung, Integration, Toleranz und Verständnis zu meistern ohne dabei sich selbst, die eigenen Interessen und Ideale aufzugeben. Wenn die Bedeutungen von Dingen wie Zuverlässigkeit, Ordnung, Pünktlichkeit, Verantwortung zu unterschiedlich sind, dann kommt der normale Europäer schon oft an die Grenzen seelischer Belastbarkeit. Dann kann man sich daran aufreiben, sich darüber aufregen, einen Nervenzusammenbruch bekommen. Danach kommt die Resignationsphase, es regt einen plötzlich nicht mehr auf, egal was passiert, man nimmt es gelassen hin, es ist eh nicht zu ändern. Man fragt sich, warum tut man sich das an, wofür, wozu, hat eh alles keinen Sinn. Man wünscht sich eine One Way Ticket nach Deutschland. Aber nur ganz kurz. Denn im Grunde genommen ärgert man sich dort wohl genauso, halt nur über andere Dinge, hier in Ghana ist es wenigstens warm und schönes Wetter. Da heule ich doch lieber im Kurzen T-Shirt auf der Terrasse als in einer Wolldecke auf der Couch in Deutschland.
Dann kommt Wut dazu, Wut darüber, wie sehr man sich doch abhängig gemacht hat, wie man die Zügel aus der Hand gegeben hat. Also müssen Ideen her, wie man wieder Oberhand gewinnt und das eigene Leben selber bestimmt und sich nicht durch die Unzuverlässigkeit anderer lenken lässt. Diese Wut verpasst einem dann den nötigen Ruck, die Kraft, den Hintern zu heben und etwas zu unternehmen.
Deshalb war heute morgen mein erster Schritt in Richtung Selbstbestimmung wieder der Weg in die Agentur zu Natasha. Ich hatte mir vorher im Kopf zurechtgelegt, was ich sage, was ich will und das wollte ich zu 100% durchsetzen.
9 Uhr war ich dort und habe ruhig und bestimmt in einer Tonart, die kein Aber zulässt, gesagt, dass ich genau 13 Uhr wiederkommen werde Hausboys vorgestellt bekommen möchte, die bereit sind, sofort mit der Arbeit anzufangen. Und sofort bedeutet sofort, nicht irgendwann nächste Woche oder nächsten Monat. Überall wird gejammert über Armut, zu wenig Geld usw.
Wir suchen händeringend eine Haushaltshilfe, die für gute Arbeit für hiesige Verhältnisse auch gutes Geld bekommt und werden nur hingehalten. Alle suchen Arbeit, aber komischerweise bloss nicht sofort, aber wenn es geht, schon einen Vorschuss vom Gehalt.
Hallo?
Leider haben wir aus falscher Rücksicht bisher immer wieder nachgegeben, fadenscheinige Begründungen hingenommen und den Ärger darüber geschluckt.
Aber nicht heute. Punkt 13 Uhr war ich wieder bei Natasha, wir haben uns erst mal in Ruhe unterhalten und ich habe ihr meinen ganzen Ärger in Sachen Personal erzählt. Sie hatte vollstes Verständnis, begründet auf eigenen Erfahrungen, sie hatte auch schon mehr als genug ausprobiert, das Passende für ihr Leben hier zu finden. Gemeinsam haben wir meine Forderungen und Bedingungen abgestimmt und ein Kandidat war dann passend - Joseph.
Denn inzwischen hatte sich ein Bürge für ihn gefunden und seine Papiere waren vollständig.
Also hat es heute mal schon was gebracht, einfach nur selbstsicher und überzeugend genug aufzutreten, denn 13.45 Uhr stand er bei uns und hat gebügelt.
Es gibt eine Menge aufzuarbeiten, vorallem Bügelwäsche. Was er heute an fertiger Arbeit abgelieferte, hat uns erstmal überzeugt, die Shirts waren akkurat gelegt und faltenfrei.
Morgen früh ist regulärer Arbeitsbeginn, schrittweise Einführung, was wie genau zu tun ist und in jeder freien Minute wird gebügelt. Laut Natashas Aussage sind arbeitsmässig Männer hier um einiges belastbarer als Frauen, die sich dann doch eher gerne mal auf ein Nickerchen verziehen, wenn die Arbeit zuviel wird. Ob dem wirklich so ist, wird sich in den nächsten Tagen rausstellen.

Mir ist es jetzt nicht wirklich leicht gefallen, zu schreiben, mag sein, dass es etwas durcheinander wirkt. Wenn ja, spiegelt es vielleicht ein bischen unseren derzeitigen Gemütszustand wider. Ich habe halt einfach mal angefangen, draufloszuschreiben. Es gibt noch eine Menge mehr zu berichten, das nehme ich mir aber für die nächsten tage vor, für heute ist erst mal Schluss.

Freitag, 11.04. - Bye bye Bless........

Über unsere Unzufriedenheit über die Arbeitsweise von Bless in einigen Bereichen hatte ich ja schon Anfang der Woche geschrieben. Ganz im Guten hatten wir sie noch auf das eine oder andere im Laufe der Woche aufmerksam gemacht.
Da wurden die Antirutschmatten einfach nicht mehr wieder in den Bädern hingelegt, nahm man die Platzdeckchen vom Esstisch, ergab das ein Geräusch wie von Klettverschlüssen, Spinnweben überall im Haus, die Ecken wurden immer runder.
Man kann also sagen, es herrschte eine leicht angespannte Srtimmung, aber die deutete in keinster Weise auf das hin, was dann gestern passierte:

Morgend bin ich wie immer in die Schule gefahren und gegen halb 9 war ich wieder daheim.
Da war Bless gerade fertig mit Staubsaugen im Wohnzimmer. Ich bin nur fix auf Toilette und wollte gleich wieder los zum Einkaufen. Die Toiletten waren da noch nicht geputzt (eigentlich ungewöhnlich, da sie das sonst mit als erstes morgens macht). Ich dachte mir, vielleicht kommt das noch und habe aber mal in guter Vorausahnung ´ne kleine Markierung angebracht (ja, ich bin böse und gemein).
Viertel nach 10 war ich dann wieder zurück, habe meine Einkäufe verstaut, von Bless war nichts zu sehen oder hören, obwohl sie sonst immer die Einkäufe mit wegräumt.
n der Küche stand noch der Abtrock, die ganzen Bäder inklusive Toiletten waren noch nicht geputzt, im Klartext - es sah genauso aus wie vor knapp 2 Stunden.
Also habe ich sie mehrmals gerufen - keine Antwort. George sagte aber, sie wäre nicht rausgegangen, sie müsste in ihrem Zimmer sein.
Dort lief auch in Affenlautstärke der Fernseher, kein Wunder, da würd ich auch nix mehr hören.
Kurz drauf hat sie sich dann mal doch in die Küche bemüht, mit einem leicht mürrischen Gesicht und auf meine Frage, was sie denn in ihrem Zimmer jetzt gemacht hat, kam erst gar keine Antwort, dann meinte sie, sie fühlt sich nicht ganz wohl. (Das habe ich mal bewusst ignoriert, denn ich weiss, dass sie jede nacht ziemlich spät heimkommt. Wenn sie dann auf der Arbeit müde ist, ist das ganz alleine ihr Problem. Den Schlaf wird sie aber nicht auf unsre Kosten während der Arbeitszeit nachholen.)
Ich habe ihr dann mal ganz klar und deutlich gesagt, dass wir in letzter Zeit sehr unzufrieden sind, sie ihre Arbeiten mehr als halbherzig macht, manche Stellen echt dreckig sind. Unter diesen Umständen müssen wir echt mal nachdenken, ob wir überhaupt eine Putzfrau brauchen, wenn wir es dann eh selber nochmal ordentlich machen müssen.
Zur aktuellen Situation habe ich klipp und klar gesagt, dass erst die Arbeit fertig gemacht wird, und zwar wirklich fertig. Und wenn dann noch zeit ist, soll sie sich einfach eine Ecke nach der anderen vornehmen und nicht einfach vormittags 11 Uhr Schluss machen. Für die Arbeit, die sie zur Zeit abliefert, ist sie wahrlich mehr als überbezahlt.
Ihre Antwort war: "Yes, Madam." Und sie verschwand zum Putzen in den Badezimmern.

Habe ich jedenfalls gedacht........
Inzwischen war Dani da, ich hab ihm gleich gesagt, dass ich gerade Bless den Kopf zurechtgerückt habe.
Dann bin ich in die Schule gefahren, um die Kinder abzuholen. Kaum war ich dort, rief Dani an, ziemlich aufgeregt und meinte nur dass Bless gepackt hätte und jetzt gehen will.
Nicht, dass ich sowas geahnt hätte, aber ich war auch nicht wirklich überrascht.
Ich habe nur gemeint, sie solle wenigstens soviel Anstand haben, zu warten bis ich da bin. Und dann kann sie gehen - wir finden schon eine neue Hausmaid.

Bei den in der Schule anwesenden Mama´s habe ich gleich Bedarf an einer Neuen angemeldet, jetzt hören sie sich mal um.

Daheim standen dann schon alle ihre Taschen fertig im Hof und Bless wartete auf ein Taxi.
Mit mir hat sie kein Wort mehr geredet, nur mit Dani. Der konnte aber auch nicht wirklich viel dazu sagen, was ihr gefallen hätte. Da war sie dann doch etwas enttäuscht. Sie meinte nur, sie mag uns und es gefällt ihr hier ja auch, aber sie kann das nicht mehr, sie würde ihr Bestes geben , aber sie hat Probleme und geht nun. Aber sie wüsste, hier leben Menschen, die sie auch mögen und wann immer sie kommt und an unser Tor klopft, weiss sie, dass sie mit offenen Armen empfangen wird.
Den Zahnhabe ich ihr leider gleich wieder ziehen müssen. Denn wenn sie jetzt geht und das Tor hinter sich zu macht, dann bleibt es zu, für immer.
Wir haben ihr ein schönes Leben gewünscht und sind reingegangen.

Damit war für uns die Ära Bless beendet.

Mittlerweile nehm ich sowas ziemlich gelassen, die nächste wird ganz sicher kommen, man darf sich nicht an eine bestimmte hängen.

Egal, was sie uns als Grund genannt hat, im Grunde genommen kann sie einfach nur keine Kritik vertragen. Wenn ich aber nicht mal mehr sagen darf, dass ich was nicht gut finde, dann tut es mir leid, dann ist sie nicht die Richtige für den Job.

Ohne sich noch vielleicht von den Kindern zu verabschieden, ist die dann einfach gegangen, mit Sack und Pack.

Am Nachmittag haben wir dan erst mal einen Rundgang durch ihr Zimmer und die Küche im Angestelltenquartier gemacht. Es war eine ernüchternde Erfahrung :-(
Bless hatte einen absoluten Saustall hinterlassen. Dreck von Monaten, ihren Müll hat sie natürlich liegengelassen. Der Kühlschrank noch gefüllt mit diversen Dingen, halb am Vergammeln, überall Schimmel.
Die Küche war in einem noch schlimmeren Zustand. Wir haben George erst mal alles ausräumen lassen, er hat eine ganze Mülltonne voll Gelumpe da rausgeholt. Angefangen von wabernden Flüssigkeiten in Schüsseln (in unserer Schüssel noch dazu!!), Fischköpfe im Schrank, faulenden Mangos mit den dazugehörigen Fruchtfliegen. Unzählige uns unbekannte, stinkende lebensmittelähnliche Dinge in Tüten, Dosen, Gläsern und natürlich jede Menge fettigen Schmutz und 2 meiner guten Gefrierdosen.
Und auch den zweiten Stöpsel von meiner Spüle hab ich gefunden, ich hatte sie vor Wochen zwar danach gefragt, sie wüsste aber auch nicht, wo er abgeblieben sei.
Naja, nicht mehr drüber nachdenken.

Hier ein Bild vom schlampig geräumten Zimmer


Egal, wer hier wieder einziehen wird und ob es ein Verstoss gegen irgendwelche Privatsphäre ist - ab jetzt wird einmal pro Woche Stubendurchgang gemacht.

Das Quartier legt direkt hinter unserer Küche und auch dort wird Ordnung und Sauberkeit herrschen. Wir versuchen hier krampfhaft, uns das Viehzeug von Halse zu halten und hinten wird durch liederlichkeit und Faulheit ein Paradies für Ungeziefer geschaffen, nee danke.

Tja, das war gestern das vorherrschende Thema, auch wenn es uns jetzt nicht zu Tränen rührt, befasst man sich doch damit und versucht, das irgendwie auszuwerten.

Jetzt warten wir mal Montag ab, dann hoffe ich auf erste Telefonnummern von Kandidatinnen und das was geeignetes dabei ist.

to be continued............

Samstag, 05.04. - Kindergeburtstag und heavy traffic

So, ich habe mir jetzt einfach 2 Tage Auszeit vom Blog gegönnt. Es gab auch nichts besonderes zu schreiben. Ich war die meiste Zeit daheim, habe ausserhalb nur das Nötigste gemacht, denn ich habe gemerkt, dass hier in bestimmten Situationen eine Strategie aufgeht.
Je weniger man macht, je weniger kann schiefgehen ;-)

Daheim habe ich mir so mal ganz in Ruhe und vorallem alleine ein paar Filme angeschaut, die sich Dani ungern mit anschaut (Defa Märchenfilme, Dokus aus der nachkriegszeit, Heintje-Filme und andere Schinken).
Da kriegt man im Kopf mal Abstand, das tut ganz gut.

Gestern abend waren wir gemeinsam mit Kollegen zum Essen beim Franzosen. Danach ging es noch ins Honeysuckle auf einen Absacker. Mirko war mit seinen Eltern mit (oder eher umgekehrt), er wollte dann in eine Disco.
Irgendwie hat es sich ergeben, dass Dani und ich dann gemeint haben, wir könnten ja Mirko auch dahin fahren und uns bei der Gelegenheit schauen wir uns diese Disco gleich mal an. Mirko hat es nicht geglaubt, dass wir da wirklich mit reingehen wollen, aber da kennt er uns schlecht. Wir sind so verrückt und machen sowas. Man muss ja schliesslich informiert sein ;-)

Die Disco nennt sich "BAZE", ist ein kleiner "Schuppen" mit viel alberner Beleuchtung, hormonaufgepumptem Personal und die Kundschaft reicht von verwöhnten weissen Kindern bis zu neureichen Ghanaern und billig gekleideten Mädchen, denen ich jetzt mal keine unredlichen Absichten unterstellen will ;-)
Na jedenfalls war es ziemlich langweilig, absolut überteuert und wir müssen da auf keinen Fall nochmal hin. Aber wir wissen jetzt, worüber man redet.

Heute war Tagespunkt Nummer 1 Eric´s Kindergeburtstag, zu dem Julian eingeladen war.
Chris hatte am Vormittag in der Schule ein Fussballspiel, aber das hat uns weniger tangiert. Er wurde morgens von Nick´s Eltern mitgenommen und mittags haben sie ihn dann wieder bei uns abgeliefert.

Kurz nach 2 haben wir dann Juli zu Eric gefahren, haben dort noch kurz ein Schwätzchen gehalten und sind dann weiter in den Maxmart, ein paar Dinge einkaufen. Das ging recht schnell, obwohl mittendrin ein heftiger Regenschauer kam. Aber da wir nicht aus Zucker sind und bei den trotz Regen hohen Temperaturen alles schnell trocknet, sind wir gleich weiter hinter auf die Spintex Road in die Palace Shopping Mall.
Dort habe ich endlich mein neues Brotkörbchen gefunden - ein nettes 3er Set in verschiedenen Größen.

Kurz nach 4 sind wir dort wieder los, wollten zurück zur Geburtstagsfeier, dort noch ein wenig mit rumsitzen und dann gemütlich heim. Allerdings hat uns da der Verkehr einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Binnen kürzester Zeit war wegen Dummheit, Sturheit und Arroganz eine Abfahrt, Kreuzung nach der anderen total verstopft.
Aus 1 Fahrspur werden schnell mal 3-4 Spuren gemacht. Dann wird da gedrängelt, bis in beide Richtungen gar nichts mehr geht. Jeder beharrt auf dem Platz, auf dem er steht. In der ganzen Gegend war genau 1 Polizist, der alles andere als ernst genommen wurde, im Gegenteil. Der wurde ignoriert, ausgelacht, beschimpft.
Auf dem Hinweg haben wir für diese Strecke so etwa 15 Minuten gebraucht, die Rückfahrt auf der selben Strecke dauerte 1 3/4 Stunden. Danach braucht man nichts mehr.
Also haben wir auf das Zusammensitzen mit den anderen Eltern verzichtet, haben nur Julchen eingesammelt und sind dann heimgefahren.
Chris und Philipp waren ja daheim und es wurde dann auch Zeit, mal wieder was zu essen.
Das haben wir bei unserem Chinesen gemacht, im Hin Lone.
Schnell, gut, allerdings mittlerweile auch etwas teurer als früher.

Und jetzt gibt es noch ein paar Bilder vom heutigen Tag und dann schau ich mir mit Dani Harry Potter 5 an - Entspannen muss sein ;-)


Hüpfburg auf Eric´s Geburtstag





Hier mal zwei preisliche Auswüchse:

geriebener Käse - 350g - 9,90 Cedis = ca. 6,60 Euro


Und das ist der preis-Oberhammer!
1 Dose Hundefutter, 1,2 kg für sagenumwobene 28,50 Cedis - macht in etwa 19 Euro!



Und als wir so im Stau standen, hab ich den auf der Gegenspur entdeckt.
Vorsicht - Affe an Bord!

Mittwoch, 02.04. - heute einfach mal ein Statement ;-)


"Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden"


Und dazu stand ich heute auch öffentlich ;-)
Warum, wieso, weshalb ist schwer zu schreiben. Wenn mal wieder alles auf einmal schiefläuft, man keinen richtigen Anfang findet, das verfitzte Knäuel zu entwirren und sich herausstellt, dass unangenehme Neuigkeiten von gestern doch kein Aprilscherz waren :-(
Mehr mag ich nicht ins Detail gehen, um was genau es geht.
Allerdings hatte ich heute deswegen ein paar Telefonate zu erledigen. Und wenn man dann eine Menge Geld in Warteschleifen vertelefoniert, sich durch endlose Menüs klicken muss und dann doch wieder in einer mit einschläfernder Musik untermalten Warteschleife landet oder aber erst gar nicht durchkommt, weil die tollen Servicehotlines aus "unserem Vorwahlbereich" nicht zu erreichen sind, dann trägt das auch nicht gerade zur Verbesserung der Gesamtsituation bei.
Schon Klasse, wie kundenfreundlich international agierende Firmen sind - aber wehe, der Kunde ist ausserhalb Deutschlands.....

Aber mit der nötigen Portion Humor geht auch so ein Tag vorbei. Das Shirt kam bei einigen Leuten gut an, es gab Anfragen, ob ich es denn bei Bedarf mal verleihen würde ;-)
Vielleicht mach ich ja noch ´ne Sammelbestellung :-)

Aber es ist ja nicht so, dass gar nichts klappen würde. Immerhin kam gestern der Wassertanker und jetzt sind unsere Tanks wieder voll, das ist schon mal beruhigend.

Morgen geht nun Philipp auf Klassenfahrt zum Volta bis Freitag. Die Tasche ist gepackt, er freut sich schon riesig drauf.

Leider gibt es auch noch über ein unangenehmes Ereignis zu berichten. Ein Bekannter (ein Deutscher) wurde am ganz zeitig Montag morgen auf dem Weg zur Arbeit überfallen und ausgeraubt. Geld und Motorrad waren dann weg, aber wenigstens haben die mit Macheten bewaffneten Räuber ihm keinen körperlichen Schaden zugefügt.
Denn es gab in der Vergangenheit schon oft genug solche Überfälle, die dann für das Opfer mit einem Krankenhausaufenthalt endeten.
Man sollte sich doch genau überlegen, wann man wo noch alleine auf die Strasse geht.
Die Hemmschwelle der Täter sinkt, Dunkelheit und abgelegene Gassen zu meiden ist keine Garantie, einem Überfall aus dem Weg zu gehen.

Montag, 31.03. - endlich wieder Regen

Da heute ja Monatsletzter ist und da immer die Gehälter für unsere Angestellten gezahlt werden, musste ich heute morgen erstmal zum Forex Bureau, um Geld zu tauschen. Wir hatten diesen Monat nicht soviel hierher überwiesen, weil ich aus Deutschland Euros mitgebracht hatte. Und der Kurs ist ja derzeit recht gut für uns, für 1 Euro gab es heute 1,53 Cedis.
Dann wollte ich erstmal wieder heim, um die Lohntüten fertigzumachen, da fährt David doch beim Ausparken volle Kanne in eine Werbetafel. Keine Ahnung, wie sowas passieren kann. Er wollte gleich weiterfahren, ich hab nur angemerkt, dass es vielleicht doch besser ist, erstmal zu schauen, ob es was am Auto getan hat. `Ne fette Schramme hinten im Ochsenfänger - es gehört schon einiges dazu, da ´ne Delle reinzumachen.
Ich war da schon ziemlich sauer, also erstmal heimfahren und dann weitersehen.
Das war auch eine weise Entscheidung, denn dann wurde es plötzlich ziemlich dunkel draussen und es kamen Wassermassen vom Himmel, begleitet von Gewitter mit lautem Donner.
April hat den Himmel angebellt, das hat ihr gar nicht gefallen.

Aber den Pflanzen hat es mal gut getan, obwohl das noch lange nicht genug war.

Und so schaut Regen hier aus



Am Nachmittag sind Dani und ich nochmal los, um Bürozeugs zu besorgen. Es war Zeit, sich mal ein gescheites Ablagesystem für den ganzen Papierkram zuzulegen.
Erst waren wir im Kingdom Bookshop, aber die hatten nur ganz teure Systeme, viel zu teuer für ein bischen Plastik.
Fündig sind wir dann im Herlitz-Shop geworden - es geht halt nix über deutsche Qualität ;-)
Und jetzt ist wieder Ordnung in den Papieren.


24.03. - 27.03. - die ersten Tage wieder zu Hause

Am Montag war ja Feiertag, das kam mir sehr gelegen. So hatte ich noch einen Tag in Ruhe zum Aklimatisieren - es ist schon um einiges wärmer hier ;-)
Am Nachmittag kam Martina mit Mirko zu uns und wir haben uns gleich verabredet, abends gemeinsam im Ryan´s zu essen.

Dienstag ging es dann wieder weiter mit Schule für die Kids, Julian hat sich schon riesig auf seine Freunde im Kindergarten gefreut.
Ich hatte gleich morgens eine angenehme Verpflichtung - Geburtstagsfrühstück bei Bettina. Sie hatte Mitte März Geburtstag, wollte aber warten, bis ich wieder im Lande bin. Tine, Martina und ich sind gleich gemeinsam hingefahren und wir hatten einen netten Vormittag, bei dem ich mich erst mal wieder mit Infos auf den neuesten Stand gebracht habe, was in der letzten zeit hier so los war.

Gestern und heute hatte Dani Urlaub genommen, es war ja trotzdem für ihn nicht wirklich stressfrei während meiner Abwesenheit. Gestern vormittag waren wir erst in der Schule zum Frühstück, danach einkaufen. Es war für die Kinder kurzer Tag und am Nachmittag war Relaxen daheim angesagt.

Und heute Vormittag haben wir uns dann mal wieder was Besonderes gegönnt - eine Massage im Allure. Danach waren wir so richtig entspannt und relaxt noch im Shoprite einkaufen und hatten noch genug Zeit, auf der Terrasse einen Mittagsschlaf zu machen.

Mittlerweile bin ich wieder mitten im Alltag drin, irgendwie ist alles etwas anders, aber eigentlich hat sich nicht wirklich was geändert. Ausser vielleicht, dass wir vor meiner Abreise noch Wasser hatten und jetzt nicht mehr. Die Wasserleitung ist seit Tagen zu, kein Tropfen kommt raus. So langsam müssen wir uns Gedanken darüber machen, einen Wassertanker zu bestellen, denn unsere Tanks langen nicht ewig. Im Haus sind die Möglichkeiten zum Wassersparen beschränkt, denn Wäsche waschen, putzen und vorallem Duschen ist notwendig.
Deshalb bleibt bei Knappheit zuerst mal der hahn im Garten zu.

Und das hat dann dieses zum Ergebnis:

Unser Garten am 9. März


Unser Garten am 26. März


Der Rasen vertrocknet, die Randbepflanzungen eingegangen und die Büsche und kleinen Bäume machen auch langsam schlapp.
Schön sieht es zwar nicht aus, aber es ist auch nicht Anlass zu großer Sorge. Die Pflanzen hier sind es gewohnt und sobald die Regenzeit beginnt, wird alles wieder in frischem Grün erblühen.

Wir waren aber bei uns in der Gegend immer noch das haus mit dem Garten der am längsten Grün war - unsere Nachbarn haben schon seit längerem Acker im Garten - okay, denen ist sowas auch weniger wichtig.
Hier gewähre ich mal einen kleinen Einblick in deren Leben:

Sonntags morgen 8 Uhr in Nachbar´s Garten


In dem Kübel wird warscheinlich Fufu gestampft - man beachte, wie sich die sitzende Frau direkt darüber am Kopf kratzt - das macht Appetit auf das Essen ;-)

Interessant auch, was der Mann hinter der Stampferin sich da so früh morgens gönnt - eine 0,7l Flasche Star Bier - jeder beginnt den Tag halt anders ;-)



Und weil das jetzt vielleicht nicht so wirklich lecker war, gibt es zum Schluss noch was zum Ausgleich:

Aber bloss nicht fragen, ob das jetzt Bonny oder Clyde ist ;-)

Freitag, 29.02. - endlich wieder nach Hause

Gleich am Freitag in der Früh´hatte Dani noch einen Termin wegen seinem neuen Projekt.
So bin ich mit den Kindern erst mal frühstücken gegangen, ich habe es bei einer Tasse Kaffee belassen, Chris hatte einen 2. Versuch mit den kalten Bohnen gewagt und die beiden anderen haben sich Toast genommen.
Es waren ziemlich viele Gäste, da waren die wohl scheinbar leicht überfordert und es ging etwas drunter und drüber. Geschirr haben wir uns von umliegenden freien Tischen selber zusammengesucht, die gröbsten Krümel erst mal vom Tisch gefegt. Dann ging es an das Beschaffen von Butter. Die liegt nicht am Buffet, die trägt einer mit dem Tablett in Stückchen zu den Tischen. Nach der ersten Anfrage brachte er uns kleine Tütchen Milo (Schokomilchpulver), davon hatten wir noch reichlich am Tisch. Dann brachte er noch mehr Marmelade. Ich hatte Julian gerade überzeugt, einfach doch Marmelade zu nehmen, da kam endlich die Butter. Neu am Buffet war so eine Art Spiegelei, allerdings sah das Eigelb aus wie angebrütet - wir haben verzichtet.
Es war ein sehr kurzes Frühstück, wir haben uns nicht wirklich wohl gefühlt. Die Tischdecken waren immer noch die selben wie vorgestern, nur mittlerweile leicht angeschmuddelt bis hin zu sehr unappetitlich.
Da waren wir doch sehr froh, dass als nächstes Packen auf dem Plan stand und wir diese viel zu überbewertete Lokalität verlassen würden.

Gepackt war fix - und schnell noch ein Foto vom Zimmer


Das Chalet noch mal von Aussen


Dani war dann auch wieder zurück, er hat gleich alles an der Rezeption bezahlt und dann nix wie weg zurück nach Hause.
Fazit vom Hotel: Mehr Schein als Sein, völlig überbewertet, Preis-Leistung steht in keiner Relation

An dieser Stelle aber noch ein dickes Lob an den Fotografen, der die Bilder für die Webseite des Hotels gemacht hat. Das erfordert schon künstlerisches Talent, aus der Realität so eine Hochglanzbilderbuchbröschüre zu machen.
Was mit Weitwinkel, Nachcoloration und geschickten Platzieren und Beschreiben doch so alles möglich ist..........

Auf dem Rückweg haben wir am Volta Hotel in Akosombo Halt gemacht - um Mittag zu essen.
So wirklich befriedigend gegessen hatten wir seit Mittwoch mittag nicht mehr.
Eigentlich bin ich es leid, jetzt darüber zu Schreiben, deshalb kurz und bündig: es war wieder zum Ärgern.
Wir hatten einfache Dinge bestellt - Fish&Chips, Burger, Nuggets. Warum muss sowas über eine Stunde dauern, wenn eh keine anderen Gäste da sind? Die Pommes waren pappig, aus was dieses Fischteil bestand, weiss ich nicht, die Nuggets waren durchwachsen, in der Panade irgendein Kraut, das sich im Mund wie Tannennadeln anfühlt und auch so schmeckt.
Chris bekam sein essen als Erster, ein wenig später hatte Dani seinen Burger. Die beiden waren fertig mit essen, da kam mein "Fisch". Kurz darauf kam die Kellnerin mit der Info, die Nuggets dauern noch, da wäre in der Küche was schiefgegangen. Nach weiteren 15 Minuten hatten dann Juli und Phili auch endlich was zu essen.
Ich konnte es mir nicht verkneifen, zu sagen: "Und danke, dass wir alle gemeinsam essen konnten."
Ja, es war unnützt, denn es gibt 2 Dinge, mit denen können Ghanaer absolut nichts anfangen:
Ironie und Sarkasmus

Aber ich musste es einfach loswerden.........

Deshalb waren wir eigentlich froh, wieder heimzufahren und dort unsere essenstechnische Versorgung wieder selbst in die Hand nehmen zu können - da weiss man, was man hat.

Daheim wurden wir freudig empfangen, die Hunde haben sich sehr über den Fisch und die Nuggets aus dem Volta Hotel gefreut ;-)
Bless und Salia hatten richtig gewirbelt im Haus, alles war sauber und ordentlich, die Betten frisch bezogen und Bless hat sich gleich über unsre Schmutzwäsche hergemacht und die Waschmaschine gequält.

Ups, eins hätte ich jetzt fast vergessen. Am Morgen ist mir in meiner Handtasche leider eine Flasche Sonnenmilch ausgelaufen. Gameboy, Handy, Kamera, Kalender, ipod und was Frauen noch so in der Tasche haben, war mit einem feinen, fettigen Film überzogen.
Da könnte man eigentlich nur noch heulen.
Aber das meiste ist gerettet, die Tasche hat Bless geschrubbt, nur mein Gameboy hat warscheinlich einen Schaden behalten :-(

Tja, es gibt so Zeiten und Tage, da passiert immer alles auf einmal..............
Und es scheint nicht aufzuhören, aber dazu morgen mehr - für heute ist Schluss!

Last but not Least - das Schmankerl von unterwegs auf dem Highway

3 Granitblöcke einfach auf der Ladefläche, in keinster Weise befestigt, nicht mal ´ne Klappe hinten dran
Da kann man nur hoffen, dass man nicht dahinter ist, wenn der über einen Huckel fährt